Shopping-Funktion für Copilot: Microsoft startet KI-Einkaufsassistent

Mit der neuen Shopping-Funktion für Copilot erweitert der Softwarekonzern Microsoft seinen KI-Assistenten zunächst in den USA um Funktionen für Online-Einkauf und Kaufberatung. Copilot soll künftig nicht mehr nur bei Texterstellung oder Recherche helfen, sondern Produkte finden, Preise vergleichen, Bewertungen zusammenfassen und Kaufzeitpunkte analysieren. Damit stellt sich Copilot als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Shopping-Plattformen wie Amazon oder Google Shopping auf.

Shopping-Funktion für Copilot: Microsoft startet KI-Einkaufsassistent
Shopping-Funktion für Copilot: Microsoft startet KI-Einkaufsassistent

Was beinhaltet die Shopping-Funktion für Copilot

Die Shopping-Funktion für Copilot erlaubt es Nutzenden, direkt über Copilot nach Produkten zu suchen. Copilot zeigt Ergebnisse in Form von Karten (Kacheln) mit Produktbild, Preis, Händlerinformationen und Bewertungen an. Nutzer können so mehrere Produkte vergleichen, ohne mehrere Webseiten manuell öffnen zu müssen. Laut offizieller Beschreibung kann Copilot Preisentwicklungen nachverfolgen, Preisverluste erkennen und Verkäufe nachverfolgen.

Zudem enthält die Shopping-Funktion Hinweise auf Durchschnittspreise oder Preisentwicklungen („Price Insights“) – also eine Art Empfehlung, wann der beste Kaufzeitpunkt sein könnte. Das soll helfen, günstigere Angebote zu erkennen oder auf Preisrückgänge zu warten.

Eine weitere Komponente – „Review Insights“ – soll automatisch Kundenbewertungen auswerten, Vor- und Nachteile zusammenfassen und so den Nutzer bei der Einschätzung eines Produkts unterstützen. Laut Berichten soll die Funktion Nutzern einen schnellen Überblick über Bewertungen liefern und eine fundierte Kaufentscheidung erleichtern.

Warum dieser Schritt relevant ist

Mit der Shopping-Funktion für Copilot verschiebt Microsoft Copilot von einem reinen Assistenz- und Produktivitäts-Tool zu einem vollwertigen Einkaufsassistenten. Damit greift Microsoft in ein Marktsegment ein, das bisher von großen Online-Marktplätzen und Suchmaschinen dominiert wurde.

Für Nutzer bedeutet das: Weniger Wechsel zwischen verschiedenen Webseiten, schnellere Preis- und Produktvergleiche und unmittelbare Kaufberatung. Für Händler und Online-Shops könnte es bedeuten, dass Auffindbarkeit und Datenqualität wichtiger werden als klassische Werbung. Denn wenn eine KI wie Copilot Produktempfehlungen liefert, hängt Sichtbarkeit stark von der Qualität der angebotenen Daten ab.

Ein vergleichbarer Dienst ist inzwischen auch bei der Konkurrenz angekommen: ChatGPT Shopping bietet seit Sommer 2025 eine ähnliche Funktionalität. Nutzer können direkt im Chat nach Produkten fragen und erhalten passende Empfehlungen mit Bildern, Preisen, Bewertungen und Links zu Händlern. Für Deutschland wurde ChatGPT Shopping offiziell verfügbar gemacht.

Der Wettbewerb im Bereich „KI-gestütztes Shopping“ nimmt also Fahrt auf — und auch klassische Suchmaschinen oder Preisvergleichsportale müssen sich auf neue Mechanismen einstellen.

Unterschiede zu ChatGPT Shopping und anderen KI-Shoppingdiensten

Obwohl ChatGPT Shopping und die Shopping-Funktion für Copilot ähnliche Ziele verfolgen — nämlich komfortables, KI-gestütztes Einkaufen — gibt es Unterschiede im Ansatz und möglichen Funktionsumfang.

Bei ChatGPT Shopping liegt der Fokus auf einer dialogorientierten Produktsuche: Nutzer formulieren natürlichsprachliche Anfragen wie „beste Espressomaschine unter 200 €“ oder „leichte Sommerjacke mit Kapuze unter 100 €“ und erhalten kuratierte Vorschläge mit Bildern, Preisen und Händlerinformationen. Die Auswahl erfolgt ohne Werbung – also keine gesponserten Anzeigen, sondern möglichst neutrale Treffer auf Basis von Datenqualität und Relevanz.

Auch bei Copilot soll laut Microsoft die Beratung unparteiisch sein und auf neutralen Daten basieren. Copilot war bislang vor allem ein Produktivitäts- und Recherche-Tool; mit der Shopping-Funktion weitet Microsoft das Anwendungsspektrum deutlich aus.

Ein weiterer Unterschied ergibt sich durch die Integration ins Microsoft-Ökosystem: Copilot ist bereits auf vielen Geräten verfügbar — Windows-PCs, Browser (Edge), macOS, mobile Geräte — was den Zugang zur Shopping-Funktion besonders einfach macht.

Datenschutz und Marktverfügbarkeit

Laut Angaben von Microsoft ist Copilot grundsätzlich weltweit verfügbar — doch nicht alle Funktionen sind in allen Ländern gleich. Die Shopping-Funktion ist daher nur in bestimmten Märkten verfügbar. Nutzer sollten vor dem Kauf stets prüfen, ob Informationen zu Preis, Verfügbarkeit und Konditionen auf der Händlerseite stimmen, da Microsoft keine Haftung für Änderungen übernimmt.

Welche Märkte aktuell unterstützt werden, ist nicht abschließend öffentlich dokumentiert — zum Zeitpunkt der Berichterstattung signalisiert Microsoft, dass die Funktion schrittweise ausgerollt werde.

Bedeutung für E-Commerce, SEO und Online-Handel

Der Einstieg von Copilot als Shopping-Assistent könnte weitreichende Folgen für den E-Commerce haben. Für Onlinehändler bedeutet dies, dass strukturierte Daten, korrekte Produktbeschreibungen, Bewertungen und eine gute Datenpflege zum Schlüssel werden, um von Kopilot-Empfehlungen zu profitieren — ähnlich wie bei ChatGPT Shopping. Blogs und Portale, die bislang mit Produktvergleichen und Preisvergleichen Umsätze generiert haben, könnten an Bedeutung verlieren, da Nutzer Kaufentscheidungen direkt über die KI treffen.

Auch für SEO verändert sich das Spiel: Nicht mehr nur klassische Suchmaschinenrankings sind relevant, sondern auch die Auffindbarkeit in KI-basierten Shopping-Assistenten. Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass KI-Systeme Produktdaten erkennen und korrekt einordnen können — z. B. durch strukturierte Daten (Schema.org), saubere Produkttexte, Verfügbarkeit, Bewertungen und klare Meta-Informationen.

Risiken und Herausforderungen

Trotz aller Vorteile birgt die Integration von Shopping-Funktionen in KI auch Risiken und offene Fragen. Zwar liefert Copilot Empfehlungen und Preisanalysen — dennoch bleiben Preis und Verfügbarkeit letztlich in der Verantwortung der Händler. Änderungen oder Fehler können auftreten; Nutzer müssen die Daten vor dem Kauf kritisch prüfen. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine Haftung für Abweichungen übernimmt.

Für Händler und E-Commerce-Anbieter besteht die Herausforderung darin, ihre Datenqualität sicherzustellen. Unvollständige oder fehlerhafte Produktangaben könnten dazu führen, dass Produkte von der KI übersehen werden oder falsch dargestellt werden. Gerade kleinere Anbieter könnten hier benachteiligt sein, wenn sie nicht über die technischen Ressourcen verfügen.

Zudem besteht für traditionelle Webseiten mit Preisvergleichen und Produktbewertungen das Risiko, dass sie an Relevanz verlieren, wenn Nutzer ihre Kaufentscheidung zunehmend über KI-Assistenten treffen.

Wohin sich der KI-Einkauf bewegt

Die Einführung der Shopping-Funktion für Copilot markiert einen weiteren Schritt hin zu einem konversationellen, KI-gestützten Online-Einkauf. In Kombination mit ähnlichen Angeboten wie ChatGPT Shopping entsteht allmählich ein neues Ökosystem, in dem KI-Assistenten als Einstieg in den Kaufprozess dienen — nicht klassische Suchmaschinen oder Price-Comparison-Portale.

Für Nutzer könnten sich Einkauf und Preisvergleich deutlich vereinfachen. Für Händler und Anbieter im E-Commerce steigt die Bedeutung einer sauberen, strukturierten Datenpflege und technischer Vorbereitung. Wer frühzeitig reagiert, hat gute Chancen, in diesem neuen Umfeld sichtbar zu bleiben.

Wie sich das Nutzerverhalten mittelfristig ändert — ob viele Menschen auf Copilot & Co. vertrauen oder klassisch über Online-Shops shoppen — bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit der Shopping-Funktion für Copilot beginnt eine neue Phase des Online-Handels — vielleicht ist dies der Auftakt zu einer breiteren Verschmelzung von KI und E-Commerce.

Relevanz für den digitalen Handel

Die Shopping-Funktion für Copilot könnte den Online-Einkauf nachhaltig verändern – hin zu einer KI-gestützten, konversationellen Erlebniswelt, in der der Weg zum Kauf einfacher, schneller und datenbasiert ist. Für Verbraucher ergeben sich neue Möglichkeiten der Orientierung und Effizienz; für Händler neue Anforderungen hinsichtlich Datenpflege und Sichtbarkeit. Ob Microsoft mit diesem Schritt langfristig erfolgreich ist und wie stark Nutzer den Komfort einer KI-gestützten Kaufberatung annehmen, bleibt ein spannendes Experiment — mit potenziell weitreichenden Folgen für E-Commerce und Online-Handel.

Faktenbox

Shopping-Funktion für Copilot
Funktion Produktsuche, Preisvergleich, Preisverfolgung, Bewertungsauswertung, Kaufempfehlungen
Darstellung Produktkarten mit Bild, Preis, Händler und Bewertungen
Analysefunktionen Preis-Insights (Durchschnittspreise, Preisverläufe), Review-Insights (Bewertungs-Zusammenfassung)
Zielgruppe Nutzer, die online einkaufen und Beratung bei Preis/Leistung wünschen
Verfügbarkeit Schrittweiser Rollout; Shopping-Features derzeit nur in bestimmten Märkten verfügbar
Verantwortlichkeit Preis und Verfügbarkeit liegen beim Händler, Copilot liefert nur Informationen und Empfehlungen
Auswirkung auf E-Commerce Erhöhte Bedeutung strukturierter Daten und qualitativ gepflegter Produktinformationen