Shein wegen Greenwashing verurteilt – 1 Million Euro Strafe

Shein wegen Greenwashing verurteilt: Die italienische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde AGCM hat den chinesischen Fast-Fashion-Händler Shein wegen irreführender Umwelt- und Nachhaltigkeitsversprechen mit einer Geldstrafe von 1 Million Euro belegt. Die Entscheidung wurde am 4. August 2025 veröffentlicht und folgt auf ähnliche Maßnahmen in weiteren europäischen Ländern.

Shein wegen Greenwashing verurteilt – 1 Million Euro Strafe
Shein wegen Greenwashing verurteilt – 1 Million Euro Strafe

Shein wegen Greenwashing verurteilt – Hintergründe der Entscheidung

Die AGCM hatte seit September 2024 untersucht, ob die von Shein verbreiteten Angaben zur Nachhaltigkeit der eigenen Produkte wahrheitsgemäß sind. Konkret ging es um Behauptungen, wonach Produkte der Linie „evoluSHEIN by design“ vollständig recycelbar und besonders nachhaltig seien. Laut der Behörde waren diese Aussagen irreführend, vage formuliert oder übertrieben dargestellt.

Die italienischen Wettbewerbshüter kritisierten insbesondere die Aussagen zu Kreislaufwirtschaft und angeblich recyclebaren Materialien. Verbraucher seien dadurch getäuscht worden, da die tatsächlichen Umweltvorteile der Produkte nicht mit den Werbebotschaften übereinstimmten.

Shein wegen Greenwashing verurteilt – Fakten
Unternehmen Shein – chinesischer Online-Modehändler (Fast Fashion, gegr. 2008)
Regulierungsbehörde AGCM (Italienische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde)
Strafe 1 Million Euro (Geldbuße)
Grund Greenwashing-Vorwürfe (irreführende Nachhaltigkeitsangaben)
Zeitpunkt 4. August 2025 (Bekanntgabe der Entscheidung)
Weitere Fälle Frankreich: €40 Mio. Strafe (Juli 2025) wegen Greenwashing & Fake-Rabatten
Reaktion Shein Kooperation zugesagt; Überarbeitung der Umweltangaben angekündigt

Kritik an Sheins Klimazielen

Shein wurde auch dafür kritisiert, seine Klimaziele bis 2030 und 2050 ohne klare, überprüfbare Details darzustellen. Diese Versprechen seien zu allgemein gehalten und stünden zudem im Widerspruch zur realen Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen des Unternehmens, die zuletzt gestiegen seien.

Die Behörde betonte, dass gerade Fast-Fashion-Unternehmen aufgrund ihrer hohen Umweltauswirkungen besonders glaubwürdige und transparente Aussagen treffen müssten.

Shein reagiert auf Verurteilung wegen Greenwashing

Shein reagierte auf die Vorwürfe und kündigte umgehend Maßnahmen an. Laut einer Stellungnahme des Unternehmens arbeite man bereits daran, die beanstandeten Probleme zu beheben. Dazu gehören eine Überarbeitung der Nachhaltigkeitsangaben auf der eigenen Website und eine Verstärkung interner Kontrollprozesse.

Europäische Behörden verschärfen Vorgehen gegen Greenwashing

Die Verurteilung Sheins ist kein Einzelfall. Bereits im Juli 2025 verhängte die französische Behörde DGCCRF eine Strafe von 40 Millionen Euro gegen Shein wegen ähnlicher Vorwürfe und zusätzlicher irreführender Rabattaktionen. Zudem laufen auf EU-Ebene Untersuchungen wegen angeblicher Verstöße gegen Verbraucherrechte.

Für Shein, das möglicherweise bald einen Börsengang plant, sind diese Entwicklungen problematisch. Regulatorische Auflagen und wachsende Skepsis könnten sich nachteilig auf das Image und Geschäft auswirken.