Rewe Logistikzentrum: 600 Millionen Euro für neue Logistikplattform in Österreich

Die Rewe Group plant, ihr Logistikzentrum in Wiener Neudorf umfassend zu modernisieren. Das Unternehmen investiert in den kommenden Jahren 600 Millionen Euro in den Umbau und die Digitalisierung des bestehenden Standorts. Es handelt sich um die bisher größte Einzelinvestition eines privaten Unternehmens in Niederösterreich. Der Baustart ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll schrittweise bis 2030 erfolgen.

Rewe Logistikzentrum: 600 Millionen Euro für neue Logistikplattform in Österreich
Rewe Logistikzentrum: 600 Millionen Euro für neue Logistikplattform in Österreich

Modernisierung auf bestehender Fläche

Das neue Rewe Logistikzentrum entsteht auf dem bereits genutzten Gelände in Wiener Neudorf. Die Modernisierung erfolgt bei laufendem Betrieb. Ziel ist es, sämtliche logistischen Prozesse an einem Ort zu bündeln und dadurch die Effizienz über die gesamte Lieferkette zu erhöhen. Rund 2.500 Filialen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sollen künftig über das neue Zentrum beliefert werden. Dabei handelt es sich unter anderem um Standorte der Vertriebslinien Billa, Billa Plus, BIPA und ADEG sowie um Kooperationspartner wie Tankstellenshops.

Zentrale Bündelung aller Warenströme

Das Rewe Logistikzentrum soll sämtliche Warenströme in einem einzigen Gebäude zusammenfassen. Damit reagiert die Rewe Group auf die wachsenden Anforderungen an eine zuverlässige und ressourcenschonende Lebensmittelversorgung. Künftig werden dort mehrere zehntausend Artikel aus dem Trockensortiment kommissioniert und ausgeliefert. Die neue Infrastruktur soll sowohl die wirtschaftliche als auch die ökologische Leistungsfähigkeit erhöhen.

Fokus auf Automatisierung und Nachhaltigkeit

Zentrales Element der Modernisierung ist der Einsatz modernster Technologien. Neben manuellen und teilautomatisierten Abläufen kommen auch vollautomatische Systeme zum Einsatz. Ein Highlight des neuen Rewe Logistikzentrums wird ein Hochregallager mit etwa 87.000 Palettenplätzen sein. Die geplante jährliche Auslieferkapazität beträgt rund 116 Millionen Bestelleinheiten. Ein eigens integriertes Wertstoffsortierzentrum soll die Rückführung von Materialien optimieren und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft unterstützen.

Darüber hinaus wird das Zentrum über eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 12.500 Quadratmetern verfügen. Diese soll in der ersten Ausbaustufe etwa 20 Prozent des Energiebedarfs decken. Damit trägt das Logistikzentrum auch zur CO₂-Reduktion entlang der Lieferkette bei.

Teil der Logistikstrategie 2030 der Rewe Group

Mit dem Projekt verfolgt die Rewe Group ihre Logistikstrategie 2030. Im Mittelpunkt stehen Versorgungssicherheit, Digitalisierung und Klimaschutz. Der hohe Digitalisierungsgrad des neuen Rewe Logistikzentrums soll es ermöglichen, Lieferprozesse besser zu steuern, Transportwege zu verkürzen und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern zu intensivieren. Auch neue Arbeitsplätze im Bereich Technik, IT und automatisierte Logistiksysteme sind vorgesehen.

Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte

Bis 2030 wird das Rewe Logistikzentrum zu einem zentralen Bestandteil der Handelslogistik in Österreich ausgebaut. Es wird künftig fast ein Drittel des Warenumschlags der Rewe Group in Österreich abwickeln. Die Investition ist nicht nur ein Bekenntnis zum Standort Wiener Neudorf, sondern auch ein Signal für den Umbau der Lebensmittelversorgung hin zu mehr Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz.