EU Statistiken 2025: Ein Überblick über Wirtschaft, Konsum und Gesellschaft

Die Publikation Key figures on Europe – 2025 edition von Eurostat bietet einen umfassenden Einblick in die aktuelle Lage der Europäischen Union. Neben demografischen Entwicklungen stehen besonders Wirtschaftsdaten und Konsummuster im Mittelpunkt der Analyse. Wie entwickeln sich Wachstum, Inflation, Lebensstandard und soziale Ungleichheit in Europa? Die wichtigsten Erkenntnisse aus den EU Statistiken 2025 werden im Folgenden systematisch aufgearbeitet.

EU Statistiken 2025: Ein Überblick über Wirtschaft, Konsum und Gesellschaft
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Bevölkerungsentwicklung: Migration als Treiber

Zum 1. Januar 2024 lebten rund 449,3 Millionen Menschen in der EU. Das bedeutet ein Plus von 1,6 Millionen gegenüber dem Vorjahr – vor allem bedingt durch Nettozuwanderung. Während Länder wie Malta (+31,6 %) und Luxemburg (+22,3 %) in den letzten zehn Jahren stark gewachsen sind, verzeichnen Bulgarien (–9,4 %) und Kroatien (–8,4 %) deutliche Rückgänge.

Mit einer durchschnittlichen Fertilitätsrate von 1,38 Kindern pro Frau bleibt die EU deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau. Parallel dazu altert die Bevölkerung: Der demografische Abhängigkeitsquotient (Menschen über 65 im Verhältnis zu Erwerbstätigen) lag 2024 bei 1:2,7 – Tendenz fallend.

Wirtschaftliche Entwicklung: Stabilisierung nach Krisenjahren, aber strukturelle Herausforderungen bleiben

Die wirtschaftliche Lage der Europäischen Union im Jahr 2024 war geprägt von moderatem Wachstum, regionalen Unterschieden und anhaltenden strukturellen Belastungen, die sich in der Folge mehrerer globaler Krisen aufgebaut haben. Zwar lässt sich laut EU Statistiken 2025 eine gewisse wirtschaftliche Normalisierung beobachten, doch der Weg zu dauerhaftem, robustem Wachstum bleibt fragil.

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Reales Wachstum im historischen Vergleich

Nach dem pandemiebedingten Einbruch im Jahr 2020 (–5,6 %) und einer kräftigen Erholung 2021 (+6,3 %) sowie 2022 (+3,5 %) verlief das Jahr 2023 mit einem BIP-Wachstum von nur +0,4 % schwach. Im Jahr 2024 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt der EU um 1,0 % – ein leichter Aufwärtstrend, aber im historischen Vergleich unterdurchschnittlich.

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Dieses gemäßigte Wachstum signalisiert vor allem eines: Die EU-Wirtschaft befindet sich nicht mehr im Krisenmodus, aber auch nicht in einem expansiven Aufschwung. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb in vielen Mitgliedstaaten von Vorsicht, Sparzwang und geopolitischer Unsicherheit geprägt.

Leistungsunterschiede innerhalb der EU

Ein Blick auf die Länderebene zeigt deutliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Dynamik:

    • Südeuropäische Staaten wie Spanien und Portugal konnten 2024 dank starker Tourismussaisons überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnen.
    • In Deutschland, dem wirtschaftlichen Schwergewicht der EU, blieb das Wachstum hingegen unterdurchschnittlich – insbesondere wegen einer schwachen Industriekonjunktur und zurückhaltender Investitionen.
    • In Osteuropa führten gestiegene Reallöhne, staatliche Investitionen und Exportzuwächse teilweise zu einem stabileren Wachstumspfad – jedoch von niedrigerer Basis aus.
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Die wirtschaftliche Erholung verlief damit regional asymmetrisch und spiegelte sowohl strukturelle Stärken als auch Schwächen einzelner Volkswirtschaften wider.

Internationale Handelsbeziehungen und Außenwirtschaft

Die EU konnte im Jahr 2024 ihre Handelsbeziehungen mit Drittländern weitgehend stabilisieren, obwohl sich der internationale Wettbewerb – vor allem mit China und den USA – verschärft hat. Gleichzeitig belasteten geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten und in Osteuropa, weiterhin den Welthandel. Die Energieimporte aus Drittstaaten, die für viele Mitgliedstaaten von hoher Relevanz sind, blieben volatil.

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Insbesondere energieintensive Industriezweige wie die Chemie-, Metall- oder Baustoffindustrie sahen sich mit anhaltend hohen Produktionskosten konfrontiert, was ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit schwächte.

Binnenwirtschaft: Konsum stützt, Investitionen schwächeln

Während der private Konsum – trotz Inflation und Reallohnverlusten – eine tragende Säule des Wachstums blieb, zeigten sich bei den Investitionen Schwächen. Unternehmen investierten zurückhaltend, nicht zuletzt wegen hoher Zinsen, regulatorischer Unsicherheit und einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

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Auch öffentliche Investitionen konnten nur bedingt kompensierend wirken. Zwar förderten EU-Programme wie „NextGenerationEU“ insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Energieeffizienz und Infrastruktur Investitionsprojekte, doch war die Umsetzung häufig langsamer als geplant. Dies dämpfte die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die Wachstumsimpulse aus dem staatlichen Sektor.

Inflationsentwicklung als wirtschaftlicher Balanceakt

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor war die Inflationsentwicklung. Zwar sank die Inflationsrate auf 2,6 %, doch blieb sie in einigen Ländern deutlich höher, was insbesondere die reale Kaufkraft schwächerer Einkommensgruppen belastete. Gleichzeitig führte die Zinswende der Europäischen Zentralbank zu erhöhten Finanzierungskosten, was sich hemmend auf Konsumkredite und Investitionen auswirkte.

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Die Wirtschaftspolitik vieler EU-Staaten stand daher im Spannungsfeld zwischen Stabilisierung der Haushalte, Abbau der Corona-Schulden und wirtschaftlicher Stimulation.

Arbeitsmarkt stützt Wachstum – aber begrenzt

Trotz der wirtschaftlichen Abkühlung blieb die Beschäftigungslage vergleichsweise stabil. Die Erwerbstätigenquote erreichte mit 75,8 % ein Rekordniveau, was als positiver Impulsfaktor für den Binnenkonsum wirkte. Doch gleichzeitig ist festzuhalten, dass der Anstieg der Beschäftigung vor allem in niedrig produktiven Sektoren wie Dienstleistungen und Gastgewerbe stattfand, während in der verarbeitenden Industrie vielerorts Stellen abgebaut wurden.

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Ein langfristiges Risiko bleibt zudem die alternde Bevölkerung, die das Arbeitskräftepotenzial einschränkt und produktivitätsorientierte Wachstumsstrategien erfordert.

Ausblick: Stabil, aber fragil

Die EU-Wirtschaft zeigt sich im Jahr 2025 stabilisiert, aber nicht nachhaltig erstarkt. Der makroökonomische Ausblick bleibt angesichts globaler Unsicherheiten, technologischem Wandel und demografischem Druck herausfordernd. Zugleich eröffnet der europäische Green Deal sowie der digitale Binnenmarkt Chancen für neue Wachstumsimpulse – vorausgesetzt, sie werden konsequent umgesetzt.

Konsumverhalten: Stabil, aber unter Druck durch Inflation und soziale Unterschiede

Trotz wirtschaftlicher Erholungstendenzen zeigt sich das Konsumverhalten in der EU im Jahr 2025 weiterhin von den Folgen mehrjähriger Preissteigerungen und sozialer Ungleichgewichte geprägt. Die EU Statistiken 2025 geben einen detaillierten Einblick in die Struktur der Konsumausgaben sowie in materielle Einschränkungen innerhalb der Bevölkerung.

Zum Stichtag Januar 2025 entfielen 46,2 % der gesamten Haushaltsausgaben auf drei zentrale Kategorien:

    • Wohnen, Wasser, Strom und Heizung
    • Transport
    • Lebensmittel und alkoholfreie Getränke

Diese drei Bereiche bilden somit die größten Kostenblöcke im Alltag der EU-Bürger:innen. Besonders bemerkenswert: Alle drei Kategorien waren in den Vorjahren stark von Inflation betroffen, was ihre Relevanz im Zusammenhang mit der Kostenbelastung privater Haushalte nochmals erhöht. Vor allem die Energie- und Transportpreise waren nach dem Energiepreisschock 2022 bis in das Jahr 2024 hinein ein wesentlicher Treiber der Haushaltsausgaben.

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Im Vergleich zum Vorjahr veränderten sich die relativen Anteile nur leicht. Rückläufig waren die Ausgabenanteile für Lebensmittel und Getränke (–0,4 Prozentpunkte), Haushaltsgeräte und -dienstleistungen (–0,2 Punkte), Bekleidung (–0,2 Punkte) und Kommunikation (–0,1 Punkte). Dagegen stieg der Anteil für sonstige Waren und Dienstleistungen sowie Transport leicht an – ein Hinweis darauf, dass Mobilität trotz Preissteigerungen weiter nachgefragt wird, etwa im Zusammenhang mit dem Wiedererstarken des Tourismus.

Materielle Einschränkungen betreffen viele

Neben den Konsumstrukturen bieten die EU Statistiken 2025 auch Daten zu materiellen Einschränkungen, die ein differenzierteres Bild des Konsumverhaltens ermöglichen. So gaben 2024 rund 30 % der EU-Bevölkerung an, keine unerwarteten finanziellen Ausgaben (z. B. für Reparaturen oder medizinische Notfälle) decken zu können – ein leichter Rückgang gegenüber 2023, aber weiterhin ein hoher Wert.

Noch deutlicher wird die Belastung beim Thema Erholung: 27 % der EU-Bürger:innen konnten sich 2024 keine einwöchige Urlaubsreise außerhalb des Wohnorts leisten. In Ländern wie Rumänien (58,6 %), Griechenland (46,0 %) oder Bulgarien (41,4 %) ist diese Einschränkung weit verbreitet – ein Hinweis auf strukturelle Unterschiede in der Kaufkraft.

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Auch der Anteil an Menschen, die in Haushalten mit sehr niedriger Erwerbsintensität leben, ist laut der EU Statistiken 2025 in vielen Mitgliedstaaten ein Faktor, der den Konsum einschränkt. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, kinderreiche Haushalte sowie Personen mit Migrationshintergrund.

Konsumverhalten und soziale Teilhabe

Die genannten Indikatoren zeigen, dass Konsum nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Dimension hat. Wer sich elementare Konsumgüter oder gesellschaftlich übliche Aktivitäten wie Urlaubsreisen nicht leisten kann, ist in seiner Teilhabe eingeschränkt. Eurostat verweist in diesem Zusammenhang auf das Konzept der „schweren materiellen und sozialen Deprivation“, das sowohl objektive Einschränkungen (z. B. keine Waschmaschine, keine Heizung) als auch fehlende gesellschaftliche Teilhabe (z. B. kein Geld für Geburtstagsfeiern oder Restaurantbesuche) umfasst.

Diese Form der Entbehrung betrifft laut EU Statistiken mehrere Millionen Menschen in Europa – trotz staatlicher Transferleistungen und Unterstützungsmaßnahmen.

Inflation und Preisentwicklung: Rückgang, aber kein Ende

Nach dem Inflationshöhepunkt 2022 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise von über 9 % ist die Teuerungsrate in der EU im Jahr 2024 deutlich zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt lag sie bei 2,6 % – nahe dem Zielwert der Europäischen Zentralbank, aber immer noch spürbar über dem Vorkrisenniveau. Die rückläufige Entwicklung ist maßgeblich auf den Rückgang der Energiepreise und eine allmähliche Normalisierung der Lieferketten zurückzuführen. Auch die restriktivere Geldpolitik mit deutlich erhöhten Leitzinsen zeigte Wirkung, insbesondere bei kreditfinanzierten Konsumgütern und Investitionen.

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Trotzdem bleibt die Preisentwicklung für viele Haushalte eine Belastung. Insbesondere die Kerninflation – also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel – zeigt sich hartnäckig und liegt 2024 noch bei rund 3,0 %. Besonders betroffen sind dabei Dienstleistungen wie Mieten, Gastronomie und Versicherungen, bei denen die Löhne ein zentraler Kostentreiber sind. Die sogenannte Zweitrundeneffekte, also Lohnanpassungen infolge früherer Preissteigerungen, sorgen für eine anhaltende Dynamik in bestimmten Sektoren.

Auch bei den Lebensmitteln hat sich die Preisentwicklung zwar abgeschwächt, liegt aber weiterhin über dem langjährigen Trend. In süd- und osteuropäischen Ländern ist die Teuerung überdurchschnittlich hoch geblieben, was die soziale Ungleichheit innerhalb der Union zusätzlich verschärft. Hinzu kommt: Die gefühlte Inflation in der Bevölkerung liegt häufig höher als die gemessene Rate – nicht zuletzt, weil Preissteigerungen besonders bei Gütern des täglichen Bedarfs auffallen und sich direkt auf das Konsumverhalten auswirken.

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Insgesamt ist die Inflationsbekämpfung ein wirtschaftlicher Balanceakt: Die Politik steht vor der Herausforderung, einerseits die Nachfrage nicht zu stark zu bremsen, andererseits aber Preisstabilität sicherzustellen – bei anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, Klimakosten und einem strukturell angespannten Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarkt: Hohe Erwerbsquote, aber Jugend unter Druck

Im Jahr 2024 bleibt der Arbeitsmarkt in der EU ein stabilisierender Faktor: Mit einer Erwerbstätigenquote von 75,8 % unter den 20- bis 64-Jährigen erreicht die Beschäftigung einen historischen Höchststand. Dieser Rekordwert ist nicht zuletzt das Ergebnis einer robusten Arbeitsmarktnachfrage in vielen Sektoren, flankiert durch staatliche Stabilisierungsmaßnahmen und eine gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen.

Gleichzeitig zeigen sich jedoch strukturelle Belastungen, insbesondere bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt EU-weit weiterhin deutlich über dem Gesamtdurchschnitt, mit besonders hohen Werten in südlichen Mitgliedstaaten wie Spanien, Griechenland oder Italien. Neben konjunkturellen Effekten spielen hier auch Bildungsungleichheiten, regionale Disparitäten und ein nach wie vor begrenzter Zugang zu hochwertigen Ausbildungs- und Einstiegsstellen eine Rolle.

EU Statistiken 2025: Ein Überblick über Wirtschaft, Konsum und Gesellschaft
Jugendarbeitslosigkeit In ausgewählten EU-Ländern (2024)

Während viele Länder gezielte Programme zur Förderung der Jugendbeschäftigung umsetzen, bleibt die Integration junger Menschen in dauerhafte und qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse eine Herausforderung. Zudem nimmt die Zahl prekärer Beschäftigungsformen unter jungen Erwachsenen zu – etwa durch befristete Verträge, Teilzeit ohne Perspektive oder unbezahlte Praktika. Dies schwächt nicht nur die individuelle finanzielle Stabilität, sondern birgt auch langfristige Risiken für soziale Sicherungssysteme.

Insgesamt zeigt sich: Der Arbeitsmarkt trägt zur wirtschaftlichen Stabilisierung bei, aber die demografischen und strukturellen Ungleichgewichte im Zugang zur Erwerbsarbeit bleiben eine zentrale sozialpolitische Aufgabe.

Soziale Ungleichheit und Mindestlöhne

Trotz positiver Wirtschaftsdaten bleiben soziale Spannungen ein zentrales Thema. Im Jahr 2024 waren 93,3 Millionen Menschen – das entspricht 21 % der EU-Bevölkerung – von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Ein weiteres Signal: 30 % der Bevölkerung konnten 2024 unerwartete Ausgaben nicht stemmen, und 27 % konnten sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten. In Bulgarien und Rumänien lagen diese Werte noch deutlich höher.

Der kaufkraftbereinigte Mindestlohn betrug 2025 in Deutschland 1.992 PPS und in Luxemburg 1.969 PPS – am unteren Ende lag Estland mit 878 PPS. Zwar konnten viele osteuropäische Länder ihre Mindestlöhne seit 2015 mehr als verdoppeln, doch das Lohnniveau bleibt niedrig.

Die Einkommensungleichheit, gemessen am S80/S20-Quotienten, ist in Bulgarien, Lettland und Litauen besonders hoch. In Tschechien und Slowakei hingegen ist die Einkommensverteilung deutlich ausgeglichener.

Digitalisierung: Fortschritte beim Zugang und Nutzung digitaler Dienste

Die Digitalisierung des Alltags schreitet in der Europäischen Union weiter voran. Laut den EU Statistiken 2025 nutzten im Jahr 2024 92,8 % der Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren das Internet innerhalb der letzten drei Monate. Damit ist der Internetzugang in nahezu allen Bevölkerungsschichten etabliert – ein signifikanter Anstieg gegenüber den Jahren vor der COVID-19-Pandemie.

Besonders häufig genutzt wurden folgende Online-Aktivitäten:

    • Versenden und Empfangen von E-Mails (80,4 %)
    • Instant Messaging über Dienste wie WhatsApp oder Signal (79,2 %)
    • Suche nach Informationen zu Produkten und Dienstleistungen (75,2 %)
    • Videotelefonie und Internet-Telefonie (72,9 %)

Auch Internetbanking (67,2 %), das Lesen von Online-Nachrichten (65,1 %) und die Nutzung sozialer Netzwerke (64,8 %) gehören inzwischen zur digitalen Alltagsroutine eines Großteils der EU-Bevölkerung. Rund 58,2 % der Nutzer:innen gaben zudem an, gezielt nach gesundheitsbezogenen Informationen im Internet zu suchen – ein Hinweis auf das gestiegene Vertrauen in digitale Informationsquellen, besonders im Bereich Gesundheit und Prävention.

Digitalisierung: Fortschritte beim Zugang und Nutzung digitaler Dienste
EU Statistiken 2025: Ein Überblick über Wirtschaft, Konsum und Gesellschaft

Zwischen 2019 und 2024 hat sich die Nutzung digitaler Dienste deutlich intensiviert. Besonders markant war der Zuwachs bei Videotelefonie, die um 21 Prozentpunkte zulegte – ein Trend, der maßgeblich durch pandemiebedingte Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Regelungen ausgelöst wurde. Auch der Anteil der Nutzer:innen von Instant Messaging (+14 Punkte), Internetbanking (+12,7 Punkte) sowie Online-Lernplattformen (+11,4 Punkte) stieg deutlich an.

Dennoch zeigen die EU Statistiken 2025 auch Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. So nutzten in Zypern 2024 rund 92,0 % der Menschen das Internet für Videoanrufe, während in Polen nur 59,4 % angaben, diese Funktion regelmäßig zu verwenden. Diese Diskrepanzen weisen auf unterschiedliche digitale Infrastrukturen, Kompetenzen und Nutzungsgewohnheiten innerhalb der EU hin.

Insgesamt bestätigen die EU Statistiken 2025: Die digitale Integration schreitet fort, betrifft inzwischen nahezu alle Lebensbereiche und ist zunehmend alters- und schichtenübergreifend. Für Politik und Gesellschaft bedeutet das: Digitale Teilhabe wird mehr und mehr zur Voraussetzung für gesellschaftliche, wirtschaftliche und berufliche Integration. Damit gewinnt auch die Förderung digitaler Kompetenzen an Relevanz – besonders für ältere Menschen, bildungsferne Gruppen und Menschen in ländlichen Regionen.

Herausforderungen und Chancen im wirtschaftlichen Gleichgewicht

Die EU Statistiken 2025 zeichnen ein differenziertes Bild: wirtschaftliche Erholung, aber kein Aufschwung; stabile Konsumstruktur, aber unter hohem Kostendruck; zunehmende Digitalisierung, aber soziale Risiken.

Besonders deutlich wird: Preisniveaus, Einkommensverhältnisse und Lebenshaltungskosten klaffen zwischen den Mitgliedstaaten weit auseinander. Um diese Ungleichgewichte zu verringern, braucht es gezielte wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen, die auf Daten wie diese aufbauen. Eurostat liefert mit seiner jährlich erscheinenden Publikation eine wertvolle Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Europa.