dm investiert Millionen in Erweiterung am Standort Wustermark

Die Drogeriemarktkette dm hat eine umfassende Erweiterung ihrer logistischen Kapazitäten in Brandenburg angekündigt. Konkret wird das bestehende dm Logistikzentrum Wustermark bei Berlin massiv ausgebaut. Geplant ist die Errichtung eines zusätzlichen, hochautomatisierten Verteilzentrums, das sich speziell auf die Handhabung von Kleinteilen und dekorativer Kosmetik konzentrieren soll. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf das stetig wachsende Sortiment und die damit einhergehenden komplexeren Anforderungen an die Warenverteilung. Für das Bauvorhaben, dessen Start für Anfang 2026 terminiert ist, veranschlagt das Unternehmen eine Investitionssumme von mehr als 200 Millionen Euro. Die vollständige Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für das Jahr 2029 vorgesehen.

dm Logistikzentrum Wustermark: Ausbau für 200 Millionen Euro
dm Logistikzentrum Wustermark: Ausbau für 200 Millionen Euro

Kapazitätserweiterung im dm Logistikzentrum Wustermark

Die Entscheidung für den Ausbau am Standort Wustermark ist eine direkte Reaktion auf die logistischen Herausforderungen der vergangenen Jahre. Das Sortiment der Drogeriemarktkette ist nicht nur in der Menge gewachsen, sondern auch in der Breite, insbesondere im Bereich der kleinteiligen Produkte. Das bestehende Verteilzentrum wird daher durch einen Neubau ergänzt, der technologisch neue Maßstäbe setzen soll.

Das geplante Kleinteileverteilzentrum wird dabei nicht als einfaches Lager fungieren, sondern als hochtechnologische Anlage konzipiert. Ziel ist es, die Prozesse bei der Kommissionierung von Artikeln wie Lippenstiften, Mascara oder anderen kleinen Kosmetikprodukten effizienter zu gestalten. Diese Warengruppen stellen aufgrund ihrer geringen Größe und der hohen Variantenvielfalt besondere Ansprüche an die Intralogistik. Durch die Erweiterung im dm Logistikzentrum Wustermark schafft das Unternehmen die notwendigen Voraussetzungen, um auch bei steigenden Absatzzahlen eine zuverlässige Belieferung der Filialen sicherzustellen. Die Investitionssumme von über 200 Millionen Euro fließt dabei zu einem großen Teil in moderne Technik und die Optimierung der Prozesslandschaft.

Entlastung für den Standort Weilerswist

Ein wesentlicher strategischer Hintergrund für die Investition in Brandenburg ist die Situation am Logistikstandort Weilerswist bei Bonn. Dieser Standort war bislang zentral für die Abwicklung von Kleinteilen und dekorativer Kosmetik zuständig. Wie Wulf Kristian Bauer, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Logistik, erläutert, reichen die Kapazitäten in Weilerswist perspektivisch jedoch nicht mehr aus, um das wachsende Volumen dauerhaft zu bewältigen.

Die Erweiterung des dm Logistikzentrum Wustermark dient somit der Schaffung einer zweiten, leistungsstarken Säule im Logistiknetzwerk von dm. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende für den Standort im Rheinland. Weilerswist bleibt als wichtiger Faktor für die Versorgung der Märkte bestehen, wird aber durch die neuen Kapazitäten im Osten Deutschlands signifikant entlastet. Diese Dezentralisierung der Logistik stärkt die Resilienz der Lieferkette und verkürzt Transportwege zu den Märkten im nord- und ostdeutschen Raum. Durch die Verteilung der Lasten auf mehrere Schultern kann das Unternehmen flexibler auf Nachfragespitzen reagieren und das Risiko von Engpässen minimieren.

Automatisierung und Partnerschaften beim Bau

Für die Realisierung des komplexen Bauvorhabens setzt dm auf ein Konsortium aus spezialisierten Partnerunternehmen. Die technische Kernkomponente, das Intralogistik-Konzept, wird von TGW Logistics aus Österreich geliefert und implementiert. Das Unternehmen ist auf hochautomatisierte Lagerlösungen spezialisiert und wird eine roboterbasierte Systemlösung installieren. Martin Waldenberger, Chief Sales Officer bei TGW Logistics, beschreibt das Projekt als eine einzigartige Lösung für das Drogeriemarktsegment, die neue Maßstäbe setzen wird.

Der Fokus liegt auf einem hohen Automatisierungsgrad. Robotergestützte Systeme sollen dabei helfen, die Warenströme innerhalb des Lagers zu beschleunigen und die Fehlerquote zu minimieren. Neben der Technik sind weitere Partner in das Projekt involviert. Die FC-Gruppe übernimmt das Projektcontrolling und die Bauherrenbegleitung, während die Logistikberatung nuno für das Projektmanagement verantwortlich zeichnet. Die Generalplanung des Baus liegt in den Händen von Phase 5 International. Diese enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten unterstreicht die Komplexität, die mit der Erweiterung im dm Logistikzentrum Wustermark verbunden ist. Es handelt sich um ein Bauprojekt, das nicht nur Hülle und Regalierung umfasst, sondern eine tiefe Integration von IT, Robotik und Bautechnik erfordert.

Strategische Bedeutung für die Region Brandenburg

Der Ausbau ist nicht nur eine logistische Notwendigkeit, sondern auch ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Wustermark und der Region Brandenburg. Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, betont, dass die Investition das Vertrauen des Unternehmens in die Region unterstreicht. Das dm Logistikzentrum Wustermark hat sich seit seiner Errichtung als fester Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstruktur etabliert.

Mit der Erweiterung werden langfristig Arbeitsplätze gesichert und die Bedeutung des Standorts innerhalb des europäischen Logistiknetzwerks von dm aufgewertet. Infrastrukturell ist Wustermark durch die Nähe zu Berlin und die gute Anbindung an das Verkehrsnetz ideal gelegen, um als Hub für den nordostdeutschen Raum zu fungieren. Die Investition von 200 Millionen Euro ist ein Signal für langfristiges Wachstum und Stabilität. Bauprojekte dieser Größenordnung haben zudem oft positive Sekundäreffekte auf die lokale Wirtschaft, beispielsweise durch die Einbindung regionaler Dienstleister während der Bauphase oder die Schaffung von Infrastruktur, die auch anderen Ansiedlungen zugutekommen kann.

Zukunftsfähigkeit der Warenversorgung

Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr 2029 geplant, wobei der Spatenstich bereits Anfang 2026 erfolgen soll. Dieser zeitliche Vorlauf ist notwendig, um die komplexe Maschinentechnik zu installieren und in die bestehenden IT-Systeme zu integrieren. Sobald das neue Kleinteileverteilzentrum den Betrieb aufnimmt, wird es eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des wachsenden Sortiments spielen. Die Konsumentennachfrage nach einer immer breiteren Produktpalette, insbesondere im Kosmetikbereich, erfordert logistische Antworten, die über reine Lagerfläche hinausgehen.

Durch die Automatisierung und die Kapazitätserweiterung im dm Logistikzentrum Wustermark stellt sich das Unternehmen zukunftssicher auf. Die Kombination aus dem bestehenden Verteilzentrum und dem neuen Neubau ermöglicht eine effiziente Bündelung von Warenströmen. Dies ist entscheidend, um die tägliche Belieferung der dm-Märkte in der gewohnten Frequenz und Qualität aufrechtzuerhalten.

Faktenbox

Erweiterung dm Logistikzentrum Wustermark
StandortWustermark bei Berlin (Brandenburg)
Art der ErweiterungNeubau eines hochautomatisierten Kleinteileverteilzentrums
InvestitionssummeÜber 200 Millionen Euro
BaubeginnAnfang 2026
Geplante Inbetriebnahme2029
Fokus-SortimentKleinteile und dekorative Kosmetik
Technologie-PartnerTGW Logistics (Intralogistik), FC-Gruppe, nuno, Phase 5
ZielsetzungBewältigung des Sortimentswachstums, Entlastung des Standorts Weilerswist