ifo Geschäftsklimaindex November 2025: Stimmung verschlechtert sich erneut

Der ifo Geschäftsklimaindex November 2025 zeigt eine leichte Eintrübung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland. Der Index sank von 88,4 Punkten im Oktober auf 88,1 Punkte im November. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas besser bewerteten, fielen die Geschäftserwartungen deutlich pessimistischer aus. Damit bleibt die deutsche Wirtschaft weiterhin skeptisch, was eine kurzfristige Erholung betrifft.

Geschäftsklimaindex November 2025: Stimmung verschlechtert sich erneut
Geschäftsklimaindex November 2025: Stimmung verschlechtert sich erneut

Lageurteile und Erwartungen im Überblick

Mit Blick auf den Geschäftsklimaindex November 2025 wird sichtbar, dass die aktuelle Geschäftslage leicht stabilisiert ist. Der Lageindex stieg von 85,3 auf 85,6 Punkte. Gleichzeitig verlor der Erwartungsindikator spürbar an Dynamik und sank von 91,6 auf 90,6 Punkte. Dieser Rückgang ist ausschlaggebend für den leichten Indexverlust insgesamt.

Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe haben die Unternehmen ihre Erwartungen zurückgenommen. Der rückläufige Auftragsbestand und eine gedämpfte Auslandsnachfrage belasten die Einschätzungen. Die laufenden Geschäfte wurden zwar etwas besser eingeschätzt, dennoch bleibt das Stimmungsbild angespannt.

Branchenanalyse: Deutliche Unterschiede sichtbar

Die Entwicklung im Dienstleistungssektor zeigt im Geschäftsklimaindex November 2025 leichte Verbesserungen. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas positiver, auch wenn die Erwartungen marginal zurückgingen. Auffällig bleibt der Transport- und Logistikbereich, der aufgrund steigender Kosten und schwacher Auslastung einen Rückschlag verzeichnet.

Im Tourismus hingegen hellte sich die Stimmung deutlich auf. Saisonale Impulse sorgten für bessere Lageurteile und stabile Erwartungen.

Der Handel zeigt ein gegensätzliches Bild: Der Geschäftsklimaindex November 2025 weist hier eine Verschlechterung aus. Sowohl Lage als auch Erwartungen fielen schwächer aus. Besonders der Einzelhandel zeigt sich zum Start des Weihnachtsgeschäfts verhalten. Preisbewusstsein und konsumseitige Unsicherheiten dämpfen die Aussichten.

Auch das Bauhauptgewerbe bleibt unter Druck. Während die aktuelle Lage in den vergangenen Monaten Tendenzen der Stabilisierung zeigte, fielen die Erwartungen erneut pessimistischer aus. Vor allem im Wohnungsbau bleibt die Nachfrage schwach und sorgt für eine gedämpfte Gesamtentwicklung.

Konjunkturelle Einordnung der aktuellen Daten

Die ifo Konjunkturuhr ordnet die Ergebnisse des Geschäftsklimaindex November 2025 erneut im Bereich erhöhter Unsicherheit ein. Verbesserungen bei der Lage treffen auf zurückgehende Erwartungen – ein typisches Muster für eine fragile Wirtschaftslage. Die ifo Geschäftsunsicherheit bleibt zudem auf erhöhtem Niveau. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre Geschäftslage für die kommenden Monate verlässlich einzuschätzen.

Auch die ifo Konjunkturampel signalisiert keine klare Richtung. Die Wahrscheinlichkeit für eine konjunkturelle Expansion liegt weiterhin im mittleren Bereich. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass sowohl Aufhellungen als auch Rückschläge im Verlauf des Winters möglich sind.

Zeitlicher Verlauf im Jahr 2025

Der Geschäftsklimaindex November 2025 fügt sich in eine insgesamt durchwachsene Jahresentwicklung ein. Von 85,3 Punkten im Januar stieg der Index im Jahresverlauf bis Juli auf 88,6 Punkte an. Seit August ist erneut eine Abschwächung sichtbar. Diese Bewegung spiegelt die weltweit verhaltene Konjunkturdynamik wider.

Auffällig ist, dass die Erwartungen im Sommer deutlich zugelegt hatten, nun jedoch wieder nachgeben. Dies deutet darauf hin, dass Unsicherheiten wie Energiepreise, geopolitische Risiken und globale Nachfrageeinbrüche stärker wirken als angenommen.

Vorsicht bleibt das dominierende Signal

Der Geschäftsklimaindex November 2025 macht deutlich, dass Unternehmen weiterhin vorsichtig in die Zukunft blicken. Viele Branchen sehen kurzfristig keine deutliche Erholung. Im Dienstleistungssektor könnte die Binnennachfrage einige Stabilisierungsimpulse liefern, während exportorientierte Bereiche stärker unter globalen Unsicherheiten leiden.

Ob sich die Erwartungen im Winter wieder erholen, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Finanzierungsbedingungen, geopolitischen Risiken und der globalen Nachfrage ab. Der ifo Index bleibt damit ein wichtiger Taktgeber für die konjunkturelle Orientierung der nächsten Monate.

Faktenbox

Geschäftsklimaindex November 2025
IndexstandRückgang von 88,4 auf 88,1 Punkte
Aktuelle LageAnstieg von 85,3 auf 85,6 Punkte
ErwartungenSenkung von 91,6 auf 90,6 Punkte
Schwachste BrancheVerarbeitendes Gewerbe mit deutlichem Erwartungsrückgang
Stärkste TendenzTourismus mit deutlich aufgehellten Lageurteilen