Die Wirtschaftslage im Februar 2026 zeigt eine fragile Erholung
Die aktuelle Wirtschaftslage im Februar 2026 ist durch eine Kombination aus stabilen Konjunkturerwartungen und fortbestehenden strukturellen Herausforderungen geprägt. Während der ZEW-Indikator nach einem deutlichen Zuwachs zu Beginn des Jahres ein hohes Niveau hält, zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes eine leichte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt sowie einen erneuten Anstieg der Inflationsrate.
📌 Auf einen Blick
Die Wirtschaftslage im Februar 2026 präsentiert sich zweigeteilt: Der ZEW-Index bleibt mit 58,3 Punkten stabil, während die Inflation auf 2,1 % klettert und die Erwerbstätigkeit um 0,1 % zurückgeht. Besonders die Industrie steht weiterhin unter strukturellem Anpassungsdruck.
Stabile Konjunkturerwartungen trotz Gegenwind
Inhaltsverzeichnis
Die Erwartungen der Finanzmarktexperten an die deutsche Volkswirtschaft haben sich im aktuellen Monat gefestigt. Der ZEW-Indikator liegt bei plus 58,3 Punkten und verzeichnet damit nur einen marginalen Rückgang von 1,3 Punkten gegenüber dem Vormonat. Diese Stabilität deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer nach dem kräftigen Optimismus zum Jahresauftakt nun eine Phase der Konsolidierung sehen. Die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Situation hat sich dabei sogar verbessert. Der entsprechende Lageindikator stieg um 6,8 Punkte auf nun minus 65,9 Punkte.
Innerhalb der verschiedenen Wirtschaftszweige zeigt sich eine heterogene Entwicklung, welche die Wirtschaftslage im Februar 2026 maßgeblich beeinflusst. Exportorientierte Branchen wie der Maschinenbau (plus 10,9 Punkte) sowie die Stahl- und Metallproduktion (plus 8,6 Punkte) blicken deutlich optimistischer in die Zukunft. Dies wird primär auf die zum Jahresende 2025 besser als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge zurückgeführt. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Banken- und Versicherungsbranche sowie der Bereich Informationstechnologie negative Tendenzen in ihren Erwartungswerten.
Beschäftigungszahlen zeigen leichte Abwärtstendenz
Ein Blick auf den Arbeitsmarkt vervollständigt das Bild zur Wirtschaftslage im Februar 2026. Im vierten Quartal 2025 sank die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt um etwa 25.000 Personen auf insgesamt 46,1 Millionen. Damit verzeichnete die Beschäftigung zum dritten Mal in Folge einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorquartal. Auch im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Erwerbstätigen mit minus 0,1 % unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Besonders deutlich wird der strukturelle Wandel im Produzierenden Gewerbe. Hier schrumpfte die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 160.000 Personen (-2,0 %). Auch das Baugewerbe meldete einen Rückgang von 20.000 Stellen. Demgegenüber steht ein kontinuierliches Wachstum im Dienstleistungssektor, insbesondere bei den öffentlichen Dienstleistern sowie im Bereich Erziehung und Gesundheit, wo ein Zuwachs von 212.000 Personen registriert wurde. Diese gegensätzlichen Entwicklungen unterstreichen die fragile Verfassung der industriellen Basis in Deutschland.
Preissteigerungen bei Lebensmitteln treiben Inflation
Ein wesentlicher Aspekt für die Beurteilung der Wirtschaftslage im Februar 2026 ist die Preisentwicklung. Die Inflationsrate stieg im Januar 2026 auf +2,1 %, nachdem sie im Vormonat noch bei 1,8 % gelegen hatte. Dieser Anstieg ist primär auf die Preise für Nahrungsmittel zurückzuführen, die sich um 2,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten. Besonders auffällig waren hierbei die Preissteigerungen bei Zucker, Marmelade und Schokolade (+10,9 %) sowie bei Fleisch und Fleischwaren (+4,9 %).
Dämpfend wirkten hingegen die Energiepreise, die im Durchschnitt um 1,7 % niedriger lagen als im Vorjahresmonat. Verbraucher profitierten hierbei von gesunkenen Preisen für Strom (-3,2 %) und Gas (-2,5 %), was teilweise auf reduzierte Übertragungsnetzentgelte und den Wegfall der Gasspeicherumlage zurückzuführen ist. Die Kerninflation, welche Nahrungsmittel und Energie ausschließt, verharrte jedoch bei 2,5 %. Dies verdeutlicht, dass in vielen anderen Güterbereichen und insbesondere bei Dienstleistungen weiterhin ein überdurchschnittlicher Preisdruck besteht.
Strukturelle Herausforderungen und Branchenentwicklung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wirtschaftslage im Februar 2026 von einer hohen Komplexität geprägt ist. ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach betont, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Phase fragiler Erholung befindet. Die strukturellen Probleme, vor allem bei den Privatinvestitionen und in der Industrie, bleiben bestehen. Auch der private Konsum zeigt trotz einer Verbesserung der Aussichten um 6,0 Punkte noch keine durchgreifende Dynamik, was unter anderem durch die gestiegenen Kosten für Dienstleistungen und den öffentlichen Nahverkehr beeinflusst wird. Die Preiserhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro trug etwa maßgeblich zur Teuerung bei den Verkehrsverbindungen bei. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die moderaten Impulse aus der Exportwirtschaft ausreichen, um eine breitere konjunkturelle Belebung einzuleiten.
Faktenbox
| Kennzahlen zur Wirtschaftslage im Februar 2026 | |
|---|---|
| ZEW-Konjunkturerwartungen | 58,3 Punkte (-1,3 Pkt. zum Vormonat) |
| Aktuelle Lagebeurteilung | -65,9 Punkte (+6,8 Pkt. zum Vormonat) |
| Verbraucherpreisindex (Jan. 26) | +2,1 % zum Vorjahresmonat |
| Erwerbstätige (Q4 2025) | 46,1 Millionen (-0,1 % zum Vorquartal) |
| Arbeitsvolumen gesamt | 15,5 Milliarden Stunden (+0,5 %) |
| Kerninflationsrate | +2,5 % |
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