Betrug bei Kleinanzeigen erkennen: Warnhinweise und Tipps von Polizei und Verbraucherschützern

Der Handel über Kleinanzeigenportale ist beliebt – birgt aber Risiken. Verbraucherzentrale und Landeskriminalamt geben Hinweise, wie man Betrug bei Kleinanzeigen erkennen kann und worauf es bei sicheren Transaktionen ankommt.

Betrug bei Kleinanzeigen erkennen: Warnhinweise und Tipps von Polizei und Verbraucherschützern
Betrug bei Kleinanzeigen erkennen: Warnhinweise und Tipps von Polizei und Verbraucherschützern

Beliebtheit von Kleinanzeigenportalen – mit Schattenseiten

Kleinanzeigenportale wie „kleinanzeigen.de“ oder ähnliche Plattformen ermöglichen es privaten wie gewerblichen Nutzern, unkompliziert gebrauchte oder neue Waren zu verkaufen. Der Großteil der Angebote stammt von ehrlichen Verkäufern. Dennoch kommt es immer wieder zu Betrugsfällen, bei denen Käufer oder Verkäufer gezielt getäuscht werden. In einer aktuellen Mitteilung vom 9. Juli 2025 warnen das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale vor typischen Maschen und geben praktische Hinweise, wie sich Nutzer schützen können.

Kein Käuferschutz bei „Freunde & Familie“-Zahlung

Ein häufig genutztes Einfallstor für Betrüger ist die Zahlungsoption „Freunde & Familie“ bei PayPal. Diese wurde ursprünglich für private Geldtransfers zwischen bekannten Personen entwickelt und bietet keinen Käuferschutz. Genau das machten sich Kriminelle zunutze: Sie fordern Käufer auf, über diese Methode zu zahlen, oft unter dem Vorwand, so Gebühren zu sparen. In einem dokumentierten Fall bezahlte eine Käuferin ein gebrauchtes Kinderfahrrad über „Freunde & Familie“, erhielt jedoch keine Ware. Der Verkäufer war nicht mehr erreichbar, und eine Strafanzeige verlief bisher ergebnislos.

Vorsicht bei gefälschten „Sicher bezahlen“-Nachrichten

Eine andere Methode, um Betrug bei Kleinanzeigen zu erkennen, betrifft fingierte Nachrichten mit dem Betreff „Sicher bezahlen“. Betrüger geben sich als Kaufinteressenten aus und schicken vermeintlich offizielle Zahlungsbestätigungen per SMS oder E-Mail. Diese enthalten Links zu täuschend echten Kopien der Originalseiten, auf denen Verkäufer ihre Kontodaten oder Kreditkarteninformationen eingeben sollen. In einem Fall verlor eine Privatverkäuferin mehrere hundert Euro, nachdem sie auf einer Fake-Seite ihre Daten hinterlegt hatte.

Betrug bei Kleinanzeigen erkennen: Warnhinweise und Tipps von Polizei und Verbraucherschützern
Betrug bei Kleinanzeigen erkennen: Warnhinweise und Tipps von Polizei und Verbraucherschützern

Der Ausweis-Trick: Identität nur scheinbar überprüfbar

Auch gefälschte Ausweisdokumente sind ein häufiger Bestandteil betrügerischer Strategien. Käufer werden durch zugesandte Ausweisfotos in Sicherheit gewogen – oft in Verbindung mit der Aufforderung, per „Freunde & Familie“ zu zahlen. Die Papiere sind jedoch gefälscht oder gestohlen. So suggerieren die Täter Seriosität, obwohl es sich um organisierte Betrugsversuche handelt. Auch das Zurücksenden eigener Ausweisdokumente birgt erhebliche Risiken des Identitätsmissbrauchs.

So lässt sich Betrug bei Kleinanzeigen erkennen

Die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt empfehlen, bei allen Online-Geschäften nur abgesicherte Zahlungsmethoden zu nutzen – etwa PayPal „für Waren und Dienstleistungen“. Bei dieser Option greift der Käuferschutz und bietet eine rechtliche Grundlage für Rückforderungen im Betrugsfall. Auch bei der Bezahlfunktion „Sicher bezahlen“ auf „kleinanzeigen.de“ ist kein aktives Handeln nötig. Erhält man Nachrichten mit Links, sollte man diese nicht anklicken, sondern den offiziellen Kommunikationsweg über das Portal nutzen.

Fotos von Ausweisdokumenten gelten nicht als vertrauensbildendes Element. Vielmehr können sie ein Hinweis auf Betrug bei Kleinanzeigen sein. Der Versand eigener sensibler Dokumente ist grundsätzlich zu vermeiden. Zudem raten die Behörden dazu, im Betrugsfall immer Anzeige bei der Polizei zu erstatten – entweder vor Ort oder über die jeweilige Online-Wache des Bundeslands.

Weitere Informationsangebote und Ausblick

Zusätzliche Hinweise zur sicheren Nutzung von Kleinanzeigenportalen bietet die Plattform selbst unter themen.kleinanzeigen.de/sicherheitshinweise. Auch die Verbraucherzentrale stellt regelmäßig aktualisierte Warnungen und Ratgeber bereit. Angesichts der weiterhin hohen Nutzerzahlen von Online-Marktplätzen dürfte das Thema Verbraucherschutz dort auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Der Trend zum digitalen Privatverkauf wird weiter anhalten. Umso wichtiger wird es sein, die Nutzer regelmäßig über neue Betrugsmaschen zu informieren. Die Empfehlungen der Behörden bieten hierfür eine solide Orientierungshilfe – sowohl für erfahrene Verkäufer als auch für unerfahrene Käufer. Wer aufmerksam ist und gängige Sicherheitsregeln beachtet, kann das Risiko erheblich reduzieren und problemlose Transaktionen durchführen.