Fakeshops werben auf Google und Meta: Verbraucherzentrale schlägt Alarm
Immer mehr betrügerische Online-Shops setzen auf gezielte Werbung, um ahnungslose Käufer zu erreichen. Aktuelle Untersuchungen zeigen: Fakeshops werben auf Google und Meta, um ihre Reichweite massiv zu steigern. Laut einer Forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ist in den vergangenen zwei Jahren fast jeder achte Online-Shopper in Deutschland auf einen Fakeshop hereingefallen. Die Verbraucherschützer fordern nun schärfere Regeln und eine konsequentere Überwachung der großen Plattformen.
Hälfte aller untersuchten Fakeshops warb auf Google oder Meta
Inhaltsverzeichnis
Der vzbv hat 653 Fakeshops analysiert [PDF], zu denen die Verbraucherzentrale 2025 eine Warnung veröffentlicht hatte. Das Ergebnis ist alarmierend: Für rund 50 Prozent dieser Seiten wurden Werbeanzeigen auf Google- oder Meta-Plattformen geschaltet. Damit hatten die Betreiber die Möglichkeit, Millionen Nutzer gezielt anzusprechen.
Allein die fünf reichweitenstärksten Fakeshops erzielten nach Angaben der Verbraucherschützer über 134 Millionen Anzeigenimpressionen auf Google-Plattformen. Diese enorme Sichtbarkeit zeigt, wie effektiv betrügerische Anbieter Werbesysteme nutzen, um Vertrauen zu erwecken und seriös zu wirken.
Wie Fakeshops über Werbung Vertrauen erschleichen
Dass Fakeshops auf Google werben, ist Teil einer gezielten Täuschungsstrategie. Durch bezahlte Anzeigen erscheinen die gefälschten Shops oft oberhalb seriöser Händler in den Suchergebnissen. Viele Verbraucher gehen daher davon aus, dass die Angebote geprüft und sicher sind.
In der Praxis nutzen die Betreiber modernste Tricks: Sie kopieren Markenlogos, imitieren bekannte Webdesigns und arbeiten zunehmend mit KI-gestützten Texten und Bildern. Der Klick auf eine Anzeige führt dann in einen professionell gestalteten, aber betrügerischen Shop, in dem Produkte bezahlt, aber nie geliefert werden.
Rechtliche Verantwortung der Plattformen
Der Digital Services Act (DSA) verpflichtet große Plattformen wie Google und Meta, Risiken zu erkennen und zu mindern, die durch ihr Geschäftsmodell entstehen. Für den vzbv ist klar: Wer mit Werbung Geld verdient, trägt auch Verantwortung für deren Inhalte.
Ramona Pop, Vorständin beim Verbraucherzentrale Bundesverband, betont: „Es ist inakzeptabel, wenn Fakeshops über Werbung bei Google, Facebook oder Instagram auf sich aufmerksam machen können. Die großen Plattformen müssen stärker gegen betrügerische Werbung vorgehen.“
Wachsende Zahl an Beschwerden über Fakeshops
Die Zahl der gemeldeten Betrugsfälle steigt deutlich. Im Jahr 2024 verzeichneten die Verbraucherzentralen über 10.000 Beschwerden über Fakeshops, ein Anstieg um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die ersten drei Quartale 2025 wurden bereits mehr als 8.000 neue Fälle registriert.
Auch das subjektive Risikoempfinden wächst: 70 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen zwei Jahren auf mindestens einen Online-Shop gestoßen zu sein, der unseriös wirkte. Mehr als die Hälfte erlebte solche Fälle sogar mehrfach.
Schutz der Verbraucher und politische Forderungen
Unter dem Motto „Shopping 4.0 – Wer zahlt den Preis?“ wird das Thema auf dem Deutschen Verbrauchertag 2025 intensiv diskutiert. Wissenschaft, Politik und Verbraucherschützer fordern, dass Bundesregierung und EU-Kommission die Rechte von Online-Käufern stärken.
Ziel ist es, betrügerische Werbung frühzeitig zu stoppen und Verbraucher besser aufzuklären. Neben strengeren Vorgaben für Werbenetzwerke sollen vor allem Transparenzpflichten und Meldewege verbessert werden.
Wie Verbraucher sich schützen können
Fakeshops werben auf Google und Meta, aber Verbraucher können sich mit einfachen Maßnahmen schützen:
- Shopadresse über den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale prüfen.
- Auf sichere Zahlungsmethoden wie Rechnung oder Käuferschutz-Dienste achten.
- Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten.
- Impressum, Rücksendeadresse und Bewertungen prüfen.
So lassen sich viele Betrugsversuche frühzeitig erkennen.
Fakeshops werben auf Google und Meta und es ist kein Randphänomen mehr, sondern eine ernsthafte Gefahr für Verbraucher. Der vzbv fordert von den großen Plattformen konsequente Prüfmechanismen, um betrügerische Werbung zu verhindern. Nur durch stärkere Regulierung, mehr Transparenz und bessere Aufklärung kann das Vertrauen in den digitalen Handel langfristig gesichert werden.
Faktenbox
Fakeshops werben auf Google und Meta | |
|---|---|
| Untersuchte Fakeshops (vzbv-Analyse 2025) | 653 Webseiten |
| Anteil der Fakeshops mit Werbung auf Google oder Meta | 50 Prozent |
| Gesamtimpressionen der fünf größten Fakeshops | 134 Millionen + |
| Beschwerden über Fakeshops 2024 | 10.000 ( + 47 % vs. 2023 ) |
| Betroffene Online-Shopper in den letzten zwei Jahren | 12 Prozent |
| Erhobene Stichprobe (Forsa – Verbraucherreport 2025) | 1.503 Teilnehmende |
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