Transportlogistik: EHI-Studie zeigt Trend zu alternativen Antrieben

Die Transportlogistik befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute verdeutlicht, dass Unternehmen aus der Handelslogistik verstärkt auf alternative Antriebstechnologien setzen. Der Transformationsprozess ist bereits angelaufen, wird jedoch von hohen Kosten, fehlender Infrastruktur und technologischen Grenzen begleitet.

Transportlogistik: EHI-Studie zeigt Trend zu alternativen Antrieben
Transportlogistik: EHI-Studie zeigt Trend zu alternativen Antrieben

Umstellung auf alternative Antriebe

Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen aus der Handelslogistik haben bereits mit der Umstellung auf neue Antriebstechnologien begonnen oder bereiten diese vor. Rund 85 Prozent planen, innerhalb der nächsten sechs Jahre alternative Antriebe einzusetzen. Besonders kurzfristig aktiv zeigen sich 30 Prozent der Befragten, die den Wechsel innerhalb der kommenden drei Jahre vorsehen.

Vor allem leichtere Fahrzeuge wie Transporter und Lkw bis 7,5 Tonnen stehen im Fokus. Hier sehen die Unternehmen den größten praktischen Nutzen. Schwere Nutzfahrzeuge wie Sattelzugmaschinen gelten derzeit dagegen noch als schwer umsetzbar, da Reichweite, Infrastruktur und Kosten zu große Hürden darstellen.

Elektroantrieb dominiert die Transportlogistik

Mit einem Anteil von knapp 60 Prozent ist der Elektroantrieb heute die am häufigsten eingesetzte alternative Technologie. Besonders bei Kurzstrecken im urbanen Umfeld hat er sich etabliert. Weitere Antriebsformen spielen ebenfalls eine Rolle: Gasantriebe erreichen 45 Prozent, Plug-in-Hybride 39 Prozent.

Gas und Biokraftstoffe werden von den Befragten vor allem als pragmatische Übergangslösung betrachtet. Für die Zukunft sehen die meisten Unternehmen jedoch den Elektroantrieb als zentrale Technologie. Wasserstoff wird zwar für die Langstreckenlogistik als vielversprechend eingeschätzt, aktuell bremsen jedoch Kosten, fehlende Infrastruktur und geringe Effizienz die Umsetzung.

Hohe Investitionskosten bremsen Fortschritt

Die Ergebnisse der EHI-Studie zeigen, dass die Transportlogistik vor allem an den finanziellen Rahmenbedingungen scheitert. Für 92 Prozent der Unternehmen stellen die hohen Anschaffungskosten für alternative Fahrzeuge die größte Hürde dar.

Darüber hinaus sehen 70 Prozent die Reichweite der Fahrzeuge und die unzureichende Ladeinfrastruktur als Problem. Auch lange Lade- und Tankzeiten gelten für 65 Prozent als Herausforderung. Damit wird deutlich, dass technologische Innovationen allein nicht ausreichen – es braucht parallel einen gezielten Ausbau der Infrastruktur.

Technologische Innovationen eröffnen neue Chancen

Die Branche setzt große Hoffnungen auf Fortschritte bei Batterietechnologien, Wasserstofflösungen und synthetischen Kraftstoffen. Verbesserte Energiespeicher, effizientere Antriebe und ein wachsendes Angebot an Lade- und Tankmöglichkeiten könnten den Wandel beschleunigen.

Der Elektroantrieb gilt in der Transportlogistik langfristig als Schlüsseltechnologie. Während Gas und Biokraftstoffe nach Einschätzung der Befragten an Bedeutung verlieren werden, dürfte Wasserstoff mittelfristig eine größere Rolle spielen – insbesondere auf Langstrecken, wenn technische und infrastrukturelle Hürden überwunden sind.

Methodik und Hintergrund

Die EHI-Studie „Nachhaltigkeit in der Transportlogistik“ basiert auf einer Befragung von 38 Unternehmen aus dem DACH-Raum. Der größte Anteil der Teilnehmer stammt mit rund 70 Prozent aus dem Handel, ergänzt durch Logistikdienstleister, Konsumgüterhersteller und weitere Branchenakteure.

Die Untersuchung verdeutlicht, dass ökologische Aspekte zunehmend in den strategischen Planungen verankert werden. Regulatorische Vorgaben, gesellschaftliche Erwartungen und technologische Entwicklungen üben dabei zusätzlichen Druck aus.

Ausblick: Transportlogistik im Wandel

Die Transportlogistik wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Während der Umstieg auf alternative Antriebe im Bereich leichter Fahrzeuge bereits deutlich Fahrt aufgenommen hat, bleiben die Herausforderungen im Schwerlastverkehr bestehen. Die Branche steht vor der Aufgabe, ökonomische und ökologische Anforderungen miteinander zu verbinden und gleichzeitig praktikable Lösungen für Reichweite, Infrastruktur und Kosten zu entwickeln.

Die Studie macht klar: Der Transformationsprozess ist unausweichlich, verläuft jedoch in Etappen. Alternative Antriebe, allen voran der Elektroantrieb, werden die Transportlogistik langfristig prägen und Schritt für Schritt die etablierten Technologien ablösen.

Faktenbox

EHI-Studie: Transportlogistik im Wandel
Unternehmen im Umstellungsprozess Über 70 %
Geplanter Umstieg innerhalb 6 Jahre 85 %
Elektroantrieb im Einsatz 60 %
Gasantriebe im Einsatz 45 %
Plug-in-Hybride im Einsatz 39 %
Höchste Hürde 92 % sehen hohe Anschaffungskosten