100.000 Amazon Umsatzmillionäre: Weniger Händler, höhere Umsätze
Trotz sinkender Zahl aktiver Verkäufer steigt die Zahl der erfolgreichen Händler. Laut aktuellen Daten gibt es weltweit inzwischen 100.000 Amazon Umsatzmillionäre.
Eine aktuelle Analyse von Marketplace Pulse zeigt: Die Zahl der Verkäufer auf Amazon, die jährlich mindestens eine Million US-Dollar Umsatz erzielen, ist auf über 100.000 gestiegen. Das sind rund 40.000 mehr als noch im Jahr 2021. Die Entwicklung unterstreicht eine zunehmende Umsatzkonzentration auf dem weltgrößten Online-Marktplatz – zugunsten jener, die sich behaupten können.
Bemerkenswert ist dabei, dass diese Zunahme trotz eines Rückgangs der Gesamtzahl aktiver Verkäufer erfolgt. Seit dem Höchststand verzeichnet Amazon rund zehn Prozent weniger Händler mit aktiven Produktlistings.
Konzentrationseffekt: Wenige Verkäufer dominieren
Inhaltsverzeichnis
Die wachsende Zahl von 100.000 Amazon Umsatzmillionären ist Teil eines klaren Trends: Amazon entwickelt sich von einer offenen Plattform für viele Anbieter zu einem Ökosystem für große, professionelle Verkäufer. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den sogenannten Top-Sellern: Mehr als 230 Händler erwirtschaften mittlerweile über 100 Millionen US-Dollar jährlich – auf nur einem Amazon-Marktplatz. Im Jahr 2019 lag diese Zahl noch bei etwa 50.
In den USA, dem wichtigsten Einzelmarkt von Amazon, entfallen rund 50 Prozent des Gesamtumsatzes auf nur zwei Prozent der Verkäufer. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Traffic pro Händler seit 2021 um 31 Prozent gestiegen. Die verbleibenden Anbieter profitieren somit von einem geringeren Wettbewerbsdruck.
USA dominieren – China baut Marktanteil aus
Die meisten der 100.000 Amazon Umsatzmillionäre sind auf dem US-Marktplatz aktiv. Von den 235 Verkäufern mit über 100 Millionen US-Dollar Umsatz operieren 146 allein über Amazon.com. Dort erzielen 43 Prozent der Händler jährlich mindestens 100.000 US-Dollar Umsatz – global liegt dieser Anteil im Schnitt bei 19 Prozent. Deutschland folgt mit 34 Prozent, Großbritannien und Japan jeweils mit 31 Prozent.
Auch die Herkunft der Top-Verkäufer verschiebt sich: Während unter den größten Anbietern noch US-Unternehmen dominieren, zeigt sich im mittleren Umsatzbereich ein anderes Bild. 57 Prozent der rund 51.000 Amazon.com-Verkäufer mit siebenstelligen Jahresumsätzen stammen aus China, nur 39 Prozent aus den USA.
Erfolgreiche Händler profitieren – Neueinsteiger haben es schwer
Die Entwicklung rund um die 100.000 Amazon Umsatzmillionäre verdeutlicht den Wandel des Marktplatzes. Mit steigenden Anforderungen – von höheren Gebühren über Zollrisiken bis hin zu komplexeren Margenstrukturen – sinken die Erfolgschancen für unerfahrene Verkäufer. Für etablierte Händler dagegen eröffnen sich neue Skalierungsmöglichkeiten bei gleichzeitig reduziertem Wettbewerb.
Der Rückgang der Gesamtverkäuferzahl zeigt: Viele Anbieter ziehen sich zurück. Für die verbleibenden ergeben sich daraus überdurchschnittliche Chancen – sofern sie in der Lage sind, sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen.
Konzentration dürfte weiter zunehmen
Die aktuellen Zahlen sprechen für eine Fortsetzung des Trends. Die 100.000 Amazon Umsatzmillionäre markieren dabei nicht das Ende, sondern vielmehr einen Zwischenschritt in der Reifung des Marktplatzes. Amazon wird zunehmend zur Infrastruktur etablierter Handelsunternehmen. Die Hürden für Neueinsteiger steigen, während erfolgreiche Anbieter sich weiter absetzen – in einem Markt, der sich zunehmend auf wenige konzentriert.