Wachsende Bedeutung von Online-Zahlungen im B2B-Handel
Die aktuelle Erhebung des B2BEST Barometer 2025 von ECC Köln und Creditreform verdeutlicht, wie stark sich Online-Zahlungen im B2B-Handel verändern. Flexible Zahlungsoptionen gelten inzwischen als unverzichtbar, gleichzeitig nimmt das Betrugsrisiko weiter zu. Trotz dieser Herausforderungen zeichnet sich eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtlage ab.
Flexibilität wird zum entscheidenden Faktor
Inhaltsverzeichnis
Die befragten Großhändler und Hersteller beobachten deutliche Unterschiede im Zahlungsverhalten ihrer Kundengruppen. 87 Prozent der Unternehmen geben an, dass diese Entwicklung flexible Prozesse erfordert. Rund neun von zehn Befragten stufen daher vielfältige Online-Zahlungen im B2B-Handel als zentral ein, um den Erwartungen gerecht zu werden.
Gleichzeitig spüren viele Firmen wachsende Risiken: Die Hälfte sieht steigende Forderungsvolumina, 48 Prozent ein häufigeres Ausreizen von Zahlungszielen. Mehr als zwei Drittel rechnen mit einer weiteren Verschlechterung des Zahlungsverhaltens. Um Zahlungsausfälle zu vermeiden, kombinieren viele Unternehmen spezialisierte Finanzdienstleister, flexible Zahlungsmethoden und Echtzeit-Checks der Bonität.
Vielfalt der angebotenen Zahlungsarten
Das B2BEST Barometer 2025 zeigt, dass 86 Prozent der B2B-Unternehmen ihr Payment-Angebot individuell anpassen. Bei den häufigsten Verfahren dominieren Lastschrift (75 %), Kreditkarte (75 %) und Vorkasse (73 %). Echtzeitüberweisungen und PayPal bewegen sich mit Werten zwischen 70 und 73 Prozent auf einem ähnlich hohen Niveau. Rechnungskauf mit Factoring bieten 62 Prozent, auf eigenes Risiko 53 Prozent an.
Eine besondere Rolle spielt das Modell „Buy Now Pay Later“. Zwar nutzen bisher nur 35 Prozent der Anbieter BNPL, doch weitere 35 Prozent planen die Einführung. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen greifen darauf zurück. Damit wird deutlich: Die Bedeutung von BNPL im Kontext der Online-Zahlungen im B2B-Handel wächst spürbar.
Betrugsrisiken nehmen weiter zu
Die Digitalisierung der Zahlungsprozesse erhöht nicht nur Komfort, sondern auch die Angriffsfläche für kriminelle Aktivitäten. Laut Erhebung waren 59 Prozent der befragten Unternehmen im laufenden Jahr von Betrugsfällen betroffen. Fake-Identitäten (46 %) und Kreditkartenmissbrauch (43 %) haben sich dabei besonders stark ausgeweitet. Knapp zwei Drittel erwarten, dass Betrugsfälle künftig noch zunehmen.
Eine Konsequenz daraus ist die zunehmende Automatisierung von Identitätsprüfungen beim Onboarding neuer Geschäftspartner. Diese Verfahren sollen Sicherheit und Geschwindigkeit in Einklang bringen – ein entscheidender Aspekt, um Vertrauen in Online-Zahlungen im B2B-Handel zu sichern.
Leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die wirtschaftliche Stimmung überwiegend positiv. 77 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Lage als gut oder befriedigend, der Mittelwert von 2,00 (Skala 1=sehr gut bis 5=sehr schlecht) signalisiert eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorquartal.
Besonders deutlich zeigt sich der Trend zu höheren Investitionen in digitales Onboarding (43 %), während Ausgaben für Social Media rückläufig sind. Damit spiegelt sich auch hier die Priorität wider, Abläufe rund um Online-Zahlungen im B2B-Handel zu optimieren.
Ausblick: Sicherheit und Flexibilität im Fokus
Das B2BEST Barometer 2025 macht klar: Für Unternehmen wird es zunehmend entscheidend, ein breites Spektrum an Online-Zahlungen im B2B-Handel bereitzustellen und gleichzeitig Betrugsrisiken wirksam einzudämmen. Während die wirtschaftliche Lage eine gewisse Stabilität signalisiert, rücken Sicherheit, Prozessoptimierung und Kundenorientierung stärker in den Mittelpunkt.
Faktenbox
| B2BEST Barometer 2025 – Online-Zahlungen im B2B-Handel | |
|---|---|
| Häufigste Zahlungsarten | Lastschrift (75 %), Kreditkarte (75 %), Vorkasse (73 %) |
| Rechnungskauf | 62 % mit Factoring, 53 % auf eigenes Risiko |
| Buy Now Pay Later | 35 % aktuell, weitere 35 % in Planung |
| Betrugsfälle 2025 | 59 % betroffen, deutlicher Anstieg bei Fake-Identitäten und Kreditkartenmissbrauch |
| Wirtschaftliche Lage | 77 % positiv bewertet, Mittelwert 2,00 (Skala 1–5) |