Amazon zahlt Milliarden-Strafe: FTC-Klage beigelegt
Der Onlinehändler Amazon zahlt Milliarden-Strafe in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, um einen Rechtsstreit um seinen Prime-Abonnementdienst in den USA beizulegen. Vom Vergleich profitieren geschätzte 35 Millionen Prime-Kunden: Insgesamt sollen 1,5 Milliarden Dollar (ca. 1,28 Mrd. Euro) als Entschädigung an sie ausgezahlt werden. Hinzu kommt eine Strafzahlung von 1,0 Milliarden Dollar an die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC). Gleichzeitig verpflichtet die Einigung Amazon dazu, die Bedingungen für den Abschluss und die Kündigung von Prime-Abos künftig klarer zu kommunizieren.
Amazon zahlt Milliarden-Strafe – FTC-Vorwürfe und Vergleich
Inhaltsverzeichnis
In der Anklage warf die FTC Amazon irreführende Abo-Praktiken vor: Mit einem manipulativen Website-Design habe der Konzern Nutzer in Prime-Abonnements gelockt und den Kündigungsvorgang unnötig erschwert. Im Kern ging es um sogenannte „Dark Patterns“ im Bestellprozess: Kunden wurden mit einer kostenlosen Testphase und Gratislieferungen geworben, ohne deutlich darauf hingewiesen zu werden, dass ohne Kündigung automatisch ein kostenpflichtiges Vollabo (14,99 Dollar pro Monat) startet. Zudem machte Amazon nach Ansicht der FTC den Wechsel in das bezahlte Abo künstlich kompliziert – etwa durch Verzögerungen im Kündigungsverfahren, die einen Abbruch praktisch verhinderten. Laut FTC hatte Amazon interne Unterlagen über die kritisierten „Abo-Fallen“, und wäre bei einem Schuldspruch mit noch höheren Zahlungen belastet worden.
Inhalte des Vergleichs
Der Vergleich wurde am 25. September 2025 bekannt gegeben. Darin verpflichtet sich Amazon, insgesamt 2,5 Milliarden Dollar zu zahlen – aufgeteilt in 1,0 Milliarden Dollar Strafzahlung und einen Entschädigungsfonds von 1,5 Milliarden Dollar. Dieser Fonds soll die rund 35 Millionen betroffenen Prime-Abonnenten in den USA entschädigen. Nach Angaben der FTC ist das 1,0-Milliarden-Dollar-Bußgeld die bislang höchste jemals in einem FTC-Fall wegen Regelverstößen verhängte Strafe, und die 1,5-Milliarden-Dollar-Rückerstattung entspricht der zweithöchsten jemals von der Behörde erwirkte Summe zugunsten der Verbraucher.
Zudem wird ein unabhängiger Prüfer dafür sorgen, dass die Entschädigungsgelder korrekt an die Kunden ausgezahlt werden. Amazon selbst betonte, der Konzern und seine Manager hätten stets gesetzeskonform gehandelt. Der Vergleich beinhalte kein Schuldeingeständnis, und nur wenige Anpassungen an den bisherigen Abläufen seien nötig. Beispielsweise sind künftig im Bestellprozess deutliche Ablehnen-Schaltflächen vorzusehen und der Kündigungsprozess so zu gestalten, dass Kunden ihn mit dem gleichen Aufwand beenden können, mit dem sie Prime abgeschlossen haben.
Konsequenzen und Ausblick
FTC-Vorsitzender Andrew N. Ferguson lobte den Vergleich als einen „monumentalen Sieg“ für Verbraucher, weil er Millionen Amerikanern Hunderte Millionen Dollar zurückbringe und Amazon untersage, solche Praktiken fortzusetzen. Amazon zahlt Milliarden-Strafe und für den Konzern bedeutet dies vor allem neue technische Auflagen: Noch in den kommenden Wochen muss der Konzern eine sichtbarere Ablehnen-Schaltfläche in seinen Prime-Checkout einfügen und den Kündigungsprozess deutlich vereinfachen. Ob die Einigung auch Einfluss auf ähnliche Verfahren in anderen Ländern haben wird, bleibt abzuwarten. Parallel dazu läuft in den USA ein weiteres Verfahren gegen Amazon wegen mutmaßlicher Monopolpraktiken, dessen Verhandlung für 2027 angesetzt ist.
Faktenbox
| Amazon zahlt Milliarden-Strafe: FTC-Klage beigelegt | |
|---|---|
| Gesamtzahlung | 2,5 Mrd. US-Dollar |
| Entschädigungsfonds | 1,5 Mrd. US-Dollar (≈ 1,28 Mrd. €) |
| Strafzahlung | 1,0 Mrd. US-Dollar |
| Betroffene Prime-Kunden | Ca. 35 Mio. in den USA |
| FTC-Vorwürfe | Irreführende Prime-Anmeldung, erschwerter Kündigungsprozess |
| Vergleichsauflagen | Klare Ablehnen-Schaltfläche, vereinfachter Kündigungsvorgang |