Inflationsrate steigt seit August 2025 wieder spürbar an
Die Inflationsrate steigt in Deutschland nach mehreren Monaten stabiler Werte spürbar an. Laut vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) legten die Verbraucherpreise im September 2025 um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Im August hatte die Inflationsrate bei 2,2 Prozent gelegen, im Juni und Juli bei jeweils 2,0 Prozent. Damit setzt sich der seit Jahresbeginn beobachtete Trend niedriger oder stagnierender Teuerung nicht fort – die Inflationsrate steigt nun erneut.
Gegenüber dem Vormonat August verteuerten sich die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Die sogenannte Kerninflation – ohne Energie und Nahrungsmittel – kletterte leicht auf 2,8 Prozent (August: 2,7 Prozent).
Energiepreise verlieren ihre dämpfende Wirkung
Ein wesentlicher Grund, warum die Inflationsrate steigt, ist die nachlassende Entlastung durch Energiepreise. Energie war im September nur noch 0,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, nachdem im August noch –2,4 Prozent und im Juli –3,4 Prozent verzeichnet wurden. Damit schwächt sich der preisdämpfende Effekt weiter ab. Kraftstoffe und Haushaltsenergie verbilligten sich zwar, aber weniger stark als zuvor. Erdgas verteuerte sich bereits leicht, Strom und Fernwärme sanken nur noch moderat.
Nahrungsmittelpreise verlangsamen, bleiben aber Treiber
Die Nahrungsmittel verteuerten sich im September um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im August hatte der Anstieg noch bei 2,5 Prozent gelegen. Besonders stark gestiegen waren in den vergangenen Monaten Obst, Zucker und Süßwaren, Molkereiprodukte sowie Fleisch. Preisrückgänge gab es hingegen bei Speisefetten und -ölen sowie Gemüse. Zwar schwächt sich der Auftrieb leicht ab, dennoch tragen Nahrungsmittel weiter zum Gesamtanstieg bei, sodass die Inflationsrate steigt.
Kerninflation weiter hoch
Die Kerninflation – ohne Energie und Nahrungsmittel – stieg im September auf 2,8 Prozent (August: 2,7 Prozent). Das zeigt, dass der Preisauftrieb in anderen Güter- und Dienstleistungsbereichen unverändert stark bleibt. Auch die Inflationsrate ohne Energie lag unverändert bei 2,6 Prozent.
Dienstleistungen verteuern sich deutlich
Dienstleistungen blieben ein wichtiger Preistreiber. Sie verteuerten sich im September um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,1 Prozent im August. Besonders stark stiegen Preise für kombinierte Personenbeförderung und soziale Einrichtungen, aber auch Versicherungen und Gesundheitsdienstleistungen legten deutlich zu. Nettokaltmieten erhöhten sich um 2,0 Prozent.
Warenpreise bleiben moderat
Waren insgesamt verteuerten sich um 1,4 Prozent (August: +1,3 Prozent). Neben Nahrungsmitteln stiegen vor allem die Preise für alkoholfreie Getränke sowie für gebrauchte Pkw. Unterhaltungselektronik und Informationsverarbeitungsgeräte wurden hingegen günstiger.
Experten sehen mögliche Entlastung
ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann sieht trotz der aktuellen Entwicklung Faktoren, die künftig dämpfend wirken könnten. Dazu zählt die Aufwertung des Euro, die Importe günstiger macht, sowie die zurückhaltende Handelspolitik der EU, die zusätzliche Kosten vermieden habe. Die Importpreise liegen derzeit rund 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau und könnten den Preisdruck etwas abfedern.
Faktenbox
| Entwicklung der Inflationsrate 2025 | |
|---|---|
| Inflationsrate Juni 2025 | +2,0 % |
| Inflationsrate Juli 2025 | +2,0 % |
| Inflationsrate August 2025 | +2,2 % |
| Vorläufige Inflationsrate September 2025 | +2,4 % |
| Kerninflation August 2025 | +2,7 % |
| Energiepreise August 2025 | –2,4 % zum Vorjahresmonat |
| Nahrungsmittelpreise August 2025 | +2,5 % zum Vorjahresmonat |