Forschungszulage für KMU in Deutschland gewinnt an Bedeutung
Die Forschungszulage für KMU in Deutschland entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten steuerlichen Förderinstrument für Forschung und Entwicklung (FuE), so das ZEW [PDF]. Seit ihrer Einführung im Jahr 2020 ist das Programm mehrfach angepasst worden. Mittlerweile stellt es mit einem Fördervolumen von rund vier Milliarden Euro jährlich ab 2026 das größte FuE-Förderprogramm für Unternehmen in Deutschland dar – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Fördervolumen deutlich gestiegen
Inhaltsverzeichnis
Die Forschungszulage wurde mit dem Ziel eingeführt, FuE-Aktivitäten steuerlich zu entlasten und dadurch zu stärken. Durch Reformen, wie die Erhöhung des maximal förderfähigen Aufwands von zwei auf zwölf Millionen Euro und den erhöhten Fördersatz für KMU von 35 Prozent, hat sich das Fördervolumen seit 2020 um 124 Prozent gesteigert. Laut ZEW-Analyse haben bis Mitte 2025 bereits rund 19.000 Unternehmen Anträge gestellt.
Forschungszulage für KMU in Deutschland besonders attraktiv
Die Forschungszulage für KMU in Deutschland wirkt besonders stark, weil die förderfähigen Aufwendungen in diesen Betrieben selten den Förderdeckel überschreiten. Während große Unternehmen nur einen kleinen Teil ihrer FuE-Kosten geltend machen können, schöpfen KMU die Förderung umfassend aus. Der Anteil der förderfähigen Mittel, der auf KMU entfällt, lag 2020 bei über 60 Prozent und beträgt derzeit rund 50 Prozent. Der Anteil kontinuierlich forschender KMU stieg von 9,9 Prozent (2019) auf 12,6 Prozent (2023).
Im internationalen Vergleich noch ausbaufähig
Trotz des Wachstums liegt Deutschland mit einem steuerlich geförderten Anteil von 4,7 Prozent an den betrieblichen FuE-Aufwendungen deutlich hinter Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, die auf 15 bis 20 Prozent kommen. Um die Forschungszulage für KMU in Deutschland noch attraktiver zu gestalten, schlagen Experten eine Anhebung des Deckels bei gleichzeitig reduziertem Fördersatz oder die Einführung einer inkrementellen Förderung vor, die auf den Zuwachs von FuE-Ausgaben abzielt.
Vereinfachung des Antragsverfahrens empfohlen
Die ZEW-Studie identifiziert Potenzial zur Verbesserung des Zugangs: Das Antragsverfahren gilt als aufwendig, besonders für Unternehmen mit geringen oder dezentralen FuE-Aktivitäten. Um die Nutzung der Forschungszulage für KMU in Deutschland weiter zu steigern, werden gezielte Hilfestellungen für Erstantragsteller und vereinfachte Verfahren für bereits geprüfte Unternehmen („Fast Track“) empfohlen.
Forschungszulage für KMU in Deutschland – auf einen Blick
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Start der Förderung | 1. Januar 2020 |
| Fördersatz KMU | 35 % der förderfähigen FuE-Aufwendungen |
| Fördersatz Großunternehmen | 25 % |
| Maximal förderfähiger Aufwand | 12 Mio. € (ab 2026) |
| Anzahl der Antragsteller | ca. 19.000 Unternehmen (Stand: Juni 2025) |
| Anteil KMU am Fördervolumen | rund 50 % |
| Jährliches Fördervolumen | ca. 4 Mrd. € (ab 2026) |
| Ziel der Maßnahme | Stärkung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand |
| Reformbedarf laut ZEW | Vereinfachung Antrag, Ausweitung für Mid-Range-Unternehmen, Inkrementmodell |
Forschungszulage mit Entwicklungspotenzial
Die Forschungszulage für KMU in Deutschland ist fünf Jahre nach ihrer Einführung das am weitesten verbreitete Instrument zur FuE-Förderung. Weitere Vereinfachungen und zielgerichtete Erweiterungen könnten ihre Wirkung weiter verstärken. Eine laufende Evaluation durch das Bundesfinanzministerium wird voraussichtlich wichtige Hinweise für die nächste Reformphase liefern.