Cybersicherheit im Straßenverkehr 2025: BSI legt Bericht vor
Zum Auftakt der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seinen Bericht zur Cybersicherheit im Straßenverkehr 2025 [PDF] vorgestellt. Der Bericht macht deutlich, dass die Sicherheit digitaler Systeme in Fahrzeugen und Infrastruktur zunehmend an Bedeutung gewinnt. Moderne Fahrzeuge sind heute durch Over-the-Air-Updates, vernetzte Steuergeräte und den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in Assistenzsystemen komplexe digitale Plattformen. Die Mobilität wird damit immer stärker von Software und Netzwerktechnologien geprägt.
Analyse der Cybersicherheitslage
Inhaltsverzeichnis
Im Rahmen der gesamtdeutschen Analyse der Cybersicherheitslage wertet das BSI auch Schwachstellen- und Vorfallsmeldungen aus der Automobilindustrie aus. Zwischen Februar 2024 und März 2025 wurden 107 Meldungen erfasst. Der Großteil der untersuchten Fälle erforderte physischen Zugriff auf Fahrzeugkomponenten oder zumindest räumliche Nähe, etwa bei Angriffen über Bluetooth oder WLAN. In 18 Fällen wurden jedoch Schwachstellen dokumentiert, die sich auch über das Internet ausnutzen ließen.
Das BSI stellt insgesamt eine Zunahme von Schwachstellen sowohl in herstellerseitiger Software als auch in externen Anwendungen fest. Ein unmittelbarer krimineller Missbrauch solcher Lücken ist bislang noch selten, doch die wachsende Zahl potenzieller Einfallstore macht deutlich, wie wichtig präventive Sicherheitsmaßnahmen sind.
Neue Bedrohungen durch digitale Abhängigkeiten
Besondere Risiken sieht das BSI im Bereich sogenannter „Cyber Dominance“. Gemeint ist die Möglichkeit der Einflussnahme durch digitale Produkte, die es Herstellern erlauben, Zugriff auf Fahrzeugfunktionen oder Daten zu erhalten. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und komplexer Lieferketten steigt die Angriffsfläche zusätzlich. Neue Risiken entstehen außerdem durch Manipulationen an KI-Komponenten und Fahrzeugsensoren, etwa durch gezielte Eingaben, die Systeme in die Irre führen können.
Auch die lange Lebensdauer von Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur erschwert die Sicherheitslage. Eine zentrale Herausforderung besteht in der rechtzeitigen Migration zu kryptographischen Verfahren, die gegen Angriffe von Quantencomputern resistent sind.
Einschätzung des BSI
BSI-Vizepräsident Thomas Caspers betonte bei der Vorstellung des Berichts: „Die digitalen Angriffsflächen im Automobilsektor wachsen rasant. Nicht nur für die Cybersicherheit im Straßenverkehr 2025, sondern auch im Hinblick auf die digitale Souveränität Deutschlands und Europas ist ein vertrauensvoller Austausch zwischen Unternehmen, Forschung und Behörden von entscheidender Bedeutung.“
Cybersicherheit müsse als Innovationstreiber verstanden werden. Entscheidend sei die konsequente Umsetzung der Prinzipien „Security by Design“ und „Security by Default“. Das BSI biete hierfür umfangreiche Informationen, Hilfestellungen und Austauschformate an.
Blick nach vorn
Der Bericht verdeutlicht, dass die Cybersicherheit im Straßenverkehr 2025 nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische Aufgabe ist. Zukünftig werden Fragen der digitalen Resilienz, der Absicherung von KI-gestützten Fahrfunktionen und der Schutz vor geopolitisch motivierten Angriffen die Agenda bestimmen. Gleichzeitig bieten Sicherheitsinnovationen Chancen, Vertrauen in die vernetzte Mobilität zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche zu sichern.
Faktenbox
| Cybersicherheit im Straßenverkehr 2025 | |
|---|---|
| Zeitraum der BSI-Analyse | Februar 2024 bis März 2025 |
| Anzahl bearbeiteter Meldungen | 107 Fälle |
| Davon Internet-basiert ausnutzbar | 18 Fälle |
| Hauptangriffsvektoren | Bluetooth, WLAN, externe Software |
| Neue Risiken | Manipulation von KI-Komponenten und Sensorik |
| Zentrale Herausforderung | Migration zu quantensicheren Verfahren |
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