Zalando Strategie 2026: Neuer Wachstumskurs

Die E-Commerce-Branche steht vor einem weiteren Transformationsprozess, der durch technologische Sprünge und veränderte Marktbedingungen getrieben wird. In einem internen Schreiben der Zalando-Co-CEOs Robert Gentz und David Schneider vom 19. Dezember 2025 wurde die Ausrichtung des Unternehmens für die kommenden Jahre dargelegt. Das Dokument skizziert den Plan, durch technologische Innovationen und organisatorische Anpassungen zu zweistelligem Wachstum zurückzukehren. Ein zentraler Aspekt des Schreibens ist die explizite Erwähnung der Kooperation mit dem Wettbewerber, die unter dem Schlagwort Zalando Strategie 2026 eine neue Phase der Marktkonsolidierung und Zusammenarbeit im europäischen Online-Modehandel einläutet.

Zalando Strategie 2026: Plan für zweistelliges Wachstum
Zalando Strategie 2026: Plan für zweistelliges Wachstum

Neuausrichtung durch Zalando Strategie 2026

Zum Jahresende 2025 blickt die Unternehmensführung auf eine 17-jährige Geschichte zurück, die von der Transformation eines Start-ups zu einem führenden europäischen Plattformbetreiber geprägt ist. Aktuell verzeichnet das Unternehmen mehr als 60 Millionen Kunden und über 7.000 Markenpartner in 29 Märkten. Die Co-CEOs betonen in ihrem Brief an die Mitarbeiter, dass das Jahr 2026 eines der entscheidenden Jahre in der Unternehmensgeschichte werden soll.

Ein wesentlicher Baustein dieser Zukunftsplanung ist die Zusammenführung von Kräften im europäischen Markt. Das Schreiben bestätigt, dass das „erfolgreiche Zusammengehen“ mit ABOUT YOU bereits Früchte trägt. Diese strategische Verbindung zielt darauf ab, den Einfluss beider Akteure zu vergrößern und den Fortschritt beim Aufbau eines paneuropäischen Ökosystems für Mode und Lifestyle zu beschleunigen. Im Kontext der Zalando Strategie 2026 wird deutlich, dass das Unternehmen bestrebt ist, durch Skaleneffekte und gebündelte Reichweite seine Marktposition gegen globale Konkurrenz zu festigen. Ziel ist es, nicht nur die Profitabilität zu steigern, sondern auch ein Ökosystem zu schaffen, das sowohl im B2C- als auch im B2B-Sektor dominiert.

Das Flywheel-Modell als Wachstumsmotor

Um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen, setzt das Management auf den sogenannten Flywheel-Effekt (Schwungrad-Effekt). Die Logik dahinter basiert auf der Annahme, dass eine größere Skalierung es ermöglicht, mehr Wert für Kunden, Partner und Investoren zu schaffen. Um dieses Rad in Bewegung zu setzen, ist jedoch eine erhöhte Cash-Generierung aus dem operativen Geschäft notwendig. Diese Mittel sollen gezielt in Bereiche reinvestiert werden, die den größten Nutzen stiften.

Im B2C-Bereich sieht die Zalando Strategie 2026 vor, die Plattform für Partner attraktiver zu gestalten. Durch effizientere Abläufe sowie verbesserte Tools und Dateneinsichten soll den Partnern geholfen werden, ihre Gewinne zu steigern. Dies soll wiederum dazu führen, dass Marken mehr in die Plattform investieren, was das Sortiment in Qualität und Quantität erweitert. Ein besseres Sortiment, kombiniert mit starker Kuratierung und Personalisierung, erhöht die Attraktivität für den Endkunden. Dies schließt den Kreis, da mehr Kundenaktivität zu höheren Umsätzen führt, die erneut in die Verbesserung der Plattform fließen können.

Stärkung des B2B-Geschäfts durch ZEOS

Neben dem klassischen Endkundengeschäft spielt der B2B-Sektor eine tragende Rolle in der Zukunftsplanung. Das Betriebssystem ZEOS für den Mode- und Lifestyle-E-Commerce dient als technologisches Rückgrat, um profitables Wachstum auch außerhalb der eigenen Plattform zu ermöglichen. Die Zalando Strategie 2026 impliziert hierbei eine enge Verzahnung der Logistik- und Softwareinfrastruktur.

Je mehr Marken auf der Plattform aktiv sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch die ZEOS-Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Die Nutzung der Logistikservices und Softwaretools soll die operative Effizienz der Markenpartner erhöhen und das Kundenerlebnis verbessern. Das Wachstum von ZEOS ermöglicht wiederum Investitionen in Infrastruktur und Technologie, was laut Unternehmensführung allen Beteiligten zugutekommt. Dieser sich selbst verstärkende Mechanismus wird als zentraler Hebel gesehen, um die Profitabilität des Gesamtkonzerns zu sichern.

Fokus auf operative Effizienz und KI-Integration

Ein weiterer Schwerpunkt des Schreibens liegt auf der Notwendigkeit, die operative Aufstellung des Unternehmens grundlegend zu transformieren. Die Führungsebene fordert eine Rückkehr zu einer „Start-up-Mentalität“ und eine Abkehr von komplexen Konzernstrukturen. Um die Zalando Strategie 2026 erfolgreich umzusetzen, seien schlankere Führungsebenen und effizientere Entscheidungsmechanismen notwendig. Das Ziel ist es, die Agilität eines kleinen Unternehmens mit der Schlagkraft eines großen Konzerns zu verbinden.

In diesem Zusammenhang wird die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung hervorgehoben. Diese Technologien werden nicht als Option, sondern als Verpflichtung betrachtet, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Investitionen in Daten und KI sollen das Produktangebot und die Dienstleistungen verbessern und das Unternehmen auf das Zeitalter des „Agentic Commerce“ vorbereiten. Effizienzsteigerungen werden als Voraussetzung gesehen, um finanzielle Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Die Co-CEOs machen deutlich, dass weder Kunden noch Partner bereit sind, für ineffiziente Abläufe zu bezahlen.

Wettbewerbsfähigkeit im globalen Vergleich

Der strategische Ausblick ordnet die Unternehmensziele auch in den geopolitischen Kontext ein. In einem globalen Wettbewerb, in dem Europa, die USA und China um technologische und wirtschaftliche Relevanz ringen, sieht sich das Unternehmen in der Pflicht, als europäischer Akteur auf Weltniveau zu agieren. Die Zalando Strategie 2026 wird als Antwort auf diese globalen Herausforderungen positioniert.

Das Management betont die Bedeutung, Unternehmen mit europäischen Wurzeln zu skalieren, die Wertschöpfung innerhalb Europas generieren. Der Anspruch ist es, sich an den global Besten zu messen und neue Standards für Innovation und Exekution zu setzen. Die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern aus über 140 Nationen wird dabei als Stärke hervorgehoben, um eine Unternehmenskultur zu fördern, die auf Leistung, Unternehmertum und operative Exzellenz ausgerichtet ist. Das Jahr 2026 soll somit den Übergang zu einem Unternehmen markieren, das nicht nur in seiner Industrie führend ist, sondern diese aktiv neu gestaltet.

Faktenbox

Zalando Strategie 2026
Gründungsjahr 2008 (Berlin)
Co-CEOs Robert Gentz, David Schneider
Aktive Kunden Über 60 Millionen
Märkte 29 europäische Märkte
Markenpartner Über 7.000
B2C-Marken Zalando, ABOUT YOU
B2B-Bereiche ZEOS, Tradebyte, SCAYLE
Strategische Schwerpunkte 2026 KI-Integration, Flywheel-Effekt, Operative Effizienz, B2B-Ausbau