Mollie im Check: Hintergrund, Kosten und Vorteile für Onlinehändler
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Mollie ist ein führender europäischer Zahlungsdienstleister (Payment Service Provider, PSP), der sich auf E-Commerce und stationäre Händler spezialisiert hat. Das 2004 gegründete Fintech-Unternehmen mit Sitz in Amsterdam erleichtert Online-Zahlungen, indem es die komplexe technische Abwicklung im Hintergrund übernimmt.
Über die Plattform können Händler eine Vielzahl von Zahlungsmethoden über nur einen Vertrag akzeptieren – von Kredit- und Debitkarten (Visa, Mastercard, Amex) über digitale Wallets (Apple Pay, Google Pay) bis hin zu lokalen europäischen Helden wie iDEAL (Niederlande) oder Bancontact (Belgien). Auch große Zahlungsarten wie PayPal und Klarna lassen sich über Mollie direkt integrieren.
Der niederländische Zahlungsanbieter agiert ähnlich wie Stripe als modernes Zahlungsgateway: Über eine entwicklerfreundliche API lassen sich Checkout-Formulare nahtlos in den eigenen Onlineshop einbauen. Damit entfallen für Händler Aufwand und Risiko, denn Mollie managt Bankanbindungen, Compliance (PCI-DSS, PSD2) und Betrugsprävention komplett im Hintergrund. Der Spezialist für Online-Payments positioniert sich dabei als die „europäische Alternative“ zu US-Anbietern: kostengünstig, transparent und mit starkem Fokus auf lokale Bedürfnisse. Zum Stand 2025 bedient das Unternehmen weit über 250.000 Kunden in Europa – vom Start-up bis zum Großkonzern.
Seit wann gibt es das Unternehmen?
Das Unternehmen wurde 2004 von Adriaan Mol gegründet. Seine Vision war es, die damals komplizierten Bankenprozesse für Online-Zahlungen radikal zu vereinfachen – eine Mission, die stark an die Anfänge von Wise erinnert. Nach einer Testphase in den Niederlanden expandierte das Unternehmen zügig in weitere EU-Märkte. Anfangs bot der Dienst vor allem einfache Bezahlmethoden (wie SMS-Payment und später iDEAL) an, baute das Angebot jedoch Schritt für Schritt zur umfassenden Finanzplattform aus.
Heute umfasst das Portfolio weit mehr als nur Zahlungsabwicklung: Hinzu kamen Funktionen wie wiederkehrende Zahlungen (Abo-Modelle), Rechnungsstellung und mit „Mollie Capital“ eine unkomplizierte Finanzierungslösung für Händler.
Im Jahr 2021 stieg Mollie endgültig in die Top-Liga auf: Mit einer 800-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde unter Führung von Blackstone Growth erreichte das Unternehmen eine Bewertung von rund 6,5 Milliarden US-Dollar und wurde zu einem der wertvollsten „Unicorns“ Europas. Strategisch setzte der Payment-Dienstleister auf lokales Wachstum mit Niederlassungen in Deutschland, UK und Frankreich. Auch in der Führungsebene holte man sich Expertise: Anfang 2023 übernahm Koen Köppen (ehemals CTO bei Klarna) die Geschäftsführung, um den technologischen Vorsprung weiter auszubauen.
Bis heute blieb das Fintech-Unternehmen seinem Markenkern treu: starke Produktinnovation ohne verwirrende Namensänderungen. Das zahlt sich aus: Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Mollie einen Umsatz von 214 Millionen Euro (+28 %) und einen Bruttogewinn von 115 Millionen Euro (+30 %). Wichtiger noch: Erstmals konnte ein positives EBITDA ausgewiesen werden. Damit gehört Mollie heute zu den wenigen schnell wachsenden Zahlungsunternehmen in Europa, die nicht nur Umsatz bolzen, sondern profitabel arbeiten.
Wem gehört das Unternehmen?
Mollie ist ein privat geführtes Fintech-Unternehmen, bei dem Gründer Adriaan Mol bis heute eine zentrale strategische Rolle spielt. Es gibt keinen dominierenden Bankenkonzern im Hintergrund. Stattdessen halten die Gründer sowie diverse Risikokapitalgeber bedeutende Anteile. Zu den Investoren zählen namhafte Größen wie Blackstone Growth, EQT Growth und General Atlantic, die die großen Finanzierungsrunden anführten. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern wurde Mollie bislang nicht von einem US-Riesen geschluckt, sondern agiert weiterhin eigenständig und europäisch.
Rechtlich ist der europäische Zahlungsservice als E-Geld-Institut lizenziert. Die Mollie B.V. mit Sitz in Amsterdam ist bei der niederländischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank) registriert und erfüllt damit alle EU-weiten PSD2-Anforderungen. Für den britischen Markt betreibt das Unternehmen die Tochtergesellschaft Mollie UK Ltd, die von der Financial Conduct Authority (FCA) reguliert wird.
Die strenge Lizenzierung unterstreicht die Rechtssicherheit: Das Fintech-Unternehmen fungiert als unabhängiger Treuhänder. Der Zahlungsfluss erfolgt dabei oft über eine separate Stiftung (in den Niederlanden „Stichting“ genannt), was das sogenannte „Safeguarding“ garantiert. Das bedeutet: Die Gelder der Händler sind vom Firmenvermögen von Mollie getrennt. Selbst im unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz des Anbieters wären die Händler-Umsätze sicher.
Gebühren und Kosten
Mollie berechnet keine pauschalen Kontoführungsgebühren oder Mindestumsätze – das Modell ist rein nutzungsabhängig (Pay-as-you-go). Für Händler entstehen nur Kosten, wenn Transaktionen ausgeführt werden. Bei der Kontoeröffnung und beim Basispaket fallen keine Gebühren an. Sobald ein Kunde eine Zahlung abschließt, zieht der Anbieter automatisch die prozentuale Gebühr plus eine feste Gebühr pro Transaktion ein. Diese Struktur ist transparent: Händler wissen immer vorab, wie viel sie pro Zahlung zahlen.
Konkret gelten (Stand 2025) folgende Standardgebühren für Kartenzahlungen in Europa: Kredit- oder Debitkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum werden mit etwa 1,8 % + 0,25 € je Zahlung berechnet. Für geschäftliche (Firmen-)Karten im EWR gilt ein Satz von 2,9 % + 0,25 €. Karten außerhalb des EWR, etwa US- oder asiatische Karten, kosten in der Regel 3,25 % + 0,25 € pro Transaktion. American-Express-Karten weltweit liegen bei 2,90 % + 0,25 €. Ein Beispiel: Bei einem 100-Euro-Kauf mit einer europäischen Karte würden also ca. 1,80 € + 0,25 € = 2,05 € an Gebühren anfallen, während eine US-Karte für dasselbe Szenario etwa 3,25 € + 0,25 € = 3,50 € kosten würde.
Weitere Gebühren fallen nur für spezielle Zahlungsmethoden oder Zusatzdienste an. Für iDEAL (Niederlande) berechnet Mollie pauschal etwa 0,29 € pro Zahlung; Bancontact (Belgien) kostet oft pauschal nur ca. 0,39 € (statt prozentualer Gebühren); eine erfolgreiche SEPA-Lastschrift wird mit 0,35 € berechnet. der Payment-Dienstleister bietet zudem Optionen wie SEPA-Überweisung, Apple/Google Pay oder Zahlungslinks an, wobei dort vergleichbare, klar ausgewiesene Gebühren gelten.
Bei Mollie sind keine zusätzlichen „Cross-Border-Fees“ versteckt. Wenn eine Zahlung in einer Fremdwährung erfolgt, wird zum Echtzeit-Devisenmittelkurs konvertiert, ggf. mit einem Aufschlag (üblich 2 %), aber keine pauschale Zusatzgebühr. Bei Zahlungen aus dem Ausland (z.B. USA) verrechnet das Unternehmen also nur den etwas höheren Prozentsatz für Nicht-EU-Karten – es kommen keine weiteren versteckten Kosten hinzu.
Die Preisstruktur lässt sich mit der Formel „nur zahlen, was man nutzt“ zusammenfassen. Es gibt keine Mindestgebühr oder Grundgebühr: Fällt kein Umsatz an, kostet der Service nichts. Dadurch sind die Kosten für Onlinehändler besonders planbar und niedrig. Traditionelle Anbieter oder Banken verlangen oft feste monatliche Entgelte oder höhere Prozentsätze. Mollie hingegen verzichtet auf versteckte Kosten – etwa keine Fixgebühr für Zusatzdienste oder monatliche Pakete. Nur die genannten prozentualen und festen Transaktionsentgelte kommen zur Anwendung.
Gebühren und Kosten im Überblick
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Kontoführung / Monatspauschale | 0 € (keine Gebühren für Konto, Aktivierung oder Abo) |
| Kartenzahlung (EU-Verbraucherkarten) | ca. 1,8 % + 0,25 € pro Transaktion |
| Kartenzahlung (Firmenkarte im EWR) | ca. 2,9 % + 0,25 € |
| Kartenzahlung (Nicht-EWR / internationale Karten) | ca. 3,25 % + 0,25 € |
| American Express | 2,90 % + 0,25 € weltweit |
| iDEAL (NL) | 0,29 € pauschal |
| Bancontact (BE) | 0,39 € pauschal |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 € pro erfolgreicher Abbuchung |
| Währungsumrechnung | Echtzeitkurs, Aufschlag ca. 2 % |
| Auszahlungen | Kostenlos (SEPA-Standardtransfer, 2–3 Werktage) |
| Chargeback-Rückbuchung | ca. 15 € pro Fall (Erstattung bei erfolgreichem Widerspruch) |
Jedes größere Geschäft kann individuelle Konditionen erhalten: Ab hohen Umsatzvolumina (z.B. ab 100.000 €/Monat) bietet Mollie Rabatte oder gesonderte Interchange++-Modelle an, um die Kosten weiter zu senken.
Kostenvergleich für Onlinehändler
Wie schneidet Mollie gegenüber Alternativen ab? Generell ist der Anbieter besonders bei höheren Warenkörben und Auslandszahlungen günstiger als PayPal und viele traditionelle Banklösungen. Ein Vergleich (vereinfacht):
| Kostenkomponente | Traditionelles Bankmodell | PayPal | Mollie |
|---|---|---|---|
| Wechselkurs / Spread | 1–2 % Spread auf den Mittelkurs | 3–4 % Aufschlag auf den Wechselkurs | Fairer Marktpreis, ca. 2 % Aufschlag (FX-Fee) |
| Transaktionsgebühr Inland | Kreditkarten: 1,5–3 % + fixe Gebühr | 2,49 % + 0,35 € | 1,80 % + 0,25 € (EU-Karte) |
| Transaktionsgebühr Ausland | SWIFT: 10–20 € | +1,29 % bis +2,99 % Länderzuschlag | 3,25 % + 0,25 € (Nicht-EWR / US-Karte) |
| Gesamtkosten Beispiel Inland (100 €) | ca. 1,5–3 % → 1,50–3,00 € | ca. 2,84 € | ca. 2,05 € |
| Gesamtkosten Beispiel USA (100 USD) | 10–20 € + 1–2 % Spread | ca. 7,00 € – 8,00 € (inkl. FX-Spread) | ca. 5,50 € (3,50 € Gebühr + ca. 2 € FX-Kosten) |
| Typische Zusatzkosten | Bankabhängig, Zwischenbankentgelte bei SWIFT | Wechselkursaufschlag & Cross-Border-Fee | Keine versteckten Gebühren |
| Fixkosten / Grundgebühren | Variiert je Bank, teilweise Kontogebühren | Keine Grundgebühr, aber hohe variable Gebühren | Keine Grundgebühr, keine Aktivierungsgebühr |
| Geeignet für | Händler mit seltenem Auslandsgeschäft | Händler, die schnellen Checkout benötigen | Onlinehändler mit Fokus auf EU & Wachstum |
- Inland (Deutschland/EU): Bei einer 100-€-Zahlung aus Deutschland über Mollie fallen ca. 2,05 € an Gebühren an. PayPal verlangt für dieselbe Transaktion im Standardtarif etwa 2,84 €.
Ersparnis pro Transaktion: ca. 0,79 €.
- Ausland (USA/International): Bei einem 100-$-Kauf (Zahlung per US-Kreditkarte) kostet die Transaktion bei Mollie etwa 3,50 € (zzgl. Währungsumrechnung). Bei PayPal fallen durch höhere Grundgebühren und Cross-Border-Zuschläge oft über 5,50 € an (zzgl. oft schlechterem Wechselkurs).
Ersparnis pro Transaktion: ca. 2,00 € und mehr.
- Hohe Warenkörbe: Eine 500-€-Transaktion (Inland) schlägt bei Mollie mit ~9,25 € zu Buche, bei PayPal hingegen mit etwa 12,80 €.
Ersparnis pro Transaktion: ca. 3,55 €.
- Mikrozahlungen: Nur bei sehr kleinen Beträgen (< 5 €) kann PayPal mit einem speziellen Mikrozahlungstarif (oft ca. 4,99 % + 0,09 €) zeitweise günstiger sein, da bei Mollie die fixe Komponente (0,25 €) hier stärker ins Gewicht fällt. Doch der „Kipppunkt“ ist schnell erreicht: Bereits ab etwa 10 € Warenkorbwert ist Mollie meist günstiger als jeder PayPal-Tarif.
In Summe sparen Händler oft mehrere Euro pro Verkauf. Ein typischer Onlinehändler mit 5.000 € Monatsumsatz (inkl. Auslandsanteil) zahlt bei Mollie schnell 50–100 € weniger Gebühren als bei PayPal. Hochgerechnet sind das bis zu 1.200 € Ersparnis pro Jahr. Da Mollie keine Grundgebühr erhebt, ist dieses Sparpotenzial risikofrei: Wird nichts verkauft, kostet der Service auch nichts.
Mollie als PayPal-Alternative für Onlinehändler
Mollie tritt vielfach als Alternative zu PayPal auf, insbesondere für Geschäftsinhaber, die eine stabilere und planbarere Zahlungsabwicklung wünschen. PayPal ist bekannt für seinen starken Käuferschutz, der Kundenzahlungen im Zweifel oft zugunsten des Käufers zurückbucht. Für Händler kann das bedeuten, dass sicher geglaubte Einkünfte trotz erbrachter Leistung storniert oder eingefroren werden.
Mollie verfolgt einen anderen Ansatz: Transaktionen werden analog zu herkömmlichen Kartenzahlungen final abgewickelt. Sobald eine Zahlung über die Plattform autorisiert ist, gilt sie als abgeschlossen. Es gibt keine interne „Mollie-Käuferschutz-Instanz“, die eigenmächtig Geld zurückhält oder auf Verdacht einfriert. Händler erhalten im Normalfall ihr Geld rechtssicher gutgeschrieben. Zwar sind Rückbuchungen (Chargebacks) prinzipiell möglich (über die beteiligten Banken oder Kreditkartennetzwerke), doch sie erfolgen nach standardisierten, strengen Bankprozessen und sind deutlich seltener als die automatisierten PayPal-Stornos.
Für Onlinehändler bedeutet das: Weniger plötzliche Liquiditätsprobleme. Mollie sperrt das Händlerkonto in der Regel nur bei klaren Betrugsfällen oder massiven Problemen – nicht aufgrund einzelner Käuferbeschwerden. Dadurch eignet sich der Dienst besonders für Verkaufsmodelle, bei denen es häufiger zu Diskussionen kommen kann (z. B. digitale Produkte, B2B-Geschäfte oder Dropshipping), da der Händler hier nicht der Willkür eines Käuferschutzes ausgeliefert ist.
Gleichzeitig bietet der Payment-Dienstleister neben dem Kostenfaktor auch hohe Funktionalität: Fast alle gängigen Shopsysteme (z. B. Shopify, WooCommerce, Shopware, Magento, Wix) können Mollie direkt über kostenlose Plugins anbinden. Die Zahlungsmethoden (Kartenlogos, Apple Pay, PayPal-Button) erscheinen für den Kunden nahtlos im Checkout. Der Clou dabei: Verbrauchern ist „Mollie“ als Marke oft gar nicht bewusst. Sie brauchen kein Mollie-Konto, sondern wählen einfach „mit Kreditkarte bezahlen“ oder ihre Banking-App. Mollie agiert als unsichtbarer technischer Abwickler im Hintergrund.
Viele Händler fahren eine Hybrid-Strategie: Sie bieten PayPal für Kunden an, die den Käuferschutz wünschen, nutzen aber Mollie für alle anderen Methoden (Kreditkarte, Lastschrift, Sofort), um dort Gebühren zu sparen und Risiken zu minimieren. Mollie liefert dabei die professionelle, günstige Infrastruktur, während PayPal als Marketing-Tool für Vertrauen sorgt.
Wie geht es mit Mollie weiter?
Das Fintech-Unternehmen hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und strebt eine noch breitere Präsenz in Europa an. Das Unternehmen investiert stark in Produktinnovationen: So wurden beispielsweise 2023/24 Tap-to-Pay (mobilfunkgestützte Kartenzahlung) und Mollie Invoicing (Rechnungszahlungen) eingeführt Zugleich bringt der Anbieter neue Zahlungsmethoden on- und offline: 2023 startete das Mollie Terminal, ein eigenständiges Kartenzahlungsgerät für den Point-of-Sale. In Kombination mit der bereits verfügbaren QR-Code- und In-App-Abwicklung können Händler so alle Verkäufe über ein zentrales Mollie-Konto steuern. Auch der Bereich Finanzdienstleistungen wächst: Mollie Capital (Betriebsmittelkredite) und Mollie Connect (Plattform-APIs) wurden erweitert, um die Marktplatz- und Abo-Ökonomie zu unterstützen.
International expandiert Mollie laufend: 2024 erfolgte der Start in Italien, 2025 kamen weitere Märkte wie Schweden, Polen und Portugal hinzu. Das Ziel ist klar: Eine flächendeckende Mollie-Präsenz in ganz Europa bis etwa 2026. Dabei setzt der Payment-Dienstleister auf die eigenen Lizenzen (DNB/E-Money und FCA) und Partnerschaften (Bankpartner für Auslands-Zahlungsverkehr), um grenzüberschreitende Abwicklungen möglichst reibungslos zu gestalten.
Finanziell blickt Mollie positiv in die Zukunft: 2024 erwirtschaftete man erstmals einen operativen Überschuss und das Geschäftsmodell ist nachhaltig profitabel geworden. Bisher haben die Gründer auf einen Börsengang verzichtet, doch ein IPO bleibt eine Option für die kommenden Jahre. Experten gehen davon aus, dass der niederländische Zahlungsanbieter seine Wachstumsstrategie lieber schultern möchte, statt frühzeitig Fremdkapital zu suchen. Für Onlinehändler bedeutet dies: Mollie ist ein stabiler Partner, der weiter in Innovation investiert. Zukünftig dürften weitere Features hinzukommen (z.B. Ausweitung des POS-Equipments, offene Banking-Services, Kooperationen mit Marktplätzen). Da das Unternehmen eng mit Technologiepartnern arbeitet (z.B. ist Mollie bereits in Shop-Systeme und Apps integriert), wird seine Verfügbarkeit in E-Commerce-Umgebungen weiter steigen.
Insgesamt ist zu erwarten, dass Mollie – ähnlich wie Stripe – seine Position als europäische Infrastruktur für Zahlungen weiter ausbaut. Durch die Kombination aus niedrigen Gebühren, breitem Funktionsangebot und Wachstumsausrichtung bleibt der Payment-Dienstleister für Onlinehändler eine attraktive Option. Wer international verkauft oder nach alternativen Zahlungsanbietern sucht, wird Mollie wegen der Kostenvorteile und der einfachen Integration schätzen.
Faktenbox
| Mollie B.V. | |
|---|---|
| Unternehmen | Mollie B.V. – niederländischer PSP für Online-Zahlungen und POS |
| Gründung | 2004 in Amsterdam; Gründer: Adriaan Mol |
| Hauptsitz | Amsterdam (NL); Niederlassungen u.a. in London, Paris, Berlin, Lissabon |
| Mitarbeiter | ca. 850 (Stand 2025) |
| Kernangebot | API-basierte Zahlungsabwicklung (Karten, Apple/Google Pay, SEPA, iDEAL, Bancontact, Klarna etc.) |
| Besonderheiten | Entwicklerfreundliche Integration; kein Käuferschutz; keine Wallet notwendig; starke EU-Lokalisierung |
| Kostenmodell | Keine Grundgebühr; Pay-as-you-go, ausschließlich transaktionsbasierte Gebühren |
| Standardgebühren | 1,8–3,25 % + 0,25 € (Kreditkarten); SEPA-Lastschrift: 0,35 € |
| Vorteile vs. PayPal | Niedrigere Gebühren, vorteilhaft bei hohen Beträgen & Ausland; kein Käuferschutzrisiko |
| Regulierung | E-Geld-Institut (DNB NL); Mollie UK Ltd reguliert durch FCA |
| Eigentümer | Privat; Anteile u.a. bei Gründer, EQT, General Atlantic, Blackstone |
| Bewertung | Ca. 6,5 Mrd. US-Dollar (Serie C, 2021) |
| Umsatz (2024) | 214 Mio. € (+28 % YoY); Bruttogewinn: 115 Mio. € |
| Kundenbasis | >250.000 Händler weltweit (2024) |
| Wettbewerber | PayPal, Adyen, Stripe, Square, klassische Acquirer |
| Ausblick | Expansion in Europa, Ausbau POS & Open Banking, potenzieller Börsengang |