E-Commerce in Österreich: Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und Chance für KMU

Der E-Commerce wächst rasant – auch in Österreich

Der Onlinehandel hat sich zu einem zentralen Wirtschaftsbereich in Österreich entwickelt. Laut der aktuellen Studie von EcoAustria erreichte der E-Commerce in Österreich im Jahr 2023 einen Umsatz von insgesamt 57,9 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert. Damit stieg der Anteil des E-Commerce auf 7,3 Prozent des gesamten Unternehmensumsatzes und liegt erstmals leicht über dem Durchschnitt der EU-27. Besonders bemerkenswert: Der Umsatz hat sich im Vergleich zu 2020 nahezu verdoppelt.

E-Commerce in Österreich 2025: Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und Chance für KMU
E-Commerce in Österreich 2025: Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und Chance für KMU

Bedeutung für Branchen und Arbeitsmarkt

Der E-Commerce ist längst kein reines B2C-Thema mehr: 52,7 Prozent des Umsatzes entfallen auf den B2B- bzw. B2G-Bereich, 47,3 Prozent auf B2C. Branchenübergreifend ist die Bedeutung deutlich gestiegen – besonders im Handel, in der Produktion, der Energieversorgung, im Gastgewerbe und in der Logistik.

Die Studie zeigt, dass der E-Commerce rund 250.000 Arbeitsplätze sichert:

    • Direkt: 46.000 Beschäftigte, 4,3 Mrd. Euro Wertschöpfung
    • Indirekt (z. B. Logistik, IT-Dienste): 202.000 Beschäftigte, 8,8 Mrd. Euro Wertschöpfung

Somit trägt der E-Commerce insgesamt mit 13,1 Mrd. Euro zur Bruttowertschöpfung bei – ein beachtlicher Anteil an der österreichischen Wirtschaftsleistung.

Online-Marktplätze als Schlüssel für KMU

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist E-Commerce in Österreich ein entscheidender Hebel. Laut Statistik Austria nutzten 2023 rund 50 Prozent der KMU mit 10–49 Beschäftigten Online-Marktplätze wie Amazon als Vertriebskanal. Das bietet klare Vorteile:

    • Niedrige Eintrittshürden in den Onlinehandel
    • Zugang zu internationalen Märkten
    • Geringere Investitionskosten
    • Unterstützung bei Digitalisierung und Marketing

Die Studie belegt: Mehr als 2.500 KMU in Österreich verkaufen über Amazon, mit einem Exportvolumen von rund 500 Millionen Euro.

E-Commerce in Österreich 2025: Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und Chance für KMU
E-Commerce in Österreich 2025: Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und Chance für KMU

E-Commerce als Motor der Twin-Transition

Die sogenannte Twin-Transition – also die gleichzeitige Digitalisierung und Ökologisierung – stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Der E-Commerce kann beide Entwicklungen positiv beeinflussen:

Digitalisierung:

    • Onlinehandel fördert digitale Kompetenzen
    • Geringere Barrieren für technische Einstiegslösungen
    • Verbindung mit KI, Datenanalysen, ERP- und CRM-Systemen

Ökologie:

    • Bündelung von Lieferungen reduziert Verkehr
    • Transparente Produktinformationen fördern nachhaltigen Konsum
    • Geringerer Energieverbrauch pro Umsatz im Vergleich zum stationären Handel

Insbesondere im Logistik- und Verpackungsbereich ergeben sich Einsparpotenziale bei CO₂-Emissionen – vorausgesetzt, Prozesse werden ganzheitlich optimiert.

Herausforderungen: Digitale Kluft bei kleinen Unternehmen

Trotz dieser Chancen bleibt der Digitalisierungsrückstand von KMU eine der größten Herausforderungen:

    • Nur 54,5 Prozent der kleinen Unternehmen nutzen mindestens vier digitale Technologien
    • Nur 3,8 Prozent erreichen einen hohen Digitalisierungsgrad
    • Einsatz von Cloud, KI und Data Analytics bleibt gering

Gründe sind unter anderem:

    • Fehlende Ressourcen und Zeit
    • Hoher Schulungsbedarf
    • Investitionsrisiken
    • Technologische Abhängigkeiten

Förderprogramme wie KMU.DIGITAL & GREEN bieten gezielte Unterstützung für Unternehmen, die ihre Prozesse modernisieren und nachhaltig gestalten wollen.

Viel Potenzial für den E-Commerce in Österreich

Der E-Commerce in Österreich hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Wirtschaft entwickelt. Die Wachstumszahlen sind beeindruckend, ebenso der Beitrag zur Beschäftigung. Vor allem für KMU bietet der digitale Handel enorme Chancen – sei es durch Marktöffnung, Kostensenkung oder als Einstieg in weiterführende digitale Technologien.

Damit Österreichs Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen können, braucht es gezielte politische Impulse:

    • Stärkere digitale Förderung für KMU
    • Zugang zu Finanzierung und technologischem Know-how
    • Ausbau digitaler Infrastruktur, vor allem im ländlichen Raum

Wenn E-Commerce gezielt genutzt und weiterentwickelt wird, kann er ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Resilienz, Innovation und Nachhaltigkeit in Österreich bleiben.