Gen Z ist anfällig für Phishing – aktuelle Zahlen zeigen hohes Risiko
Die Gen Z gilt als besonders internetaffin und technikversiert. Doch eine aktuelle Umfrage der Initiative Sicher Handeln (ISH) in Zusammenarbeit mit YouGov zeigt: Gen Z ist anfällig für Phishing und erkennt häufig zentrale Warnsignale nicht. Damit sind gerade die Digital Natives einer Generation besonders gefährdet, obwohl sie im Netz groß geworden sind.
Studie zeigt gefährliche Fehleinschätzung der digitalen Generation
Inhaltsverzeichnis
Die Befragung wurde vom 8. bis 10. September 2025 unter 2.044 Personen in Deutschland durchgeführt. Fast jeder Zweite der Gen Z (49 %) erkennt typische Phishing-Merkmale wie ungefragt zugesandte E-Mail-Anhänge nicht als Risiko. Gleichzeitig glauben 76 % aller Befragten, noch nie Opfer eines Phishing-Angriffs geworden zu sein – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Auffällig:
- 75 % der Gen Z sind überzeugt, bisher nicht betroffen gewesen zu sein.
- Bei den Babyboomern (1946–1964) sind es sogar 80 %, bei der Generation X (1965–1980) 78 %.
Die Initiative warnt, dass digitale Routine allein keinen Schutz bietet. Gen Z ist anfällig für Phishing, weil Angriffe immer professioneller gestaltet sind und vertraut wirken.
Warnsignale werden häufig übersehen
Obwohl 77 % aller Befragten misstrauisch reagieren, wenn sie zur Eingabe sensibler Daten aufgefordert werden, tun dies nur 69 % der Gen Z. Bei dringenden Handlungsaufforderungen sinkt die Aufmerksamkeit sogar auf 62 %.
Weitere zentrale Warnsignale werden oft nicht erkannt:
- Unpersönliche Anreden: nur 63 % der Gen Z reagieren misstrauisch.
- Fehlerhafte Links: 68 % erkennen sie.
- Rechtschreibfehler: nur 63 % der Gen Z achten darauf.
- Unverlangt zugesandte Anhänge: nur 51 % der Gen Z reagieren skeptisch.
Die Zahlen zeigen, dass Gen Z anfällig für Phishing bleibt, obwohl sie digital versiert ist.
Phishing-Angriffe in vielen Varianten
Die Studie verdeutlicht die Bandbreite möglicher Betrugsmaschen. Am häufigsten genannt wurden vermeintliche Sicherheitswarnungen (13 %) und gefälschte Paketbenachrichtigungen (13 %). Dahinter folgen E-Mails im Namen von Banken oder Zahlungsdiensten (11 %), Nachrichten angeblicher Angehöriger (9 %) sowie Mitteilungen von Online-Shops oder Marktplätzen (8 %). Auch Jobangebote oder Wohnungsanzeigen werden als Köder eingesetzt.
Betrüger nutzen längst nicht mehr nur klassische E-Mails, sondern auch Messenkriger-Dienste und SMS. Gerade die Generation Z, die permanent online ist, reagiert häufig spontan – und wird so leicht zum Ziel.
Finanzielle Schäden und Identitätsdiebstahl
15 % der Befragten wurden bereits Opfer von Phishing. Viele meldeten zwar keinen direkten finanziellen Verlust, doch der Diebstahl von Zugangsdaten birgt erhebliche Folgerisiken.
- Am stärksten betroffen sind die 35- bis 44-Jährigen: Jeder Zwanzigste hat bis zu 500 Euro verloren.
- Vier Prozent der 18- bis 24-Jährigen verloren bis zu 2.500 Euro.
- Zwei Prozent der 25- bis 44-Jährigen berichten von Verlusten bis zu 10.000 Euro.
- Ein Prozent der 45- bis 55-Jährigen erlitt Schäden von über 10.000 Euro.
Die Experten warnen: Phishing ist oft der erste Schritt zu Identitätsdiebstahl und weiteren Angriffen.
Aufklärung bleibt entscheidend
Die Initiative Sicher Handeln ruft dazu auf, verdächtige Nachrichten zu hinterfragen und die SHS-Regel anzuwenden: Stoppen – Hinterfragen – Schützen. Harald Schmidt von der Initiative warnt: „Phishing ist vielseitig und professionell. Wer aufmerksam prüft, schützt sich und andere.“
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Gen Z ist anfällig für Phishing, weil Routine im Netz kein Schutzschild ist. Skepsis und kritisches Hinterfragen sind entscheidend.
Die aktuelle Studie macht klar: Gen Z ist anfällig für Phishing, obwohl sie sich oft sicher fühlt. Betrüger nutzen immer raffiniertere Methoden, um Vertrauen zu erschleichen. Aufklärung, Vorsicht und kritisches Prüfen von Nachrichten sind entscheidend, um künftige Schäden zu verhindern.
Faktenbox
| Gen Z ist anfällig für Phishing: ISH-Studie 2025 | |
|---|---|
| Teilnehmerzahl | 2.044 Befragte (repräsentativ, ab 18 Jahren) |
| Zeitraum der Erhebung | 08.–10. September 2025 |
| Gen Z erkennt Anhänge nicht als Risiko | 49 % |
| Glauben, nie Opfer gewesen zu sein | 76 % aller Befragten |
| Häufigste Angriffsarten | Sicherheitswarnungen & Paketbenachrichtigungen (je 13 %) |
| Verluste bis 2.500 Euro (18–24 Jahre) | 4 % |
| Empfohlene Schutzregel | SHS: Stoppen – Hinterfragen – Schützen |