Discount und Drogerie: Wie zwei Vertriebskanäle das Einkaufsverhalten prägen

Zwei aktuelle Studien von YouGov beleuchten die Entwicklung der Vertriebskanäle Discount und Drogerie im deutschen FMCG-Markt. Die Daten aus dem YouGov Shopper Panel zeigen, wie sich Konsumtrends, Preissensibilität und Sortimentspräferenzen verändern – mit deutlichen Folgen für das Einkaufsverhalten.

Discount und Drogerie: Wie zwei Vertriebskanäle das Einkaufsverhalten prägen
Discount und Drogerie: Wie zwei Vertriebskanäle das Einkaufsverhalten prägen

Discounter festigen Marktstellung durch Preis und Effizienz

Die YouGov-Studie „Inside Discount“ zeigt: Discounter haben sich als umsatzstärkste Vertriebsschiene im FMCG-Segment etabliert. Im Jahr 2024 erzielten Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma einen gemeinsamen Umsatz von rund 77 Milliarden Euro – ein Plus von etwa einem Drittel gegenüber 2019. Ihr Marktanteil liegt mittlerweile bei 38 Prozent, während klassische Vollsortimenter auf knapp 29 Prozent kommen.

Hinter diesem Wachstum stehen eine gestiegene Einkaufsfrequenz und ein bewussteres, qualitätsorientiertes Konsumverhalten. Während in wirtschaftlich unsicheren Zeiten vor allem günstige Eigenmarken gefragt waren, gewinnen inzwischen auch Premium-Handelsmarken und Frischeprodukte an Bedeutung. So stieg der Anteil frischeorientierter Einkäufe im Discount von 25,8 Prozent (2019) auf 28,3 Prozent (2024).

Das Kaufverhalten im Discount ist heute stärker planvoll und preisbewusst, aber auch qualitätsorientiert. Discounter positionieren sich nicht mehr nur als günstige Einkaufsmöglichkeit, sondern zunehmend auch als Anbieter von Frische, Effizienz und Markenqualität. Laut YouGov profitieren vor allem solche Anbieter, die mit attraktiven Preisen, optimierten Sortimenten und verbesserten Einkaufserlebnissen überzeugen können.

Drogeriemärkte gewinnen als Wohlfühl- und Bio-Orte an Bedeutung

Die parallel veröffentlichte Studie „Inside Drogerie“ verdeutlicht die besondere Rolle, die Drogeriemärkte im Lebensmitteleinzelhandel einnehmen. Nach einer pandemiebedingten Schwächephase zählen sie nun wieder zu den wachstumsstärksten Kanälen. Drogeriemärkte gelten laut YouGov als Orte des Wohlbefindens, mit einem Einkaufserlebnis, das sich vom eher funktionalen Supermarktbesuch unterscheidet.

Neben dem klassischen Sortiment rund um Pflege, Kosmetik und Haushalt gewinnen auch Food- und Gesundheitsprodukte an Relevanz. Besonders Bio-Lebensmittel treiben das Wachstum: Der Bio-Anteil am Food-Umsatz in Drogerien liegt bei 45 Prozent. Jeder fünfte Euro, der in Deutschland für verpackte Bio-Lebensmittel ausgegeben wird, fließt in eine Drogerie.

Die Drogerien punkten zudem mit einer hohen Innovationsrate bei Eigenmarken – sowohl im Pflege- als auch im Food- und Gesundheitssegment. Laut YouGov stärkt diese Sortimentsentwicklung die Markenbindung und Differenzierung gegenüber anderen Kanälen.

Discount und Drogerie – Zwei Kanäle, zwei Stärken

Discount und Drogerie gewinnen in einem dynamischen Handelsumfeld an Bedeutung – wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Discounter mit Preis, Effizienz und wachsender Frischekompetenz überzeugen, positionieren sich Drogeriemärkte als Wohlfühlorte mit starker Bio- und Gesundheitskompetenz.

Dennoch entstehen auch Überschneidungen: Drogerien weiten ihr Lebensmittelsortiment aus, Discounter setzen zunehmend auf hochwertige Pflegeprodukte. In einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld könnten beide Vertriebskanäle weiter voneinander lernen – und sich zugleich noch stärker differenzieren.

Discount und Drogerie Studien – Methodik und Verfügbarkeit

Die Studien „Inside Discount“ und „Inside Drogerie“ basieren auf Paneldaten und qualitativen Verbraucherinterviews des YouGov Shopper Panels. Die Discount und Drogerie Studien sind ab sofort erhältlich und bieten detaillierte Einblicke in aktuelle Konsumtrends und Kanaldynamiken im deutschen Handel.