Amazon FBA Gebühren 2026: Änderungen in den USA ab 15.01.
Amazon hat angekündigt, dass ab 15. Januar 2026 Änderungen bei den Amazon FBA Gebühren 2026 in Kraft treten. Die Anpassungen betreffen Referral- und Fulfillment-Gebühren, ergänzt um neue Regelungen bei Bestandsführung und Lieferzusagen. Einige Produktkategorien werden entlastet, andere teurer – Händler sollten jetzt ihre Kostenstruktur genau prüfen.
Die angekündigten Änderungen zu den Amazon FBA Gebühren 2026 beziehen sich bisher ausschließlich auf den US-Markt. Sie wurden offiziell im US Seller Central veröffentlicht und gelten zunächst nicht automatisch für Deutschland oder Europa. Bisher hat Amazon keine entsprechenden Anpassungen für den europäischen oder deutschen Marktplatz angekündigt. In Europa gelten eigene Gebührenstrukturen und Zeitpläne, die oft zeitversetzt oder in abgewandelter Form übernommen werden.
Gesamtansatz und Motivation der Änderungen
Inhaltsverzeichnis
Mit den Anpassungen zur Amazon FBA Gebühren 2026 will das Unternehmen seine Gebührenstruktur stärker an die tatsächlichen Kosten koppeln, mehr Granularität einführen und gleichzeitig Anreize für effizientes Lager- und Versandmanagement schaffen. Amazon hebt hervor, dass die durchschnittliche Gebührserhöhung lediglich 0,08 USD pro Einheit beträgt – das sei weniger als 0,5 % des durchschnittlichen Verkaufspreises eines Artikels.
Die Neuerungen umfassen:
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- Anpassung der Fulfillment- und Referral-Gebühren
- Änderungen bei Inbound- und Platzierungsgebühren
- Überarbeitungen bei Lagerbestandskosten, Alterszuschlägen und Entsorgung
- Neue Regeln für Produkte mit niedrigem Lagerbestand und der Lieferverfügbarkeit
Wichtige Änderungen bei Fulfillment und Referral
Standardgröße & Preisbereiche
Für Produkte in Standardgröße mit einem Verkaufspreis zwischen 10 USD und 50 USD steigen die Fulfillment-Gebühren durchschnittlich um 0,25 USD (bei Small Standard) bzw. um 0,05 USD (bei Large Standard). Für Artikel unter 10 USD wird die Erhöhung bei Small Standard durchschnittlich 0,12 USD betragen, während bei Large Standard keine Änderung geplant ist. Gleichzeitig wird ein Rabatt für sehr günstige Artikel verstärkt: Artikel unter 10 USD erhalten künftig einen durchschnittlichen Gebührennachlass von 0,86 USD (bisher 0,77 USD).
Bulky- und Übergrößen
Für sogenannte Bulky-Produkte sollen die Gebühren in vielen Fällen sinken:
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- Kleine Bulky-Artikel: Rückgang um durchschnittlich 2,06 USD pro Einheit
- Große Bulky-Artikel: Rückgang um durchschnittlich 0,26 USD pro Einheit
Allerdings gelten neue Verpackungsgebühren für Bulky-Produkte, die nicht für das „Ships in Product Packaging“ (SIPP)-Programm zugelassen sind – hier beträgt die zusätzliche Gebühr durchschnittlich 2,07 USD pro Einheit.
Zusätzlich werden viele Extra-Large-Produktkategorien entlastet – dort sinken die Gebühren im Schnitt um 2,08 USD pro Einheit. Ausnahmen betreffen Artikel mit ungewöhnlichen Abmessungen (Overmax), die höhere Handlingkosten auslösen.
Inbound & Platzierungsgebühren
Die Gebühren für den Versand von Waren in Amazons Lager (Inbound Placement Service) steigen minimal: im Standardbereich durchschnittlich um 0,05 USD pro Einheit. Für große Standardartikel in Gewichtsklassen zwischen 3 und 20 Pfund (≈ 1,36–9,07 kg) sollen neue Gewichtsstufen eingeführt werden. Bei verspäteten, nicht gelieferten oder falsch zugestellten Sendungen wird künftig nur noch eine einzige Inbound-Defektgebühr pro Einheit erhoben – durchschnittlich 0,60 USD.
Neuerungen bei Lagerbestand, Alter und Entsorgung
Ein zentraler Teil der Amazon FBA Gebühren 2026 betrifft die Lager- und Bestandskosten:
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- Alterszuschläge: Für Artikel, die 12–15 Monate gelagert werden, wird der Mindestbetrag von bisher 0,15 USD auf 0,30 USD pro Einheit und Monat angehoben. Für Artikel über 15 Monate lagert, gelten künftig 0,35 USD (oder 7,90 USD pro Kubikfuß, je nachdem, welcher Wert höher ist).
- Entsorgung und Rücknahmen: Entsorgungs- und Entfernungskosten für Standardartikel unter 0,5 lb werden um 0,20 USD pro Einheit gesenkt.
- Lagerbestand mit niedrigem Vorrat (Low Inventory): Statt auf ASIN-Ebene wird künftig auf FNSKU-Ebene bewertet. Artikel mit weniger als 28 Tagen historischer Versorgung können künftig Gebühren auslösen. Diese Regelung gilt auch für Bulky-Produkte (außer Lebensmittel), während langsam drehende Artikel weiterhin ausgenommen sein können.
Auswirkungen auf Lieferversprechen und Verfügbarkeit
Amazon betont, dass bei Artikeln mit geringer Lagerbestandsdichte und niedriger Verkaufsdynamik künftig ein langsameres Lieferversprechen (Delivery Promise) angezeigt werden kann. Das soll sicherstellen, dass das System genug Puffer hat, um Lieferzeiten einzuhalten, insbesondere wenn Produkte regional schlecht verfügbar sind.
Wichtig: Amazon versichert, dass keine Bestellungen storniert werden – lediglich das angezeigte Lieferfenster kann größer ausfallen. Amazon rät deshalb, ausreichenden Bestand in mehreren Logistikregionen zu halten.
Chancen, Risiken und Ausblick
Chancen:
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- Durch die differenziertere Gebührenstruktur können Händler, die auf effizientem Verpackungsdesign, optimierte Lagerlogistik und hohe Umschlagshäufigkeit achten, profitieren.
- Produkte mit hoher Verkaufsrate und guter Vorratspflege bleiben wettbewerbsfähig.
- Der verstärkte Fokus auf Bestandsmanagement und schnelle Reaktion auf Nachschubbedarf könnte langfristig zu einer effizienteren Logistik führen.
Risiken:
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- Händler mit niedrigen Margen oder langsamen Verkaufsartikeln spüren die Belastung durch erhöhte Alterszuschläge oder Low Inventory Fees besonders stark.
- Die Gefahr, dass Produkte in schlecht frequentierten Regionen ein langsameres Lieferversprechen erhalten, kann Conversion und Kaufbereitschaft beeinträchtigen.
- Fehlerhafte oder verspätete Lieferungen (Inbound Defects) werden stärker sanktioniert.
Für viele Verkäufer wird das Jahr 2026 eine Phase erhöhter Sensibilität bei der Kostenstruktur sein. Die Amazon FBA Gebühren 2026 zwingen dazu, Bestandsplanung, Preiskalkulation und Logistikprozesse noch stringenter zu gestalten. Händler, die frühzeitig adaptieren, können Wettbewerbsvorteile realisieren – andere riskieren Margenerosion.
Auswirkungen auf Deutschland und Europa
Die angekündigten Amazon FBA Gebühren 2026 gelten vorerst ausschließlich für den US-Markt (Amazon.com). Für den europäischen Raum, einschließlich Amazon.de, wurden bislang keine entsprechenden Gebührenerhöhungen oder strukturellen Anpassungen bekanntgegeben. Dennoch ist Vorsicht geboten: In der Vergangenheit hat Amazon zentrale Gebühren- und Logistikkonzepte mit zeitlicher Verzögerung von den USA auf Europa übertragen.
Besonders Regelungen zu Lageralter, Verpackungsanforderungen und Bestandsreichweiten könnten zu einem späteren Zeitpunkt auch im EU-Markt eingeführt werden. Händler in Deutschland sollten daher die US-Entwicklungen aufmerksam verfolgen, um frühzeitig auf mögliche Anpassungen reagieren zu können. Aktuell befindet sich Europa jedoch in einer Beobachtungsphase – ohne bestätigte Umsetzung oder Termine für vergleichbare Maßnahmen.
Faktenbox
| Kernfakten zu Amazon FBA Gebühren 2026 (USA) | |
|---|---|
| Geltungsbereich | Nur Amazon.com (USA), keine EU-Ankündigung |
| Inkrafttreten | 15. Januar 2026 |
| Ø Gebührenerhöhung | +0,08 US-$ pro Einheit (<0,5 % vom Verkaufspreis) |
| Standardgrößen (10–50 US-$) | Small +0,25 US-$ / Large +0,05 US-$ |
| Kleinpreisartikel (<10 US-$) | Small +0,12 US-$ / Rabatt 0,86 US-$ |
| Bulky & XL-Produkte | Gebührensenkung bis -2,06 US-$ (Small Bulky) / -2,08 US-$ (XL) |
| Low-Inventory-Regel | Berechnung auf FNSKU-Ebene, Schwelle <28 Tage Vorrat |
| Lieferzusagen | Langsamere Zustellung bei niedrigem Bestand & geringer Sales Velocity |
| Relevanz für Deutschland | Noch keine Umsetzung, mögliche spätere EU-Anpassung |