SellerX Krise erreicht neuen Höhepunkt: Massive Einschnitte bestätigt
Die SellerX Krise erreicht einen neuen Höhepunkt. Der Berliner E-Commerce-Aggregator halbiert seine Belegschaft und reduziert sein Markenportfolio auf weniger als zehn Kernmarken. Nach einer bereits im Februar erfolgten Entlassungsrunde folgt nun der nächste tiefe Einschnitt. Das Handelsblatt berichtet, dass SellerX künftig nur noch rund 300 Mitarbeiter beschäftigen wird – ein drastischer Schritt, der den wirtschaftlichen Druck im Unternehmen deutlich zeigt. Damit ist die SellerX Krise nicht mehr nur eine Phase vorübergehender Unsicherheit, sondern eine tiefgreifende strukturelle Herausforderung.
SellerX Krise verschärfte sich durch BlackRock
Inhaltsverzeichnis
Ein weiterer Wendepunkt in der SellerX Krise wurde bereits im Herbst 2024 sichtbar, als der Großinvestor BlackRock eine Versteigerung des Unternehmens vorbereitete. SellerX war nicht mehr in der Lage, einen Kredit über 400 Millionen US-Dollar zu bedienen, der im Zuge der Übernahme von Elevate Brands sogar auf 500 Millionen US-Dollar ausgeweitet worden war. Da die Zahlungen ausblieben und der Kredit in den „Non-Accrual“-Status rutschte, prüften BlackRock und der ebenfalls beteiligte Kreditverwalter Victory Park Capital die vollständige Übernahme des Unternehmens. Das Bundeskartellamt leitete hierzu am 22. August eine Prüfung ein – ein Vorgang, der die finanzielle Tiefe der SellerX Krise deutlich machte und die Risiken für Investoren offenlegte.
Zweite Entlassungswelle verstärkt die SellerX Krise
Bereits Anfang 2025 hatte SellerX etwa 170 Stellen gestrichen und das Portfolio von 67 auf 19 Marken reduziert. Nun fällt die Kürzung noch gravierender aus: Ein Großteil des verbliebenen Teams wird abgebaut, und zahlreiche weitere Marken verschwinden aus dem Sortiment. Laut Berichten gehören nur wenige Brands wie „The Cat Ladies“ oder „Big Fudge“ weiterhin zum Kern. Die Maßnahmen zeigen, wie ernst die SellerX Krise inzwischen geworden ist und wie weitreichend die Konsolidierung ausfallen muss, um die Kosten zu stabilisieren.
Aufstieg und Fall von SellerX
Hintergründe: Warum sich die SellerX Krise zuspitzt
Die Ursachen liegen in einem Geschäftsmodell, das lange als vielversprechend galt: das Aufkaufen und Skalieren erfolgreicher Amazon-Marken. Doch viele der übernommenen Händler passten strategisch nicht zusammen, und die Synergieeffekte blieben aus. Steigende Zinsen, höhere Betriebskosten und ein zurückhaltendes Investorenumfeld verschärften zusätzlich die finanzielle Lage. Bereits zu Jahresbeginn hatte CEO Olivier Van Calster eingeräumt, dass frühere Zukäufe „unkohärent“ gewesen seien und nun rückgängig gemacht werden müssten. Diese Aussage wurde rückblickend zu einem deutlichen Vorzeichen der SellerX Krise.
Vom Unicorn zur Sanierungsbaustelle
SellerX galt einst als Vorzeigeunternehmen der deutschen Aggregatoren-Szene. 2020 gestartet, schnell mit über 750 Millionen Euro Kapital ausgestattet, zeitweise mit einer Bewertung über einer Milliarde US-Dollar: Der Aufstieg war ebenso schnell wie beeindruckend. Doch seit 2023 kämpft die gesamte Aggregatorenbranche mit einer Welle von Verlusten und Personalabbau. Die SellerX Krise ist damit Teil einer umfassenderen Marktbereinigung. Besonders deutlich wurde die angespannte Lage im Herbst 2024, als eine drohende Zwangsversteigerung im letzten Moment abgewendet wurde – ein Ereignis, das den Ernst der Lage offenlegte.
Zukunftsaussichten: Konsolidierung als letzter Ausweg
Mit der nun angekündigten drastischen Straffung versucht das Unternehmen, die SellerX Krise zu bewältigen und eine stabile Grundlage für einen möglichen Turnaround zu schaffen. Die Konzentration auf wenige, profitablere Marken und eine deutlich schlankere Organisation sollen die Kosten reduzieren und die Effizienz steigern. Dennoch bleibt unklar, ob dieser Sparkurs ausreicht. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass auch andere Aggregatoren wie Razor Group oder Berlin Brands Group ähnliche Probleme haben. Die Herausforderungen scheinen weniger firmenspezifisch als vielmehr modellbedingt.
Ob SellerX langfristig eigenständig bleibt oder einen Käufer sucht, bleibt offen. Sicher ist nur: Die SellerX Krise markiert einen Wendepunkt. Für verbliebene Mitarbeiter, Investoren und Marken steht die Frage im Raum, ob das Unternehmen aus eigener Kraft den Turnaround schafft oder ob die Konsolidierung nur ein Zwischenschritt vor einer grundlegenden Neuausrichtung ist.
Faktenbox
| SellerX Krise | |
|---|---|
| Gründung: | 2020 in Berlin |
| Gründer: | Malte Horeyseck, Philipp Triebel |
| Beschäftigte (Anfang 2025): | Über 800 |
| Beschäftigte (Ende 2025): | Rund 300 |
| Marken im Portfolio (Anfang 2025): | 67 |
| Marken im Portfolio (Ende 2025): | Unter 10 |
| Eingeworbenes Kapital: | ~750 Mio. Euro |
| Hauptinvestoren: | u. a. BlackRock, Sofina, Cherry Ventures |