Steigende Zölle auf US-Importe: Wirtschaftsexperten erwarten deutliche Anhebung bis Ende 2025

Eine aktuelle Erhebung im Rahmen des Economic Experts Survey (EES) zeigt: Viele Ökonomen in Europa gehen davon aus, dass bis Ende 2025 deutlich steigende Zölle auf US-Importe erhoben werden. Besonders in westeuropäischen Ländern rechnen Experten mit deutlichen Aufschlägen im internationalen Handel mit den USA. Die politisch erwarteten Zölle weichen dabei erheblich von den wirtschaftlich empfohlenen Werten ab.

Steigende Zölle auf US-Importe: Wirtschaftsexperten erwarten deutliche Anhebung bis Ende 2025
Steigende Zölle auf US-Importe: Wirtschaftsexperten erwarten deutliche Anhebung bis Ende 2025

EU-Experten erwarten steigende Zölle auf US-Importe

Im Durchschnitt rechnen Wirtschaftsexperten in der Europäischen Union mit einem Zollsatz von rund 18 Prozent auf US-Importe bis Ende 2025. Besonders hohe Werte erwarten Fachleute in Frankreich, Spanien und Portugal, wo die Sätze bei 20 bis 25 Prozent liegen könnten. Auch in den Niederlanden, der Slowakei und Rumänien rechnet man mit ähnlich hohen Belastungen. In Deutschland, Österreich, Belgien und Polen liegt die Prognose bei 15 bis 20 Prozent. Deutlich moderater sind die Erwartungen in Italien, Schweden und Bulgarien mit zehn bis 15 Prozent.

Außerhalb der EU sind die Erwartungen bezüglich steigende Zölle auf US-Importe hingegen zurückhaltender: In der Schweiz und Norwegen prognostizieren die Experten lediglich fünf bis zehn Prozent Zoll auf US-Waren, im Vereinigten Königreich liegt die Erwartung bei zwölf Prozent.

US-Prognosen deuten auf Reaktion hin

Auch amerikanische Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Reaktion: Sie erwarten für EU-Importe in die USA einen durchschnittlichen Zollsatz von 19 Prozent bis Ende 2025. Damit spiegeln sich die steigenden Zölle auf US-Importe auch in den erwarteten Gegenmaßnahmen wider. Auffällig ist jedoch: Normativ empfehlen US-Experten nur drei Prozent – ein deutlich niedrigerer Satz.

Empfohlene Zölle deutlich niedriger als erwartet

In den meisten Ländern liegen die normativen Einschätzungen für Zölle auf US-Importe deutlich unter den tatsächlich erwarteten Sätzen. Im EU-Durchschnitt halten Experten 12,8 Prozent für wirtschaftlich sinnvoll. Deutschland, Österreich, Finnland und Schweden empfehlen sogar Zölle zwischen fünf und zehn Prozent. Selbst in protektionistisch eingestellten Ländern wie Frankreich, Portugal und Spanien liegen die empfohlenen Werte meist unter 20 Prozent.

In Rumänien bleiben sowohl Erwartung als auch Empfehlung im oberen Bereich, während die Schweiz eine bemerkenswerte Ausnahme bildet: Dort decken sich erwartete und empfohlene Zölle fast vollständig.

Allgemeine Zölle auf Importe: moderater als US-spezifische

Auch das allgemeine Zollniveau auf alle Importe wurde bewertet. Im EU-Durchschnitt werden bis Ende 2025 Zölle von 13,1 Prozent erwartet. In den meisten großen Volkswirtschaften der EU liegt die Erwartung bei zehn bis 15 Prozent. Lediglich Rumänien sticht mit erwarteten Zöllen zwischen 20 und 25 Prozent hervor. Im Vergleich zu den spezifischen Erwartungen für US-Waren zeigt sich hier ein moderaterer Kurs.

Normativ liegt der empfohlene allgemeine Zollsatz bei durchschnittlich 9,2 Prozent. Viele Länder bewegen sich in einer empfohlenen Spanne von fünf bis 15 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Großteil der Experten niedrigere Zölle für sinnvoll hält als sie für wahrscheinlich erachtet.

Klare Differenz bei US-Zöllen

Der Unterschied zwischen erwarteten und normativ befürworteten Zöllen fällt bei US-Importen besonders groß aus. Die Daten deuten auf ein wachsendes Maß an Protektionismus gegenüber den Vereinigten Staaten hin. Gleichzeitig mahnen viele Experten zur Mäßigung. Die steigenden Zölle auf US-Importe erscheinen aus politischer Sicht zwar plausibel, doch aus wirtschaftlicher Perspektive werden sie vielerorts kritisch gesehen.

Auswirkungen auf Onlinehandel und Cross-Border-Commerce

Für den Onlinehandel und den grenzüberschreitenden E-Commerce (Cross-Border-Commerce) könnten steigende Zölle auf US-Importe erhebliche Auswirkungen haben. Höhere Importkosten führen in der Regel zu steigenden Endpreisen, was die Wettbewerbsfähigkeit von US-Produkten auf europäischen Plattformen schwächen könnte. Onlinehändler, die Waren aus den USA beziehen oder auf transatlantischen Versand angewiesen sind, müssen mit höheren Margenverlusten oder sinkender Nachfrage rechnen.

Steigende Zölle auf US-Importe: Wirtschaftsexperten erwarten deutliche Anhebung bis Ende 2025
Steigende Zölle auf US-Importe: Wirtschaftsexperten erwarten deutliche Anhebung bis Ende 2025

Gleichzeitig könnten europäische Anbieter profitieren, wenn sich Kunden verstärkt für lokal oder innerhalb der EU verfügbare Produkte entscheiden. Die Zollpolitik könnte somit nicht nur Lieferketten verteuern, sondern auch das Kaufverhalten international beeinflussen.

Steigende Zölle auf US-Importe politisch wahrscheinlich, ökonomisch umstritten

Die Ergebnisse des EES legen nahe, dass Europa bis Ende 2025 stärker auf handelspolitische Abgrenzung gegenüber den USA setzen könnte. Während das allgemeine Zollniveau vergleichsweise moderat bleiben dürfte, sind steigende Zölle auf US-Importe wahrscheinlich – insbesondere in südeuropäischen Ländern. Die Diskrepanz zu den normativ empfohlenen Zollsätzen zeigt jedoch: Der wirtschaftliche Konsens spricht eher für Zurückhaltung als für Eskalation.