Zölle belasten US-Einzelhändler: Importe brechen 2025 ein
Zölle belasten US-Einzelhändler zunehmend und führen zu einem spürbaren Rückgang der Importe. Prognosen zeigen, dass die Einfuhren bis Ende 2025 deutlich sinken werden. Händler müssen ihre Bestände und Lieferketten anpassen, um steigenden Kosten und unsicheren Rahmenbedingungen zu begegnen.
US-Einzelhändler im Anpassungsdruck durch Zölle
Inhaltsverzeichnis
Die jüngsten Zollerhöhungen in den USA verändern die Importstrategien vieler Einzelhändler. Laut dem Global Port Tracker der National Retail Federation (NRF) und Hackett Associates zeigte sich im Juli 2025 noch ein Hoch: 2,36 Millionen Standardcontainer (TEU) wurden abgefertigt – ein Plus von 20,1 Prozent gegenüber Juni. Grund war, dass Händler ihre Importe vorzogen, um neue Zölle zu umgehen.
Seit August ist jedoch ein klarer Rückgang absehbar. Für September 2025 wird ein Minus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, im Oktober ein Rückgang um rund 13 Prozent. Im November sollen die Importe um knapp 20 Prozent niedriger liegen, im Dezember sogar um gut 20 Prozent – auf nur noch 1,70 Millionen TEU, den niedrigsten Monatswert seit März 2023. Damit zeigt sich: Zölle belasten US-Einzelhändler nicht nur durch höhere Kosten, sondern auch durch veränderte Importmuster.
Zölle erhöhen Kosten und Unsicherheit
Die Einführung neuer Zölle hat etablierte Lieferketten durcheinandergebracht. Seit August gelten wechselseitige Abgaben für mehrere Länder, hinzu kam ein zusätzlicher Aufschlag von 25 Prozent auf Waren aus Indien, womit die Gesamtrate 50 Prozent erreicht. Eine weitere Erhöhung für China wurde auf November verschoben, um Verhandlungen Raum zu geben.
Jonathan Gold, Vizepräsident für Supply Chain und Zollpolitik bei der NRF, betont: „Diese Zölle und die damit verbundenen Störungen in den Lieferketten führen letztlich zu höheren Preisen für amerikanische Konsumenten.“ Für Händler bedeutet das steigende Beschaffungskosten und erschwerte Kalkulationen – besonders mit Blick auf die wichtige Weihnachtssaison.
Prognose für das Gesamtjahr 2025
Trotz eines positiven ersten Halbjahres (12,53 Millionen TEU, +3,6 % gegenüber 2024) fällt die Jahresbilanz voraussichtlich schwächer aus. Der Global Port Tracker prognostiziert 24,7 Millionen TEU für das Gesamtjahr 2025, ein Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zu 2024. Manche Schätzungen gehen sogar von einem Minus von mehr als 5 Prozent aus, wenn man nur die zweite Jahreshälfte betrachtet.
Ben Hackett, Gründer von Hackett Associates, unterstreicht: „Sektorenspezifische Zölle beeinflussen den Zeitpunkt und die Höhe der Importe. Diese Unsicherheit stellt US-Einzelhändler insbesondere vor der Weihnachtssaison vor große Probleme.“
Perspektiven für US-Einzelhändler
Sollten die geplanten weiteren Zollerhöhungen umgesetzt werden, dürfte sich der Druck auf die Importströme weiter verschärfen. Für US-Händler wird eine flexible Beschaffungsstrategie entscheidend, um Lagerkosten, Preisgestaltung und Lieferfähigkeit besser steuern zu können. Kurzfristige Änderungen in der Handelspolitik könnten künftig noch stärkere Effekte auf die Versorgungsketten entfalten.
Faktenbox
| Zölle belasten US-Einzelhändler | |
|---|---|
| Abgefertigte Container im Juli 2025 | 2,36 Mio. TEU (+1,8 % YoY) |
| Prognose August 2025 | 2,20 Mio. TEU (−2,0 % YoY) |
| Prognose September 2025 | 2,12 Mio. TEU (−6,8 % YoY) |
| Prognose Oktober 2025 | 1,95 Mio. TEU (−13,2 % YoY) |
| Prognose November 2025 | 1,74 Mio. TEU (−19,5 % YoY) |
| Prognose Dezember 2025 | 1,70 Mio. TEU (−20,1 % YoY) |
| Gesamtjahresprognose 2025 | 24,7 Mio. TEU (−3,4 % ggü. 2024) |
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