Einzelhandel im Oktober 2025: Stimmung bleibt verhalten
Die Lage im Einzelhandel Oktober 2025 bleibt angespannt. Zwar zeigt der ifo Geschäftsklimaindex eine minimale Verbesserung, doch die Branche blickt weiterhin pessimistisch in die Zukunft. Auch das HDE-Konsumbarometer signalisiert sinkende Verbraucherstimmung, während die Umsätze laut Destatis nur leicht zulegen. Die Inflationsrate von 2,3 Prozent sorgt zudem für eine gedämpfte Kaufkraft – keine guten Aussichten für das Weihnachtsgeschäft.
ifo Geschäftsklima – Händler bleiben vorsichtig
Inhaltsverzeichnis
Nach Angaben des ifo Instituts stieg das Geschäftsklima im Einzelhandel Oktober 2025 leicht auf -23,2 Punkte (nach -23,8 im September). Die aktuelle Lage wird von den Unternehmen etwas besser eingeschätzt, doch die Erwartungen bleiben trüb. „Das Geschäftsklima bei den Einzelhändlern bewegt sich auf niedrigem Niveau seitwärts“, so ifo-Experte Patrick Höppner.
Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede zwischen den Handelssegmenten: Während Möbelhäuser und Baumärkte eine leichte Verbesserung meldeten, verschlechterte sich die Stimmung im Bekleidungseinzelhandel. Mehr als die Hälfte der Händler berichtete von zurückhaltenden Kunden. Im stationären Handel war die Kundenfrequenz bei 45,3 Prozent niedriger als üblich, während im Onlinegeschäft nur 23,7 Prozent weniger Besucher verzeichnet wurden.
Der Preisdruck bleibt bestehen: Der Indikator für Preiserwartungen stieg im Oktober auf 25,9 Punkte. Besonders Möbel- und Lebensmitteleinzelhändler planen Preissteigerungen. Als Belastungsfaktoren nennen die Händler den Fachkräftemangel (25,4 Prozent) und Finanzierungsschwierigkeiten (6,8 Prozent).
HDE-Konsumbarometer – Verbraucherstimmung kippt wieder
Das Handelsforschungsinstitut HDE berichtet, dass sich die Verbraucherstimmung im November erneut verschlechtert hat. Die Verbesserung aus dem Vormonat war nur kurzfristig. Damit setzt sich der negative Trend fort, der bereits im Sommer begann.
Die Anschaffungs- und Sparneigung ging leicht zurück, die Konsumneigung liegt unter dem Vorjahresniveau. Verbraucher rechnen mit sinkenden Einkommen und passen ihre Ausgaben an. Der weiterhin angespannte Arbeitsmarkt und das Ausbleiben staatlicher Entlastungen belasten die Stimmung zusätzlich.
Für den Einzelhandel Oktober 2025 bedeutet das: Trotz saisonaler Impulse bleibt die Kaufbereitschaft schwach – ein schwieriger Start in die umsatzstärkste Zeit des Jahres.
Einzelhandelsumsatz September steigt nominal um 0,1 Prozent
Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes stieg der Umsatz im Einzelhandel im Oktober 2025 (bzw. für den Berichtsmonat September) real um 0,2 Prozent und nominal um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Umsatz ebenfalls real um 0,2 Prozent höher.
Im August war der Umsatz noch um 0,5 Prozent gefallen. Damit zeigt sich eine leichte Stabilisierung. Besonders der Lebensmitteleinzelhandel erzielte ein Plus von 0,3 Prozent, während der Nicht-Lebensmittelhandel um 0,6 Prozent nachgab. Der Online- und Versandhandel legte real um 0,4 Prozent zu und liegt im Jahresvergleich um 3,7 Prozent höher.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass der stationäre Handel weiter unter Druck steht, während der Online-Sektor seine Marktanteile ausbaut.
Inflation bleibt moderat, aber Dienstleistungspreise steigen
Die Inflation lag im Einzelhandel im Oktober 2025 bei +2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber September stiegen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent. Die sogenannte Kerninflation, also ohne Energie und Nahrungsmittel, blieb mit 2,8 Prozent stabil.
Dienstleistungen verteuerten sich um 3,5 Prozent, während Waren insgesamt um 1,2 Prozent teurer wurden. Energiepreise gingen um 0,9 Prozent zurück, Nahrungsmittel verteuerten sich um moderate 1,3 Prozent.
Die Preisentwicklung entlastet die Haushalte leicht, doch steigende Dienstleistungskosten und stagnierende Einkommen mindern die reale Kaufkraft weiter.
Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft und 2026
Für den Einzelhandel Oktober 2025 ergibt sich ein gemischtes Bild: Leicht steigende Umsätze und eine stabile Inflation stehen einer schwachen Verbraucherstimmung und vorsichtigen Händlererwartungen gegenüber.
Das Weihnachtsgeschäft 2025 dürfte daher gedämpft verlaufen. Erst wenn finanzpolitische Impulse das Wachstum im kommenden Jahr anregen, könnte sich auch der private Konsum spürbar erholen. Viele Händler hoffen, dass sich 2026 ein positiveres Umfeld entwickelt.
Einzelhandel Oktober 2025 zwischen Stabilisierung und Stagnation
Der Einzelhandel Oktober 2025 zeigt ein fragiles Gleichgewicht: leichte Umsatzgewinne, stabile Preise, aber schwache Konsumlaune. Während der Online-Handel moderate Zuwächse erzielt, bleiben viele stationäre Geschäfte unter Druck.
Inflation und Unsicherheit dämpfen die Kauflust, und der Fachkräftemangel belastet die Branche weiter. Für eine nachhaltige Erholung braucht der Einzelhandel 2026 vor allem Vertrauen, Einkommenserholung und politische Impulse – erst dann könnte aus Stabilisierung wieder Wachstum werden.
Faktenbox
| Fakten zum Einzelhandel Oktober 2025 | |
|---|---|
| ifo Geschäftsklimaindex Einzelhandel | -23,2 Punkte (nach -23,8 im September) |
| Kundenfrequenz stationär unter Durchschnitt | 45,3 % der Händler |
| Online-Händler mit weniger Klicks | 23,7 % |
| Preiserwartungen | 25,9 Punkte |
| Fachkräftemangel | 25,4 % der Einzelhändler |
| Finanzierungsschwierigkeiten | 6,8 % |
| Einzelhandelsumsatz September 2025 | +0,2 % real zum Vormonat, +0,2 % real zum Vorjahr |
| Internet- und Versandhandel | +0,4 % real zum Vormonat, +3,7 % real zum Vorjahr |
| Inflationsrate Oktober 2025 | +2,3 % zum Vorjahr, +0,3 % zum Vormonat |
| Kerninflation | +2,8 % |
| HDE-Konsumbarometer November 2025 | Rückgang unter Septemberniveau, negativer Trend seit Sommer |
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