E-Commerce Markt Europa: Prognose sieht Anstieg auf 1,07 Billionen USD bis 2031

Der E-Commerce Markt Europa steht vor einer Phase beständigen Wachstums, das durch technologische Innovationen und sich wandelnde Konsumgewohnheiten geprägt ist. Einer aktuellen Untersuchung von Mordor Intelligence zufolge wird für den Zeitraum von 2026 bis 2031 eine signifikante Zunahme des Marktvolumens erfolgen. Ausgehend von einem geschätzten Wert von 0,73 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 wird erwartet, dass der Markt bis zum Jahr 2031 ein Volumen von 1,07 Billionen US-Dollar erreicht. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,86 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt die fortlaufende Digitalisierung in der Region sowie die Etablierung von Omnichannel-Modellen wider, die den stationären Handel mit digitalen Vertriebswegen verknüpfen.

E-Commerce Markt Europa: Prognose sieht Anstieg auf 1,07 Billionen USD bis 2031
E-Commerce Markt Europa: Prognose sieht Anstieg auf 1,07 Billionen USD bis 2031

Entwicklung der Geschäftsmodelle im E-Commerce Markt Europa

Eine detaillierte Betrachtung der Geschäftsmodelle zeigt, dass das Business-to-Consumer-Segment (B2C) weiterhin den größten Anteil am E-Commerce Markt Europa hält. Im Jahr 2025 entfielen rund 80 Prozent der Umsätze auf diesen Bereich. Dennoch verzeichnet das Business-to-Business-Segment (B2B) eine dynamischere Entwicklung. Prognosen deuten darauf hin, dass B2B-Transaktionen im Zeitraum bis 2031 mit einer jährlichen Rate von etwa 10 Prozent wachsen werden.

Dieser Anstieg im B2B-Bereich wird durch die Modernisierung der Beschaffungsprozesse begünstigt. Einkaufsabteilungen in Unternehmen fordern zunehmend Benutzeroberflächen, die dem Standard von Endverbraucher-Plattformen entsprechen. Dies führt dazu, dass mittlerweile 65 Prozent der B2B-Verkäufer Online-Bestellmöglichkeiten anbieten. Plattformen integrieren dabei vermehrt KI-gestützte Produktabgleiche und automatisierte Zahlungsabwicklungen, um komplexe Organisationsstrukturen digital abzubilden. Vertikale Marktplätze, insbesondere im Bereich Industriebedarf und Gesundheitswesen, tragen dazu bei, fragmentierte Lieferketten zu straffen.

Marktsegmente: Dominanz und Wachstumspotenzial

KategorieMarktführer 2025 (Anteil)Wachstumstreiber (CAGR bis 2031)
GeschäftsmodellB2C (79,35 % Anteil)B2B (9,7 % CAGR)
GerätetypSmartphones (54,20 % Anteil)Andere vernetzte Geräte* (12,16 % CAGR)
ZahlungsmethodeKredit-/Debitkarten (33,25 % Anteil)Buy Now Pay Later (BNPL) (14,98 % CAGR)
ProduktkategorieMode & Bekleidung (25,40 % Anteil)Lebensmittel & Getränke (16,6 % CAGR)

*Zu „Andere vernetzte Geräte“ zählen u.a. Smart-TVs und Sprachassistenten.

Technologische Verschiebungen und Gerätenutzung

Die Art und Weise, wie Konsumenten auf den E-Commerce Markt Europa zugreifen, unterliegt einem stetigen Wandel. Smartphones bleiben das dominierende Zugangsgerät und waren im Jahr 2025 für über 54 Prozent der Transaktionen verantwortlich. Dies korreliert mit einer hohen Mobilfunkdurchdringung in der Region. Parallel dazu entwickelt sich jedoch ein Trend hin zu anderen vernetzten Geräten.

Smart-TVs und Sprachassistenten verzeichnen ein prognostiziertes Wachstum von 12,8 Prozent CAGR. Dies signalisiert eine Verschiebung hin zum Multi-Screen-Shopping, bei dem der Einkaufsvorgang über verschiedene Bildschirme hinweg stattfindet. Für Händler bedeutet dies die Notwendigkeit, responsive Architekturen und Progressive Web Apps (PWAs) bereitzustellen, die auf unterschiedlichen Displays skalieren. Die Diversifizierung der Hardware zwingt Anbieter dazu, ihre Schnittstellen für verschiedene Betriebssysteme und proprietäre Smart-TV-Systeme zu optimieren, um neue Konsummomente, wie etwa sprachgesteuerte Nachbestellungen, zu erschließen.

Wandel der Zahlungsmethoden im Online-Handel

Innerhalb des Zahlungsverkehrs im E-Commerce Markt Europa zeichnen sich deutliche Verschiebungen ab. Während Kredit- und Debitkarten im Jahr 2025 mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent noch die führende Zahlungsmethode darstellten, gewinnen alternative Finanzierungsmodelle an Bedeutung. Insbesondere „Buy Now Pay Later“ (BNPL) Lösungen expandieren stark. Es wird erwartet, dass dieses Segment bis 2031 mit einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 15 Prozent zulegt.

BNPL-Angebote werden vor allem bei höherpreisigen Warenkörben in den Kategorien Mode und Elektronik genutzt. Parallel dazu fördern Open-Banking-APIs die Verbreitung von Konto-zu-Konto-Zahlungen, die den Checkout-Prozess beschleunigen und Händlern Vorteile durch geringere Gebühren und sofortige Liquidität bieten. Die regulatorische Landschaft, insbesondere durch die kommende Verbraucherkreditrichtlinie, zielt darauf ab, die Vergabekriterien zu verschärfen, was langfristig das Verbrauchervertrauen in diese Zahlungsarten stärken soll.

Produktkategorien und logistische Herausforderungen

Bei den Produktkategorien dominierte im Jahr 2025 der Bereich Mode und Bekleidung mit einem Anteil von über 25 Prozent am E-Commerce Markt Europa. Die höchsten Wachstumsraten werden jedoch im Segment Lebensmittel und Getränke erwartet. Angetrieben durch die Gewöhnung an Online-Lebensmittelkäufe und den Ausbau von Ultra-Fast-Delivery-Diensten in städtischen Zentren, wird für dieses Segment ein jährliches Wachstum von 16,6 Prozent bis 2031 prognostiziert.

Diese Verschiebung stellt die Logistik vor neue Aufgaben. In dichten Ballungsräumen konkurrieren traditionelle Supermärkte mit spezialisierten Lieferdiensten. Die letzte Meile bleibt dabei ein kritischer Kostenfaktor. In südeuropäischen Städten machen Logistikkosten teilweise bis zu 50 Prozent der Lieferausgaben aus. Verkehrsdichte und Umweltauflagen führen zur Entwicklung neuer Konzepte wie Mikro-Fulfillment-Zentren und Abholstationen, um die Effizienz zu steigern und Emissionen zu senken.

Regionale Analyse und grenzüberschreitender Handel

Geografisch betrachtet nimmt das Vereinigte Königreich eine führende Position im E-Commerce Markt Europa ein. Im Jahr 2025 entfiel auf diesen Markt ein Anteil von 24,6 Prozent. Die hohe Durchdringung des Online-Handels und die Gewohnheit der Konsumenten, Preise mobil zu vergleichen, prägen diesen Markt.

Die Niederlande weisen hingegen die dynamischste Entwicklung auf, mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 10,7 Prozent bis 2031. Dies wird durch eine effiziente Logistikinfrastruktur und eine hohe Akzeptanz digitaler Zahlungen begünstigt. Deutschland und Frankreich folgen als weitere wichtige Märkte, wobei in Deutschland die Preissensibilität und Retourenquoten, in Frankreich hingegen der Anteil an Luxusgütern charakteristisch sind.

Ein wesentlicher Treiber für den gesamten E-Commerce Markt Europa ist der digitale Binnenmarkt der Europäischen Union. Maßnahmen zur regulatorischen Harmonisierung zielen darauf ab, grenzüberschreitende Handelshemmnisse abzubauen. Schätzungen gehen davon aus, dass durch die Vereinfachung administrativer Prozesse jährliche Kosten in Höhe von etwa 400 Millionen Euro eingespart werden können. Dies erleichtert insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu Märkten in anderen Mitgliedsstaaten. Der grenzüberschreitende E-Commerce verzeichnete bereits 2024 einen Anstieg auf 326 Milliarden Euro.

Regionale E-Commerce Highlights in Europa

Land / RegionKernmerkmal / Kennzahl
Vereinigtes KönigreichMarktführer mit 24,60 % Anteil (2025); hohe mobile Nutzung.
NiederlandeHöchstes prognostiziertes Wachstum (10,7 % CAGR bis 2031).
DeutschlandOnline-Kanal macht 17 % des Einzelhandels aus; hohe Preissensibilität.
FrankreichStarker Fokus auf Luxusgüter, der durchschnittliche Warenkorbwerte hebt.
Nordische Länder (NO/DK)Sehr hohe Online-Partizipation (89–91 %); Fokus auf Nachhaltigkeit.
Südeuropa (ES/IT)Schnelle mobile Adaption; Herausforderungen bei der „Letzten Meile“ in Städten.

Wettbewerbslandschaft und regulatorische Rahmenbedingungen

Der Wettbewerb im E-Commerce Markt Europa ist durch eine Mischung aus großen, horizontalen Marktplätzen und spezialisierten vertikalen Anbietern gekennzeichnet. Während globale Akteure weite Teile des allgemeinen Warenhandels abdecken, diversifizieren Marken zunehmend ihre Vertriebskanäle, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Rund 79 Prozent der Marken verfolgen Strategien, die mehrere Marktplätze einbeziehen.

Spezialisierte Plattformen gewinnen in Nischen wie Mode, Heimwerkerbedarf oder Refurbished-Elektronik an Boden. Re-Commerce-Plattformen verlängern dabei die Produktlebenszyklen und bedienen die Nachfrage nach nachhaltigeren Konsumoptionen.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Compliance. Der Digital Services Act (DSA) und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auferlegen Händlern Pflichten in Bezug auf Content-Moderation, Transparenz und Datenverarbeitung. Diese Regulierungen verursachen zwar Kosten, schaffen aber auch einen einheitlicheren Rechtsrahmen, der den fairen Wettbewerb und den Verbraucherschutz innerhalb der EU stärken soll.

Zukünftige Marktdynamik und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der E-Commerce Markt Europa durch eine zunehmende Professionalisierung und Segmentierung gekennzeichnet ist. Das Wachstum wird nicht mehr allein durch die Gewinnung neuer Online-Nutzer getrieben, sondern durch die Intensivierung der Nutzung, die Ausweitung auf neue Produktkategorien wie Lebensmittel und B2B-Güter sowie durch technologische Effizienzsteigerungen. Die Integration von KI zur Lokalisierung und Personalisierung sowie die Anpassung an regulatorische Vorgaben werden in den kommenden Jahren wesentliche Erfolgsfaktoren für Marktteilnehmer darstellen.

Faktenbox

E-Commerce Markt Europa
Marktvolumen Prognose 20260,73 Billionen USD
Marktvolumen Prognose 20311,07 Billionen USD
Wachstumsrate (CAGR) 2026–20317,86 %
Dominierendes GeschäftsmodellB2C (ca. 80 % Marktanteil)
Wachstumsstärkstes SegmentLebensmittel & Getränke (16,6 % CAGR)
Marktführer nach LändernVereinigtes Königreich (24,6 % Anteil 2025)
Wachstumsstärkstes LandNiederlande (10,7 % CAGR)
Dominierende ZahlungsartKredit-/Debitkarten (33,25 % Anteil 2025)