Sparmaßnahmen und Stellenabbau: OTTO plant Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro

Der Hamburger Onlinehändler OTTO hat offiziell bekannt gegeben, ab März 2026 weitreichende strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Das Unternehmen reagiert mit diesen Maßnahmen auf ein dynamisches Marktumfeld und steigenden Kostendruck. Im Fokus der aktuellen Unternehmensentwicklung steht der geplante OTTO Stellenabbau, der Teil eines umfassenden Programms ist, um die internen Strukturen zu vereinfachen und die Kostenbasis des Unternehmens signifikant zu senken. Nach Angaben der Unternehmensführung sollen bis zum Geschäftsjahr 2027/28 Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro realisiert werden. Ziel ist es, die jährlichen Kosten auf ein Niveau von 500 Millionen Euro zu reduzieren, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten und Investitionen aus eigener Kraft tätigen zu können.

📌 Auf einen Blick

Ab März 2026 startet OTTO ein umfassendes Transformationsprogramm, das den Abbau von knapp 460 Vollzeitstellen vorwiegend in Hamburg vorsieht. Durch die Verschlankung der Strukturen plant der Konzern jährliche Einsparungen von 110 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2027/28.

Sparmaßnahmen und Stellenabbau: OTTO plant Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro
Sparmaßnahmen und Stellenabbau: OTTO plant Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro

Hintergründe zum geplanten OTTO Stellenabbau

Die Entscheidung für den OTTO Stellenabbau basiert auf einer mehrmonatigen Analysephase. Bereits seit Februar 2025 untersuchten externe Berater die internen Abläufe des Handelskonzerns, um Effizienzpotenziale zu identifizieren. Das Ergebnis dieser Prüfung mündet nun in konkreten Sparmaßnahmen, die sowohl Sachkosten als auch Personalkosten betreffen. Ein wesentlicher Treiber für diese Entscheidung ist die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen und Prozesse zu beschleunigen.

Das Unternehmen betont, dass diese Schritte notwendig sind, um in der Konkurrenzsituation des Onlinehandels bestehen zu können. Auch wenn der OTTO Stellenabbau einen tiefgreifenden Einschnitt darstellt, will der Händler so sicherstellen, dass Mittel für technologische Innovationen und die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zur Verfügung stehen. Die Maßnahme ist somit als strategischer Schritt zu verstehen, der über reine Einsparungen hinausgeht und die Zukunftsfähigkeit der Organisation sichern soll.

Konkrete Auswirkungen

Ein zentraler Bestandteil der angekündigten Restrukturierung ist die Reduktion von Arbeitsplätzen. Der OTTO Stellenabbau umfasst voraussichtlich die Streichung von knapp 460 Vollzeitstellen. Dieser Abbau konzentriert sich primär auf den Unternehmensstandort in Hamburg. Betroffen sind nach Unternehmensangaben verschiedene Zentralbereiche, darunter das Marketing, das Controlling sowie diverse Tech-Bereiche.

Diese Entwicklung folgt auf bereits getätigte Personalmaßnahmen im vorangegangenen Jahr. Bereits 2025 entfielen im Bereich des Kundenservices rund 480 Arbeitsplätze, da der telefonische Kundenkontakt zunehmend durch digitale Self-Service-Angebote und App-Lösungen ersetzt wurde. Die erneuten Einschnitte verdeutlichen den Wandel, den der Konzern vollzieht. Neben dem Fokus auf den OTTO Stellenabbau sieht das Programm auch eine konsequente Senkung externer Personalaufwände und Sachkosten vor. Die Unternehmensleitung teilte mit, dass die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wurde und das Ergebnis intensiver Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ist.

Sozialverträgliche Lösungen

Um die Härte der Maßnahmen abzufedern, haben sich die Unternehmensleitung und der Betriebsrat auf ein Freiwilligenprogramm verständigt. Ziel ist es, den OTTO Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Zu den vereinbarten Instrumenten gehört unter anderem ein Angebot zur Altersteilzeit, das eine Laufzeit von bis zu sechs Jahren umfassen kann.

Zusätzlich werden Aufhebungsverträge angeboten, die eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses ermöglichen sollen. Für Mitarbeiter, die durch den OTTO Stellenabbau ihren Arbeitsplatz verlieren, besteht zudem die Option, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Diese Einrichtung dient dazu, die betroffenen Arbeitnehmer für einen befristeten Zeitraum aufzufangen, sie weiterzuqualifizieren und bei der Suche nach neuen Beschäftigungsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen. Die Verantwortlichen betonen, dass der Prozess transparent und respektvoll ablaufen soll, um der Unsicherheit in der Belegschaft entgegenzuwirken.

Strategische Neuausrichtung

Parallel zu den Sparmaßnahmen treibt das Unternehmen eine inhaltliche Neuausrichtung voran. Das klassische Versandhandelsgeschäft verliert zunehmend an Relevanz, während das Plattform- und Marktplatzgeschäft an Bedeutung gewinnt. Der OTTO Stellenabbau unterstützt diesen Wandel indirekt, indem er Ressourcen freisetzt und Strukturen bereinigt, die für die Digitalisierung von Prozessen und den Ausbau der Plattformökonomie benötigt werden.

Die Umstrukturierung soll die Agilität des Unternehmens erhöhen. In der Vergangenheit aufgebaute komplexe Strukturen, die für das alte Geschäftsmodell notwendig waren, gelten im aktuellen digitalen Wettbewerb teilweise als hinderlich. Durch die Verschlankung der Organisation erhofft sich der Händler kürzere Entscheidungswege und eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf Markttrends. Die Transformation ist folglich nicht nur ein Sparprogramm, sondern auch ein kultureller und struktureller Umbau hin zu einem reinen Technologie- und Plattformunternehmen.

Langfristige Ziele der Kostensenkung bis 2028

Die Umsetzung der Maßnahmen beginnt im März 2026, doch der Prozess ist auf mehrere Jahre angelegt. Bis zum Geschäftsjahr 2027/28 soll die reduzierte Kostenbasis von 500 Millionen Euro vollständig erreicht sein. Der OTTO Stellenabbau definiert dabei einen wesentlichen Teil des finanziellen Rahmens für die mittelfristige Planung des Konzerns.

Marktbeobachter sehen in diesem Schritt eine Anpassung an die Realitäten im E-Commerce, der durch hohen Preisdruck und technologische Disruption geprägt ist. Die Fähigkeit, Investitionen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, gilt als wesentlicher Faktor für die Unabhängigkeit und Stabilität des Unternehmens. Mit der Umsetzung der angekündigten Schritte bereitet sich der Hamburger Konzern auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vor, wobei der Fokus klar auf Rentabilität und Effizienz liegt.

Faktenbox

Fakten zum Transformationsprogramm
StartzeitpunktMärz 2026
Geplante Einsparungen110 Millionen Euro (jährlich bis 2027/28)
Umfang OTTO StellenabbauKnapp 460 Vollzeitstellen
HauptstandortHamburg
Betroffene BereicheMarketing, Controlling, Tech-Bereiche
Soziale MaßnahmenAltersteilzeit, Aufhebungsverträge, Transfergesellschaft
Strategisches ZielSenkung der Kostenbasis auf 500 Mio. Euro, Ausbau Marktplatzgeschäft