OTTO Plattformumsatz steigt 2025/26 auf 7,5 Milliarden Euro

Der Hamburger Onlinehändler OTTO verzeichnet für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 eine Steigerung seiner Erlöse und setzt damit seinen Wachstumskurs fort. Der gesamte OTTO Plattformumsatz, gemessen am Gross Merchandise Value (GMV), erhöhte sich um 6 Prozent auf einen Wert von rund 7,5 Milliarden Euro. Nach IFRS-Rechnungslegung stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen über dem Marktdurchschnitt des deutschen Onlinehandels, der im selben Zeitraum laut Branchenverbänden ein Wachstum von etwa drei Prozent erreichte.

📌 Auf einen Blick

Im Geschäftsjahr 2025/26 stieg der OTTO Plattformumsatz auf 7,5 Milliarden Euro, getrieben durch ein Marktplatzwachstum von 9 Prozent und den Ausbau von KI-Services. Trotz des Wachstums plant das Unternehmen zur langfristigen Stabilisierung den Abbau von 460 Vollzeitstellen und eine Senkung der Kostenbasis um 110 Millionen Euro.

OTTO Plattformumsatz steigt auf 7,5 Milliarden Euro
OTTO Plattformumsatz steigt auf 7,5 Milliarden Euro

Differenzierte Entwicklung der Geschäftsbereiche

Das Wachstum der Plattform verteilt sich auf verschiedene Säulen. Während das eigene Handelsgeschäft ein Plus von 3 Prozent im GMV erzielte, entwickelte sich der Marktplatz mit einer Steigerung von 9 Prozent deutlich dynamischer. Inzwischen sind rund 6.100 Partner auf der Plattform aktiv, die insgesamt 19 Millionen Artikel anbieten. Besonders in den Sortimentsbereichen Fashion & Sports sowie Home & Living konnten Zuwächse von 9 beziehungsweise 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr realisiert werden.

Ein wesentlicher Faktor für die finanzielle Entwicklung war zudem der Bereich Retail Media. Die Sparte OTTO Advertising verzeichnete einen Anstieg des GMV um 49 Prozent. Parallel dazu stieg die Anzahl der aktiven Kunden um 4 Prozent auf insgesamt 12,6 Millionen Personen. Das Unternehmen führt diese Entwicklung unter anderem auf Investitionen in die Servicequalität und die Logistik zurück. So soll die Quote der Paketzustellungen am nächsten Tag (Next-Day-Delivery) im kommenden Jahr auf 50 Prozent erhöht werden, ohne dass hierfür zusätzliche Gebühren oder Abonnements für die Empfänger anfallen.

Integration von künstlicher Intelligenz in den Einkaufsprozess

Um den OTTO Plattformumsatz langfristig weiter zu steigern, setzt das Unternehmen verstärkt auf technologische Innovationen. Im Zentrum steht dabei die Integration von künstlicher Intelligenz in das Nutzererlebnis. Seit März 2026 befindet sich ein eigenentwickelter KI-Assistent im Testbetrieb, der auf Technologie von Google basiert. Dieses System soll Kunden eine Fachberatung in natürlicher Sprache ermöglichen, die über die Funktionen herkömmlicher Suchmasken hinausgeht.

Der Assistent greift auf die Produktdaten von 19 Millionen Artikeln zu, um spezifische Fragen zu beantworten und Empfehlungen auszusprechen. Nach einer ersten Testphase mit einer limitierten Nutzergruppe ist ein schrittweiser Rollout für alle Kunden geplant. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Beratungsqualität des stationären Handels digital abzubilden und so die Konversionsraten auf der Plattform zu stabilisieren oder zu erhöhen.

Ausweitung des Sortiments und internationale Partner

Ein weiterer Baustein der Wachstumsstrategie bis zum Jahr 2028, in dem ein Umsatz von 10 Milliarden Euro angestrebt wird, ist die Internationalisierung des Marktplatzes. Bisher konzentrierte sich OTTO primär auf deutsche Partner, öffnet sich nun jedoch für Händler aus dem europäischen Ausland. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres werden Partner aus den Niederlanden integriert. Bis zum Jahresende sollen Unternehmen aus Polen, Österreich, Frankreich und Spanien folgen, für den Beginn des Jahres 2027 ist der Anschluss dänischer Händler vorgesehen.

Zusätzlich zur geografischen Ausweitung wird das Sortiment kontinuierlich um neue Produktkategorien ergänzt. Zu den jüngsten Erweiterungen zählen haltbare Lebensmittel, Tiernahrung, Kosmetik und Erlebnisgutscheine. In naher Zukunft ist zudem die Aufnahme von Büchern in das Portfolio geplant.

Strukturelle Anpassungen und finanzielle Zielsetzungen

Trotz der positiven Umsatzentwicklung beim OTTO Plattformumsatz führt das Unternehmen strukturelle Veränderungen durch, um die Kostenstruktur an den Wettbewerb anzupassen. Bis zum Geschäftsjahr 2027/28 soll die jährliche Kostenbasis um 110 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro gesenkt werden. In diesem Zusammenhang ist der Abbau von 460 Vollzeitstellen am Standort Hamburg vorgesehen.

Die Reduzierung soll laut Unternehmensangaben über ein Freiwilligenprogramm erfolgen, das Altersteilzeit und den Wechsel in Transfergesellschaften beinhaltet. Diese Maßnahmen dienen dazu, die organisatorische Effizienz zu steigern und Investitionen in zukünftige Technologien abzusichern. Die Geschäftsführung betont die Notwendigkeit, Prozesse und Strukturen konsequent weiterzuentwickeln, um im Marktumfeld dauerhaft bestehen zu können.

Faktenbox

Kennzahlen und Strategie OTTO 2025/26
Plattformumsatz (GMV)7,5 Milliarden Euro (+6 %)
Umsatz nach IFRS4,7 Milliarden Euro (+7 %)
Aktive Kunden12,6 Millionen (+4 %)
Artikelanzahl19 Millionen Artikel
Marktplatz-Partner6.100 Partner (+9 % GMV)
OTTO AdvertisingUmsatzplus von 49 % (GMV)
Stellenabbau460 Vollzeitstellen geplant
Kostenziel 2027/28Senkung der Basis um 110 Mio. Euro