Amazon passt Anforderungen für internationale Rücksendungen an
Ab dem 11. August 2025 verschärft Amazon die Bedingungen für internationale Rücksendungen bei Bestellungen über Amazon.de und Amazon.co.uk. Händler, die Artikel aus dem Ausland nach Deutschland oder ins Vereinigte Königreich versenden, müssen ihre Rückgabeprozesse anpassen – insbesondere im Hinblick auf Reaktionszeiten und Rücksendeoptionen.
Drei-Tage-Frist für Reaktion auf Rücksendeanträge
Inhaltsverzeichnis
Kern der Neuerung ist eine verkürzte Frist: Verkäufer müssen Kunden künftig innerhalb von drei Kalendertagen nach einem Rücksendeantrag eine geeignete Rücksendeoption anbieten. Diese Regel gilt für Bestellungen, die ab dem 11. August 2025 von außerhalb Deutschlands beziehungsweise des Vereinigten Königreichs verschickt wurden.
Die bisher geltende Vier-Tage-Frist, die im November 2024 eingeführt wurde, wird somit ersetzt. Die neue Frist ist verbindlich – bei Nichteinhaltung erstattet Amazon den Kunden den Betrag automatisch und belastet das Verkäuferkonto entsprechend. Eine Erstattung dieser Beträge über SAFE-T-Anträge ist ausgeschlossen.
Vorgeschriebene Rücksendeoptionen im Überblick
Amazon nennt drei zulässige Varianten, um den Anforderungen für internationale Rücksendungen zu genügen:
Erstens können Händler eine inländische Rücksendeadresse in Deutschland bereitstellen und ein vorfrankiertes Rücksendeetikett ausstellen. Diese Lösung setzt voraus, dass eine physische Adresse im Zielland zur Verfügung steht. Amazon bietet hierfür über ein spezielles Rücksendeanbieter-Programm Unterstützung an.
Zweitens besteht die Möglichkeit, ein vorfrankiertes internationales Rücksendeetikett bereitzustellen. Dies gilt für Rücksendungen aus dem Zielland an den ursprünglichen Versandort außerhalb Deutschlands oder Großbritanniens. In diesem Fall trägt der Verkäufer die Rücksendekosten vollständig.
Drittens können Verkäufer eine vollständige Rückerstattung ohne Rückgabe des Artikels gewähren. Über die Amazon-Oberfläche lassen sich dazu automatische Rückerstattungsregeln hinterlegen.
Neue Rücksendeetiketten über DHL Connect und DPD
Zusätzlich wird Amazon ab dem 11. August 2025 eigene vorfrankierte Rücksendeetiketten für grenzüberschreitende Rücksendungen über DHL Connect und DPD bereitstellen – vorausgesetzt, der Händler nutzt den Amazon Retourenservice. Diese Etiketten sind automatisch nachverfolgbar und entsprechen den Anforderungen für internationale Rücksendungen.
Die Funktion „Vorfrankierte Rücksendeetiketten von Amazon“ ermöglicht eine automatische Bereitstellung von Etiketten für vom Kunden initiierte Rücksendeanträge. Damit können Händler die Frist von drei Tagen leichter einhalten und gleichzeitig die Transparenz im Rückgabeprozess erhöhen.
Auswirkungen und weitere Hinweise
Die Anpassungen für internationale Rücksendungen betreffen ausschließlich Bestellungen, die über den Versand durch Verkäufer (Fulfilled by Merchant, FBM) abgewickelt werden und deren Wert 25 € beziehungsweise 20 £ übersteigt – inklusive Umsatzsteuer.
Verkäufer sollten ihre Rücksendeeinstellungen und Prozesse bis spätestens Anfang August überprüfen und anpassen. Dies betrifft insbesondere die Angabe einer gültigen Rücksendeadresse in Deutschland oder Großbritannien sowie die technische Integration der Etikettenbereitstellung.
Internationale Rücksendungen – Weitere Informationen
Details zu den internationalen Rückgabebedingungen finden sich im Amazon-Hilfebereich unter Kundenrücksendungen bei internationalen Verkäufen. Angaben zu Tarifen und der Reichweite der neuen Rücksendeoptionen bietet die Seite Versandkosten für Warenrücksendungen mit Versand durch Verkäufer.
Amazon empfiehlt, bei der Konfiguration der Rücksendeoptionen auch die Rücksendegründe zu berücksichtigen. Diese lassen sich anhand von Rücksendecodes klassifizieren, die festlegen, ob der Verkäufer oder der Kunde die Kosten zu tragen hat.
Die neuen Anforderungen für internationale Rücksendungen stellen eine bedeutende Veränderung für Amazon-Verkäufer dar, die außerhalb Deutschlands oder Großbritanniens tätig sind. Wer künftig nicht innerhalb von drei Tagen reagiert oder keine der vorgeschriebenen Optionen anbietet, riskiert automatische Erstattungen zu seinen Lasten. Frühzeitige technische und organisatorische Anpassungen sind daher essenziell, um Umsatzeinbußen und Sanktionen zu vermeiden.
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