ifo Geschäftsklimaindex 08/2025: leichte Aufhellung der Stimmung
Der ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 ist leicht gestiegen. Der Index legte im August von 88,6 Punkten im Juli auf 89,0 Punkte zu. Grund für die Verbesserung waren optimistischere Erwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage wurde dagegen etwas schwächer beurteilt. Damit setzt sich der seit Herbst 2024 erkennbare, aber nur schwache Aufwärtstrend fort. Insgesamt zeigt sich eine deutsche Wirtschaft, die sich zwar stabilisiert, jedoch weiterhin ohne spürbare Dynamik bleibt.
Entwicklung nach Wirtschaftsbereichen
Inhaltsverzeichnis
Im Verarbeitenden Gewerbe ging der ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 leicht zurück. Die Unternehmen äußerten weniger Zufriedenheit mit den laufenden Geschäften und korrigierten ihre Erwartungen nach unten. Eine deutliche Erholung bei den Auftragseingängen bleibt bislang aus. Innerhalb des Sektors gab es allerdings Unterschiede: Investitionsgüterhersteller berichteten von einer spürbaren Verbesserung, was auf eine vorsichtige Investitionsbereitschaft hinweist.
Im Dienstleistungssektor zeigte sich ein gemischtes Bild. Die aktuelle Lage wurde deutlich besser eingeschätzt, doch die Erwartungen verschlechterten sich. Auffällig ist die positive Entwicklung bei Architektur- und Ingenieurbüros, wo der Geschäftsklimaindikator anstieg. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass die Sektorendynamik stark von branchenspezifischen Faktoren geprägt ist.
Im Handel verschlechterte sich das Geschäftsklima weiter. Ursache waren vor allem schlechter laufende Geschäfte, während die Erwartungen für die kommenden Monate etwas weniger negativ ausfielen. Im Bauhauptgewerbe kam es nach einer längeren Phase stabiler Entwicklung zu einem Rückgang. Die Unternehmen waren unzufriedener mit der aktuellen Situation, blickten jedoch optimistischer auf die Zukunft.
Rückblick und längerfristige Einordnung
Ein Blick auf die Entwicklung seit Mitte 2024 zeigt, dass der Index mehrfach Schwankungen zwischen 84 und 89 Punkten verzeichnete. Der Tiefpunkt lag im Dezember 2024 bei 84,8 Punkten, seither hat sich der Wert langsam nach oben bewegt. Mit 89,0 Punkten liegt der ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 zwar etwas höher, bleibt aber klar unter dem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten (Basisjahr 2015).
Im internationalen Vergleich steht Deutschland weiterhin schwächer da. Während in den USA Stimmungsindikatoren für Unternehmen zuletzt deutlicher anzogen und in Teilen Europas, etwa in Spanien und den Niederlanden, eine stabilere Erholung sichtbar wurde, bleibt die deutsche Wirtschaft von Zurückhaltung geprägt. Hauptgründe sind eine schwache Industrieproduktion, eine moderate Konsumneigung sowie Unsicherheiten in der Energie- und Handelspolitik.
Methodik des Index
Der ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 basiert auf rund 9.000 monatlichen Unternehmensmeldungen aus Verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungen, Handel und Bauhauptgewerbe. Die Unternehmen geben an, ob sie ihre Lage als „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ einschätzen und ob sie ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ beurteilen. Aus den Antworten werden Salden berechnet, transformiert und auf das Jahr 2015 (=100) normiert. Der Index gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die deutsche Konjunktur.
Ausblick und Unsicherheiten
Mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich ein gespaltenes Bild. Einerseits deuten steigende Erwartungen im Bauhauptgewerbe und bei Investitionsgüterherstellern auf eine vorsichtige Verbesserung hin. Andererseits bleibt die Gesamtdynamik schwach.
Die ifo Konjunkturumfragen weisen zudem auf eine hohe Unsicherheit hin. Viele Unternehmen bewerten die Geschäftsentwicklung als schwer vorhersehbar, was insbesondere auf geopolitische Spannungen, schwankende Energiepreise und eine abwartende Konsumstimmung zurückgeführt wird. Auch die internationale Nachfrage ist für deutsche Exporteure noch nicht stabil genug, um für nachhaltige Impulse zu sorgen.
Die ifo Konjunkturuhr verortet die deutsche Wirtschaft derzeit im „Erholungs-Quadranten“: Die Erwartungen verbessern sich, die Lage bleibt aber per saldo unterdurchschnittlich. Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnte die deutsche Wirtschaft im Laufe des Jahres 2026 wieder in eine Phase stärkeren Wachstums übergehen.
Bedeutung für Politik und Unternehmen
Für die Wirtschaftspolitik liefert der ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 wichtige Hinweise. Die leichte Verbesserung der Erwartungen signalisiert, dass die Unternehmen trotz schwacher Lageperspektive Chancen für die Zukunft sehen. Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Investitionen erleichtern und Planungssicherheit erhöhen, könnten diesen Trend verstärken. Für Unternehmen bedeutet das aktuelle Umfeld, dass sie weiterhin mit Unsicherheit kalkulieren müssen, zugleich aber auch vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung nutzen können.
Faktenbox
| ifo Geschäftsklimaindex 08/2025 | |
|---|---|
| Gesamtindex | 89,0 Punkte (Juli: 88,6) |
| Aktuelle Lage | 86,4 Punkte (leichter Rückgang) |
| Erwartungen | 91,6 Punkte (Anstieg gegenüber Juli) |
| Verarbeitendes Gewerbe | leichter Rückgang, Investitionsgüter positiver |
| Dienstleistungssektor | gemischtes Bild, Erwartungen skeptischer |
| Handel | schlechter laufende Geschäfte, Erwartungen weniger negativ |
| Bauhauptgewerbe | Index gesunken, Ausblick jedoch positiver |