Fahrradmarkt: Umsatzrückgang und Verschiebungen bei E-Bikes und Zubehör
Der Fahrradmarkt durchläuft 2024 eine Phase der Konsolidierung. Nach dem starken Boom der Vorjahre sorgt eine spürbare Konsumzurückhaltung für rückläufige Umsätze. Das Marktvolumen inklusive Zubehör sinkt auf 9,7 Milliarden Euro, was einem Minus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz dieser Korrektur liegt der Markt weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Konsumzurückhaltung dämpft die Nachfrage
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Mehrere Faktoren beeinflussen die aktuelle Entwicklung im Fahrradmarkt: eine durch wirtschaftliche Unsicherheiten geprägte Konsumstimmung, witterungsbedingte Einflüsse, hohe Lagerbestände und Preisabschriften. Zwar war der Saisonstart 2024 zunächst positiv, jedoch konnten die Händler ihre Umsatzziele letztlich nicht erreichen. Inzwischen stabilisieren sich die Roherträge langsam wieder.
E-Bikes verlieren erstmals Marktanteile
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den E-Bikes: Nach zehn Jahren kontinuierlichen Wachstums verlieren sie 2024 erstmals Marktanteile. Dennoch bleiben E-Bikes mit rund 60 Prozent Umsatzanteil das wichtigste Segment im Fahrradmarkt. Der rückläufige Trend deutet auf eine zunehmende Marktsättigung hin, wobei insbesondere Zubehör vom bisherigen E-Bike-Boom profitiert.
Zubehör gewinnt an Bedeutung
Während die Umsätze bei Fahrrädern insgesamt zurückgehen, kann der Zubehörbereich seinen Anteil weiter ausbauen. Inzwischen entfallen etwa 25 Prozent des Gesamtumsatzes auf Zubehörprodukte. Diese Entwicklung zeigt, dass viele Konsumenten in bestehende Räder investieren, anstatt neue Modelle zu kaufen.
Stationärer Fachhandel bleibt dominierend, Online wächst
Auch bei den Vertriebswegen zeigt sich eine leichte Verschiebung. Der stationäre Fachhandel inklusive Fachmärkte verliert rund einen Prozentpunkt Marktanteil, bleibt aber mit 80 Prozent nach wie vor der dominante Vertriebskanal. Die entgangenen Anteile gewinnen vor allem Versender und Internet-Pure-Player hinzu. Allerdings profitieren auch stationäre Händler zunehmend vom Onlinegeschäft und erweitern ihre digitalen Vertriebskanäle.
Prognose: Wieder Wachstum ab 2026 erwartet
Trotz der aktuellen Schwächephase zeigen die Prognosen der Marktexperten ab 2026 wieder leichtes Wachstum. Der „Branchenbericht Fahrräder 2025“ des IFH KÖLN in Kooperation mit der BBE Handelsberatung liefert detaillierte Analysen zu den Entwicklungen im Fahrradmarkt, den Vertriebsstrukturen sowie den Konsumtrends der kommenden Jahre.